Johanna Gabriele von Österreich

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Erzherzogin Johanna Gabriele von Österreich, Pastellgemälde von Jean-Étienne Liotard
Gemälde von Martin van Meytens
Maria Johanna & Maria Josepha von Österreich 1759, von Pierre Benevault
Sarkophagus Johanna Gabriele, Kaisergruft, Wien

Johanna Gabriela von Österreich (oder Johanna Gabriele; * 4. Februar 1750 Wien; † 23. Dezember 1762 ebenda) war eine Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Böhmen, Ungarn und der Toskana.

Kindheit in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanna Gabriela Josepha Antonia[1] wurde am 4. Februar 1750 als die achte Tochter von bzw. das elfte Kind von Maria Theresia und Kaiser Franz I. Stephan geboren.

Johanna Gabriela war Teil einer Reihe von Kindern, die nacheinander geboren wurden. Sie lag in der Kinderkammer zusammen mit ihren Geschwistern Maria Josepha, Maria Karolina, Maria Antonia und Maximilian Franz. Dort wurden sie von den Erziehungsdamen und ihre Begleiter umsorgt. Im Alter von fünf Jahren erhielt Johanna ihre eigene Reihe von Zimmern im kaiserlichen Palast und einige zusätzliche Tutoren. Sie hatte eine gute Beziehung zu ihren Geschwistern, wenn sie auch manchmal Streit mit ihren Brüdern hatte. Maria Theresia ermutigt ihre Kinder miteinander auszukommen. Johanna Gabriela galt als besonders liebenswert und gutmütig und war deshalb am Kaiserhof und auch in der großen kaiserlichen Familie sehr beliebt. Johanna genoss eine umfangreiche Ausbildung. Sie beinhaltete Lesen, Schreiben, Latein, Fremdsprachen, Geschichte, Geographie, Landvermessung, militärische Architektur, Mathematik, Musik, Tanzen und Gymnastik sowie Religion ab dem Alter von drei.

Zusätzlich wurde Johanna intensiv in Tanzen und Musik, den Lieblingsfächern ihrer Mutter, unterrichtet. Während ihre Brüder Musikinstrumente erlernten, bekam Johanna Gesangunterricht und hatte eine überdurchschnittliche Begabung für Malerei und Zeichnen.

Lieblingsschwester Maria Josepha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanna und Maria Josepha waren einander stark zugetan. Die Innigkeit zwischen den beiden war so eng, dass die beiden eingehakt umher liefen. Die Beziehung ging so weit das Johanna und Maria Josefa sich das Kinderzimmer, Spielzimmer und Schlafgemach teilten. Auch die Kindermädchen (wird auch als Aja bezeichnet) und später die Privatlehrer teilten sie sich. Die beiden waren nie allein anzutreffen. Beide waren talentiert im Malen und Zeichnen, sowie Singen und Tanzen.

Heiratspläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Theresia verfolgte eine gezielte Heiratspolitik für alle ihre Kinder. Sie und König Karl III. von Spanien vereinbarten, dass Maria Theresias vierte Tochter, Erzherzogin Maria Amalia, Karls Sohn, König Ferdinand III. von Sizilien und IV. von Neapel heiraten sollte. Karl wollte später die Verpflichtung nicht einhalten, da Maria Amalia fünf Jahre älter als Ferdinand war. Maria Theresia lenkte dann seine Aufmerksamkeit auf Maria Amalias Schwester Johanna, die nur ein Jahr älter als Ferdinand war, so dass schließlich die Verlobung zwischen Johanna und Ferdinand geschlossen wurde.

In der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, wüteten die Pocken im Heiligen Römischen Reich. Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, schrieb: „in ganz Wien, wurde nichts besprochen außer Pocken. Von zehn Kindern im Sterberegister, waren neun von ihnen an Pocken gestorben.“ Johannas älterer Bruder Karl Joseph starb im Jahre 1761 an Pocken. Um ein starkes Zeichen zu setzen, befahl die Kaiserin die Impfung aller ihrer übrigen Kinder.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanna Gabriela erlag am 23. Dezember 1762 den Pocken und liegt, wie viele ihrer Geschwister, in der Kaisergruft begraben. Ihr Herz wurde getrennt bestattet und befindet sich in der Herzgruft der Habsburger in der Loretokapelle der Wiener Augustinerkirche

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel Johanna Gabriele von Österreich
Ururgroßeltern

Nikolaus Franz von Vaudémont (1609–1670)
∞ 1634
Claudia von Lothringen (1612–1648)

Kaiser
Ferdinand III. (1608–1657)
∞ 1651
Eleonora von Mantua (1630–1686)

König
Ludwig XIII. (1601–1643)
∞ 1615
Anna von Österreich (1601–1666)

Kurfürst
Karl I. Ludwig (1617–1680)
∞ 1650
Charlotte von Hessen-Kassel (1627–1686)

Kaiser
Ferdinand III. (1608–1657)
∞ 1631
Maria Anna von Spanien (1606–1646)

Kurfürst
Philipp Wilhelm (1615–1690)
∞ 1653
Elisabeth Amalia von Hessen-Darmstadt (1635–1709)

Fürst
Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633–1714)
∞ 1656
Elisabeth Juliane von Holstein-Norburg (1634–1704)

Albrecht Ernst I. zu Oettingen (1642–1683)
∞ 1665
Christine Friederike von Württemberg (1644–1674)

Urgroßeltern

Herzog Karl V. Leopold (1643–1690)
∞ 1678
Eleonore von Österreich (1653–1697)

Philipp I. von Bourbon (1640–1701)
∞ 1671
Elisabeth von der Pfalz (1652–1722)

Kaiser Leopold I. (1640–1705)
∞ 1676
Eleonore Magdalene von der Pfalz (1655–1720)

Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel (1671–1735)
∞ 1690
Christine Luise von Oettingen (1671–1747)

Großeltern

Herzog Leopold Joseph von Lothringen (1679–1729)
∞ 1698
Élisabeth Charlotte de Bourbon-Orléans (1676–1744)

Kaiser Karl VI. (1685–1740)
∞ 1708
Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel (1691–1750)

Eltern

Kaiser Franz I. Stephan (1708–1765)
∞ 1736
Maria Theresia (1717–1780)

Johanna Gabriele von Österreich

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Weiss: Zur Herrschaft geboren. Kindheit und Jugend im Haus Habsburg von Kaiser Maximilian bis Kronprinz Rudolf. Tyrolia, Innsbruck 2008, ISBN 978-3-7022-2972-6.