F+F Schule für Kunst und Design

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Das Hauptgebäude der F+F an der Flurstrasse 89

Die F+F Schule für Kunst und Design ist die grösste private Kunst- und Gestaltungsschule der Schweiz.

Die Schule wird von einer durch die Stadt Zürich und den Verein F+F eingerichtete Stiftung getragen und erhält Betriebsbeiträge von Kanton und Stadt Zürich. Die F+F ist ein Non-profit-Unternehmen. Gegenwärtig besuchen über 240 Studierende die Schule und über 500 Personen absolvieren Kurse. Die F+F ist Mitglied der Swiss Design Schools.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule wurde 1971 als F+F Schule für experimentelle Gestaltung (F+F für „Form und Farbe“) von Bendicht Fivian, Peter Gygax, Peter Jenny, Hansjörg Mattmüller, Doris Stauffer und Serge Stauffer gegründet.[2] Vorausgegangen waren jahrelange Auseinandersetzungen um eine zeitgemässe Künstlerausbildung in Zürich. Die F+F sollte eine Alternative zur Kunstgewerbeschule Zürich KGSZ sein und ging aus deren Klasse F + F (Form Farbe) hervor. Somit wurde 1971 die erste Kunstausbildung der Deutschschweiz an der F+F etabliert, denn die staatlichen Kunstgewerbeschulen richteten ihre Ausbildungen nur auf die angewandten Künste aus. Neben internationalen Gästen lehrten und lehren an der F+F Ruedi Bechtler, Gerhard Johann Lischka, Walter Pfeiffer, Hermann Bohmert, Peter Trachsel, Hans-Rudolf Lutz, Norbert Klassen, Frantiček Klossner, Rolf Lyssy, Ursula Niemand, Hannes Binder, Robert A. Fischer, Luigi Archetti, Birgit Kempker, Monika Dillier, Verena Voiret, Eva Hurley, Anton Bruhin, Berndt Höppner, Rudolf Barmettler, Peter K. Frey, Heinrich Lüber, Pascal Danz, Sabian Baumann, Thomas Isler, Jeroen van Rooijen und RELAX chiarenza & hauser & co.

Zu Beginn war die Schule als Verein organisiert, seit 2006 wird sie von einer nicht-gewinnorientierten Stiftung getragen. Dem Stiftungsrat gehören und gehörten Persönlichkeiten aus Politik und Kultur an, so u. a. Giovanni Borelli, Jean-Pierre Hoby, Rudolf Schilling, Werner Kieser, Samir, Claudia Jolles, Walter Keller, Sandi Paucic, Zuzana Ponicanova, Rolf Schmid, Juri Steiner, Eva Wagner oder Markus Weiss. Derzeitiger Stiftungsratspräsident ist Rolf Staub. Stadt Zürich und Kanton Zürich entrichten Betriebsbeiträge an die Schule.[3]

Die ersten Unterrichtsräume waren an verschiedenen Standorten über die Stadt verteilt, darunter auch im Jugendzentrum Drahtschmidli, das im Mittelpunkt der politisch bewegten 1980er Jahre stand. Seit dieser Zeit nutzt die F+F auch ein Malatelier in der Roten Fabrik. Die Schule ist heute in einem funktionalen Lager- und Bürohaus in der Flurstrasse 89 in Zürich Albisrieden untergebracht. Das Gebäude wurde 1949 als fünfstöckiger Stahlbeton-Skelettbau vom Architekt Gottlieb Welti errichtet, gehört inzwischen zur Immobiliengruppe von Max Maag und beherbergte bis 2003 die Kunstsammlung der UBS. Durch einen von dem Architekten Stephan Rutz zusammen mit der Schulleitung der F+F und mit Unterstützung des Präsidialdepartements der Stadt Zürich durchgeführten Umbau wurde das Lagergebäude für die Zwecke der Kunstschule hergerichtet.[4] Die Milchbar [5] ist die öffentliche Mensa der Schule. Seit 2015 ist die Druckwerkstatt Zitropress [6] im Hauptgebäude eingemietet. Die Atelierräume der Fachklasse Grafik befinden sich an der Flurstrasse 95, sie wurden ebenfalls vom Architekt Stephan Rutz umgebaut. An der Flurstrasse 93 sind die Ateliers des Studiengangs Modedesign, die Fachklasse Fotografie sowie das Fotostudio untergebracht. Am Sihlquai 67 in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs Zürich befinden sich weitere Schulräume insbesondere für Abendkurse.

