Sendling-Westpark

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Koordinaten: 48° 7′ 20″ N, 11° 31′ 55″ O

Sendling-Westpark
Landeshauptstadt München
Fläche: 7,81 km²
Einwohner: 59.149 (31. Aug. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 7.569 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 80686, 81369, 81373, 81377, 81379
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 7 Sendling-Westpark in München

Sendling-Westpark ist der Stadtbezirk 7 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtbezirk 7 liegt im Südwesten von München und reicht in der Nord-Süd-Ausdehnung vom Stadtbezirk 8 Schwanthalerhöhe bis nach Obersendling (Stadtbezirk 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln). Die Ostgrenze bildet der Bahnkörper der Bahnstrecke München–Holzkirchen. Jenseits der Gleise schließt der Stadtbezirk 6 Sendling an, im Westen endet der Bezirk an der Fürstenrieder- und Westendstraße, jenseits derer die Stadtbezirke 20 Hadern und 25 Laim liegen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtbezirk entstand erst bei der Bezirksreform 1992 aus Teilen der früheren Stadtbezirke Sendling und Laim, sowie dem aufgelösten Bezirk Waldfriedhofviertel. Namensgebend waren die Anteile Sendlings und der Westpark, der zur Internationalen Gartenbauausstellung 1983 angelegt wurde und heute die größte Gründfläche des Bezirks ist.

Die Flächen des heutigen Sendling-Westparks wurden überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg bebaut, zwischen 1950 und 1995 hat sich die Bevölkerungszahl verdoppelt, seitdem findet weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum der Einwohnerzahl statt. Die Bevölkerungszusammensetzung war bis etwa zur Jahrtausendwende etwas älter als der Durchschnitt, der Ausländeranteil lag leicht unter dem Durchschnitt der Stadt. Seitdem fand eine Verjüngung statt, so dass Sendling-Westpark jetzt nach Geschlecht und Alter im Durchschnitt liegt, die neu Zugezogenen haben jedoch häufiger keinen deutschen Pass. Typisch für die Baustruktur des Bezirks sind im südlichen Teil Ein- und Zweifamilienhäuser aus der Zwischenkriegszeit und im Bereich der Hauptverkehrsstraßen Geschosswohnungsbau, meist aus der Zeit nach 1948.

Der Bezirk wird von mehreren Hauptverkehrsstraßen durchzogen, wobei vor allem das quer durch das Viertel verlaufende Teilstück des Mittleren Ringes mit den Enden der A 96 (München–Lindau) und A 95 (München–Garmisch) eine hohe Verkehrs- und Umweltbelastung mit sich bringt. Die Eröffnung der Straßentunnels des Mittleren Rings am Luise-Kiesselbach-Platz und der Heckenstallerstraße im Sommer 2015 trägt zu einer Entlastung bei.

Im Westpark
Eichendorfplatz, ein Quartierplatz im Stadtbezirk

Zugleich verfügt der Bezirk über einen hohen und gut verteilten Anteil an Grünflächen. Neben dem namensgebenden Westpark gehören dazu ein großer Teil des Sendlinger Waldes und die Kleingartenanlage „Land in Sonne“, die auch namensgebend für einen Bezirksteil ist, sowie die Sportflächen von zwei Bezirkssportanlagen und mehrere kleinere Quartierparks. Im Zuge der Tunnelbauprojekte entstehen bis 2017 zwei weitere großflächige Parks im Stadtbezirk.

Im Nord-Westen des Stadtbezirks liegen auf dem ehemaligen Gelände der Heilanstalt Neufriedenheim verschiedene Bildungseinrichtungen, darunter die beiden einzigen Gymnasien des Bezirks: Das Ludwigsgymnasium und das Erasmus-Grasser-Gymnasium. Ein weiterer Ausbau zum Bildungscampus Westpark ist in Planung. Daneben gibt es zwei Grundschulen und eine Hauptschule in Sendling-Westpark. Darunter sind zwei griechische Schulen, in denen nach dem griechischen Lehrplan und in griechischer Sprache unterrichtet wird.[2]

Die im nördlichen Bereich des Westparks gelegene Rudi-Sedlmayer-Halle, in der früher zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungen stattfanden, war von 2003 bis 2011 stillgelegt, und ist seitdem unter dem Namen Audi Dome Spielort der FC Bayern Basketballer. Außerdem liegt im Stadtbezirk auf einem ehemaligen Gewerbegelände an der Hansastraße das Jugendkulturzentrum Feierwerk mit stadtweitem Einzugsgebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flur des heutigen Sendling-Westpark gehörte ursprünglich zur Sendlinger Haide, die sich zwischen dem Forstenrieder Park und der Stadt München erstreckte. Vor dem Zweiten Weltkrieg lagen im heutigen Stadtbezirk nur weniger Baugebiete, die von den benachbarten Siedlungskernen in die landwirtschaftlich genutzten Flächen wuchsen.

vor 1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Besiedlung des späteren Stadtbezirks liegen alle knapp außerhalb der heutigen Grenzen. Dazu gehören die jungsteinzeitlichen Gräber (2000 v. Chr.) und die keltischen Gräber an der damaligen Isarhangkante, die der Sippe des Sentilo zugeordnet werden, der als Namensgeber Sendlings gilt.

