Johannes Heisig

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Johannes Heisig – Foto von Axel Küstner (Ausschnitt) 2007
Johannes Heisig 2015 im Marburger Kunstverein

Johannes Heisig (* 23. April 1953 in Leipzig) ist ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker in der sozialkritischen Tradition des Realismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heisig stammt aus einer Künstlerfamilie. Sein Großvater Walter Heisig, sein Vater Bernhard Heisig und sein Bruder Walter Eisler waren bzw. sind ebenfalls Maler und Grafiker. Er besuchte bis zu seinem Abitur 1971 die Erweiterte Thomas-Oberschule (EOS) (heute: Thomasschule zu Leipzig). Von 1973 bis 1977 studierte er Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) und schloss mit Diplom ab. Zeitgleich arbeitete er in der Werkstatt seines Vaters mit. Von 1978 bis 1980 war er Meisterschüler bei Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). Von 1979 bis 1980 war er als Stipendiat an der F+F Schule für Kunst und experimentelle Gestaltung in Zürich.

Von 1980 bis 1991 lehrte Heisig an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, seit 1988 als Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Malerei und Grafik. Von 1989 bis 1991 war er Rektor dieser Hochschule. 1990 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Neuen Sächsischen Kunstvereins und 1992 des Fördervereins für die Europäische Werkstatt für Kunst und Kultur Hellerau e.V. Im Jahr 2000 entstand das Filmporträt „Ende der großen Belehrung“ (arte/ ZDF) als psychologisches Porträt der Vater-Sohn-Beziehung zwischen Bernhard und Johannes Heisig. Heisig übersiedelte nach Berlin. Von 2003 bis 2004 hatte er eine Professur an der TU Dortmund inne. Im Jahr 2004 war Heisig „Stadtgast“ der Stadt Eisenach. Die Ergebnisse dieses Aufenthalts wurden im Juni 2005 in der Ausstellung „Ich geh und suche mit Verlangen...“ präsentiert. Heisigs Arbeiten befinden sich in namhaften Museen.

Im Jahre 2008 schuf er den bedeutenden Werkzyklus „Es war einmal. Bilder vom Erinnern, den Erinnerungen und dem Innern“, in dem er sich mit der deutschen Teilung aus öffentlicher und privater Sicht künstlerisch auseinandersetzte. „Lange hatte er künstlerische Distanz zu der Mauer-Thematik gewahrt, bis er, angeregt von der Galeristin der Berliner galerie son, 2007 Kontakt mit der Gedenkstätte aufnahm.“[1] Die Serie wurde in einer Kooperation von Berliner Pressekonferenz, galerie son und der Gedenkstätte Berliner Mauer erstmals in einer am 13. August 2008 eröffneten Ausstellung im Abgeordnetenhaus von Berlin gezeigt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988 Galerie der Stadt Esslingen am Neckar; Galerie der Universität Dortmund
  • 1994 Kunstverein Wilhelmshaven, Kunsthalle
  • 1995 Kunst- und Kunstgewerbeverein Pforzheim, Reuchlinhaus
  • 1996 Caput mortuum, Kunstverein Aschaffenburg, Jesuitenkirche
  • 1997 Museum Kunstscheune Bergsdorf; COMPTOIR Kunstmagazin, Städtische Kunstgalerie, Sonneberg
  • 1999 Galerie Rothamel, Erfurt, Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn
  • 2000 Kulturspeicher Oldenburg
  • 2001 Kunstverein Bautzen
  • 2003 Land in Sicht, Thüringer Museum im Marstall des Stadtschlosses Eisenach
  • 2005 Ich geh und suche mit Verlangen, Präsentation der Arbeit als „Stadtgast“ Eisenach, Thüringer Museum Eisenach
  • 2006 Werkretrospektive: Städtische Galerie ADA, Meiningen und Kunststation Kleinsassen
  • 2007 Sichtverhältnisse, Kunst-Kontor Sehmsdorf, Potsdam; Kunstverein Südsauerland, Olpe
  • 2008 Es war einmal, Abgeordnetenhaus von Berlin
  • 2009 3 berliner, Deutsche Botschaft London
  • 2011 ÜBERGÄNGE, Ausstellungstriptychon in Willy-Brandt-Haus, Galerie son und SEZ, Berlin
  • 2012 Johannes Heisig - augenscheinlich, Einzelausstellung im Kunstverein Coburg, Coburg
  • 2015 Angesicht, Einzelausstellung mit Malerei und Zeichnungen Heisigs im Marburger Kunstverein

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000 Filmporträt „Ende der großen Belehrung“ arte/ ZDF
  • 2002 Film „Dorfbild mit Aposteln“ arte/ NDR
  • 2008 DVD „Es war einmal“ Ein Film von Ingo Steinbach, Musik Ulrich Gumpert, Text Jochen Berg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Gelliehäuser Altarbild von Johannes Heisig. Hrsg.: Hasso von Poser. Braun, Karlsruhe 2003, ISBN 3-7650-8295-3.
  • Ich geh und suche mit Verlangen .... Hrsg.: Stadtverwaltung Eisenach. Stadtverwaltung, Eisenach 2005, ISBN 3-00-016517-7.
  • Georg Trakl: Gedichte. In: Die graphischen Bücher. Band 34. Faber & Faber, Leipzig 2008, ISBN 978-3-86730-079-7 (Mit zehn Zeichnungen und vier Originallithografien von Johannes Heisig).
  • Blaise Pascal, Arnd Brummer (Hrsg.): Gedanken. Faber & Faber, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-023-0 (französisch: Pensées. Übersetzt von Ulrich Kunzmann).
  • Johannes Heisig. Hrsg.: Ulrike Damm. Nicolai, Berlin 1996, ISBN 3-87584-981-7 (Ausstellungskatalog erschien anlässlich der Ausstellung „Johannes Heisig – Neue Arbeiten“ in der Galerie Tammen & Busch, Berlin, 1996; IG-Metall-Galerie, Frankfurt am Main, 1996).
  • Mihyun Son (Hrsg.): Johannes Heisig „es war einmal“. galerie son, Berlin 2008 (Katalog erschien anlässlich der Ausstellung „Johannes Heisig – es war einmal“ im Abgeordnetenhaus von Berlin und zur Vorstellung der gleichnamigen Werkreihe, 2008; galerie son, Berlin, 2008).
  • Kurzbiografie zu: Heisig, Johannes. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Hermann Glaser (Autor), Johannes Heisig (Illustrator): Das Gespräch mit einer Forelle ist schon was wert. Projekte Verlag Cornelius, Halle 2012, ISBN 978-3-86237-744-2
  • Michael Hametner (Autor), Johannes Heisig (Gemälde): Übermalen – 15 Gespräche – ein Porträt des Malers Johannes Heisig. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2017, ISBN 978-3-95462-811-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite der Bundesregierung: Bilder des Erinnerns