Aus- und Weiterbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule bietet staatlich anerkannte Bildungsgänge HF-Diplom (Bildende Kunst, Fotografie, Visueller Gestaltung, Film und Modedesign) und mit Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (Fachklasse Grafik) an. Die Matur (Abitur) ist keine Bedingung für die Aufnahme, die F+F stellt damit eine Alternative zur Ausbildung an den Schweizer Hochschulen dar. Die HF-Studiengänge schliessen mit einem Diplom der Höheren Fachschule ab. Die schulische Grundausbildungen ‚Fachklasse Grafik‘ bereitet auf das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Grafiker_in vor und die ‚Fachklasse Grafik‘ auf das EFZ als Fotograf_in; während beiden Ausbildungsgängen kann gleichzeitig die gestalterische Berufsmatur erworben werden. Es wird auch ein gestalterischer Vorkurs angeboten, der als einjährige Vollzeitausbildung oder berufsbegleitend absolviert werden kann. Die öffentliche Weiterbildung der F+F bietet Abend- und Wochenendkurse in Gestaltung und Kunst, sowie Jugendkurse für 11 bis 16-Jährige.

An der F+F unterrichten jedes Jahr etwa 150 Dozierende, aus den Bereichen Kunst, Gestaltung, Fotografie, Film, Film, Mode und Kulturwissenschaft. Wichtig für die Ausbildung sind und waren die regelmässig eingeladenen internationalen Gäste für Vorträge, Seminare und Workshops u. a. Marina Abramovic, Jean Baudrillard, James Lee Byars, Chérif und Silvie Défraoui, VALIE EXPORT, Dan Graham, Jörg Immendorff, Jürgen Klauke, Vollrad Kutscher, Urs Lüthi, Morgan O'Hara, Franz Erhard Walther, Wolfgang Weingart, Oswald Wiener, Stephen Willats und viele mehr. Die bisherigen Rektoren der F+F sind Hansjörg Mattmüller (1971–2000), Sandi Paucic (2000–2011), Andreas Vogel (2011–2015) und Christoph Lang (seit 2015). Die F+F ist Mitglied der Direktorenkonferenz der Schulen für Gestaltung Schweiz, Swiss Design Schools [7], der Schweizer Konferenz der Höheren Fachschulen [8] und nimmt am Swiss-European Mobility Programme[9] (vormals Erasmus) teil. Die Schule verfügt über das eduQua-Zertifikat.

Alumni[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Alumni gehören der Musiker Stephan Eicher, die Musikerin und Künstlerin Klaudia Schifferle, die Performerin Muda Mathis, die Künstler Peter Trachsel, Christian Rothacher, Christian Philipp Müller, H.R. Fricker, Frantiček Klossner, Costa Vece, Peter Spillmann, Matthias Rüegg, René Fahrni, Dijan Kahrimanovic, Gregory Hari, die Künstlerinnen Christine Hunold, Victorine Müller, Bessie Nager, Liliane Csuka, der Grafiker und Fotograf Walter Pfeiffer, der Comiczeichner Andrea Caprez, der Klubkurator Philipp Meier, die Künstlergruppen Biefer/Zgraggen und Mickry3 sowie die Snowboardweltmeisterin Elena Könz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansjörg Mattmüller (Hrsg.): F+F Zürich / Das offene Kunststudium, Benteli, 1991, ISBN 3-7165-0809-8.
  • Hansjörg Mattmüller: Genie gibt's: die siebziger Jahre an der F & F Schule für Experimentelle Gestaltung, Betzel, 1981, ISBN 3-921818-90-7.
  • Hans-Rudolf Lutz, Hansjörg Mattmüller, Serge Stauffer: Experiment F + F, 1965–1970: denn mit der Schaffung der Klasse F + F (Form Farbe) hatte sich die Zürcher Kunstgewerbeschule ein Kuckucksei ins sonst wohlreglementierte Nest gelegt. Lutz, 1970.
  • Serge Stauffer: Kunst als Forschung. Essays, Gespräche, Übersetzungen, Studien. Hg. Helmhaus Zürich, Konzept und Redaktion: Michael Hiltbrunner. Zürich: Scheidegger & Spiess, 2013. ISBN 978-3-85881-377-0. Info
  • Simone Koller, Mara Züst (Hrsg.): Doris Stauffer. Eine Monografie. Fotografin, Musikerin, Mannequin, Babyschwester, Erzieherin, Verkäuferin, Hausfrau, Hausfrau, Hausfrau, Hausfrau, Hausfrau – Demonstrantin! Scheidegger & Spiess, Zürich 2015, ISBN 978-3-85881-445-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.swissdesignschools.ch/
  2. Vgl. [Serge Stauffer]: Autobiographie. In: Marcel Duchamp: Interviews und Statements. Gesammelt, übersetzt und annotiert von Serge Stauffer, hrsg. von Ulrike Gauss. Stuttgart: Graphische Sammlung Staatsgalerie Stuttgart, 1992. S. 243f, hier S. 244.
  3. [1] vgl. F+F-Homepage
  4. Roderick Hönig, Viel Raum, wenig Details auf nextroom architektur datenbank
  5. http://www.milchbar-ff.ch
  6. http://www.zitropress.ch/
  7. http://www.swissdesignschools.ch/
  8. http://www.k-hf.ch/
  9. https://www.movetia.ch