Erst im 17. Jahrhundert entwickelte sich Mittersendling mit zwei Edelsitzen (Hofmarken) unmittelbar an der Ost-Grenze des heutigen Sendling-Westparks: Neuhofen und der Castellhof zu Sendling. Dazu kam ebenfalls in Mittersendling die Kirche St. Dionys (heute St. Achaz). Innerhalb der heutigen Grenzen des heutigen Sendling-Westpark lagen landwirtschaftliche Flächen und Wälder, die von diesen Siedlungen bewirtschaftet wurden. Noch 1760 war nur ein einziges Anwesen auf der Sendlinger Haide steuerpflichtig.[3]

Das änderte sich erst langsam nach dem Bau der Maximiliansbahn, der Bahnlinie von München nach Holzkirchen, deren hier verlaufender Abschnitt 1845 den Betrieb aufnahm und die bis 1857 fertiggestellt wurde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in ganz München erfolgte auch im Südwesten in der sogenannten Prinzregentenzeit um die Wende zum 20. Jahrhundert ein Ausbau der Siedlungen. Im Nordwesten des heutigen Gebietes wurde die damals noch abgelegene Heilanstalt Neufriedenheim errichtet, südlich davon entstand die Ausflugsgastwirtschaft Holzapfelkreuth. Kurz nach der Jahrhundertwende wurde der Waldfriedhof angelegt, der heute unmittelbar außerhalb des Bezirks liegt, aber die bauliche Entwicklung des südwestlichen Stadtbezirks stark geprägt hat. Ebenfalls in dieser Zeit entstand an der Hansastraße ein Gewerbegebiet, das vom Westend und dem Güterbahnhof am heutigen Heimeranplatz ausging. Nach dem Ersten Weltkrieg errichteten Kriegsversehrte die Kriegersiedlung, die heute als Denkmalensemble geschützt ist. In ihrer Nähe an der zentralen Kreuzung des Bezirks wurde in den 1920er Jahren zunächst auf freiem Feld das Altenheim St. Josef von dem Architekten Hans Grässel, mit eigener Kirche und markanten Türmen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im Rahmen des Wiederaufbaus und für die Ansiedlung von Vertriebenen großflächige Genossenschaftsanlagen in einfachster Bauweise und mehrere einfache oder gehobenere Einfamilienhaussiedlungen. Der prominenteste Bewohner war Franz Josef Strauß, der von 1978 bis zu seinem Tod 1988 im heutigen Sendling-Westpark lebte. In den 1980er und Jahren wurden zwei große Sozialsiedlungen in Sendling-Westpark errichtet. Die Siedlung am Gottfried-Böhm-Ring und der Landaubogen (ehemals Leonhard-Moll-Bogen).

Sanierte Genossenschaftsanlage der GWG
Abriss und Neubau einer Genossenschaftswohnanlage der Gewofag

jüngste Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verstärkt nach der Jahrtausendwende kommt es zur Nachverdichtung und der Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnen. Letzteres ist der bestimmende Faktor in der Entwicklung des Bezirks, findet aber in kleinerem Rahmen statt als im benachbarten Obersendling. Die besonders einfachen Genossenschaftsbauten der Nachkriegszeit werden entweder saniert und dabei teilweise erweitert oder aber abgerissen und verdichtet neu gebaut.

Die Stadtpolitik befürchtete, dass nach den Tunnelbauten die einfachen Wohnlagen des Stadtbezirks aufwändig saniert und zu erheblich höheren Preisen vermietet würden. Um eine Verdrängung der eingesessenen Mieter zu vermeiden, erließ der Stadtrat im Januar 2016 gegen die Stimmen von CSU, FDP, Piraten und der Gruppierung Alfa eine Erhaltungssatzung für nahezu den gesamten Stadtbezirk.[4]

Verwaltung, Wirtschaft, weitere Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zuständige Polizeiinspektion 15 befindet sich in der Treffauerstraße. Im Stadtbezirk ist auch das Kriminalfachdezernat 1 des Polizeipräsidium München angesiedelt. Zu ihm gehört das Kommissariat K11, die Mordkommission.[5]

Neben der Berufsfeuerwehr ist für die Sicherheit in Sendling-Westpark auch eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr zuständig, deren Feuerwehrhaus sich in der Zillertalstraße befindet.

Wichtige Arbeitgeber und Einrichtungen im Bezirk sind das Städtische Altenheim St. Josef, die Lebenshilfe Werkstatt für Behinderte, das Integrationszentrum für Cerebralparesen ICP (früher Spastiker-Zentrum) mit Rehabilitationsschule und Berufsbildungswerk, die Bäckerei der Hofpfisterei, die Zentralen des ADAC und des TÜV Süd, seit 2003 die Zentralverwaltung der Fraunhofer-Gesellschaft sowie die KFZ-Meldestelle und das Fundamt der Stadt. Daneben stellen Baufirmen und metallverarbeitende Betriebe einen großen Anteil der Arbeitsplätze. Seit 1991 ist der K. G. Saur Verlag in der Ortlerstraße ansässig.

Im Bezirk liegen mehrere großflächige Sportanlagen, darunter der für die olympischen Sommerspiele 1972 errichtete Audi Dome, in dem die Basketballmannschaft des FC Bayern München spielt. Außerdem haben die Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft und der Verein Rot-Weiß München ihren Sitz und ihre Anlagen in Sendling-Westpark.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der späten Entwicklung des Stadtbezirks und der überwiegend einfachen Bebauung, gibt es nur wenige Baudenkmäler in Sendling-Westpark. Seit 2000 wurden mehrere der Kirchen, die im Zuge des Wiederaufbaus mit der Wohnbebauung nach 1945 errichtet wurden, unter Denkmalschutz gestellt.

Liste der Baudenkmäler in München/Sendling-Westpark

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[6]
 %
40
30
20
10
0
38,0 %
35,4 %
22,7 %
3,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[6]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,1 %p
-4,1 %p
+4,9 %p
-3,9 %p
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Der Bezirksausschuss von Sendling-Westpark wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: CSU 9, SPD 9, Grüne 6 und FDP 1.[6] Von den 41.448 stimmberechtigten Einwohnern in Sendling-Westpark haben 17.211 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 41,5 Prozent lag.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche
in km²
Einwohner
je km²
Quelle mit weiteren Daten[7]
2000 48.388 10.724 (22,2 %) 7,8133 6.193 Statistisches Taschenbuch München 2001 (PDF)
2001 48.608 10.846 (22,3 %) 7,8133 6.221 Statistisches Taschenbuch München 2002 (PDF)
2002 48.448 10.781 (22,3 %) 7,8133 6.201 Statistisches Taschenbuch München 2003 (PDF)
2003 48.564 11.020 (22,7 %) 7,8128 6.216 Statistisches Taschenbuch München 2004 (PDF)
2004 48.669 11.127 (22,9 %) 7,8141 6.228 Statistisches Taschenbuch München 2005 (PDF)
2005 49.472 11.492 (23,2 %) 7,8156 6.330 Statistisches Taschenbuch München 2006 (PDF)
2006 50.903 11.746 (23,1 %) 7,8145 6.514 Statistisches Taschenbuch München 2007 (PDF)
2007 51.745 11.830 (22,9 %) 7,8145 6.622 Statistisches Taschenbuch München 2008 (PDF)
2008 52.257 12.011 (23,0 %) 7,8145 6.687 Statistisches Taschenbuch München 2009 (PDF)
2009 52.185 11.825 (22,7 %) 7,8145 6.678 Statistisches Taschenbuch München 2010 (PDF)
2010 52.495 12.220 (23,3 %) 7,8145 6.718 Statistisches Taschenbuch München 2011 (PDF)
2011 53.271 12.907 (24,2 %) 7,8145 6.817 Statistisches Taschenbuch München 2012 (PDF)
2012 54.552 13.829 (25,4 %) 7,8145 6.981 Statistisches Taschenbuch München 2013 (PDF)
2013 55.405 14.445 (26,1 %) 7,8145 7.090 Statistisches Taschenbuch München 2014 (PDF)
2014 56.485 15.354 (27,2 %) 7,8145 7.228 Statistisches Taschenbuch München 2015 (PDF)
2015 58.398 16.625 (28,5 %) 7,8145 7.473 Statistisches Taschenbuch München 2016 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sendling-Westpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand – Monatszahlen aus 2016 (PDF; 46 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 28. September 2016.
  2. Bayerisches Staatsministerium für Kultus: Private Griechische Volksschule München
  3. Monika Müller-Rieger: Westend - Von der Sendlinger Haid' zum Münchner Stadtteil. Buchendorfer Verlag 2000, ISBN 3-927984-29-9, S. 11
  4. Süddeutsche Zeitung: Schutz für die Mieter , 27. Januar 2016
  5. Polizei Bayern: Präsidium München - Kriminalfachdezernat 1
  6. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 7 – Sendling-Westpark. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  7. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 28. September 2016.