Johannes Orth (Pathologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Johannes Orth (Mediziner))
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Johannes Orth

Johannes Orth (* 14. Januar 1847 in Wallmerod; † 13. Januar 1923 in Berlin) war ein deutscher Pathologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orth studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Medizin. 1866 wurde er Mitglied der Burschenschaft Frankonia Heidelberg.[1] Nach dem Staatsexamen wurde er 1870 in Bonn zum Dr. med. promoviert.[2] Da er eine Karriere in der Pathologie anstrebte, ging er 1872 als Assistent zu Rudolf Virchow in Berlin. 1878 wurde als Professor an die Georg-August-Universität Göttingen berufen. Dort blieb er, bis er 1902 wieder zurück nach Berlin gerufen wurde, um Virchows Nachfolge anzutreten. 1884 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.

Johannes Orth war verheiratet mit Charlotte Orth geb. von Ibell (1854–1911). Das Ehepaar Orth hatte keine leiblichen Kinder und adoptierte Emma Minna Grantke (1888–1971) und Ralf (nähere Angaben unbekannt). Emma Minna Orth heiratete 1909 Heinrich Löhe.

Johannes Orth starb 1923 einen Tag vor seinem 76. Geburtstag an einer Entzündung der Gallenwege (Cholangitis), nachdem er schon mehrfach Gelbsuchtanfälle aufgrund von Gallensteinen erlitten hatte. Auf dem Friedhof Grunewald findet sich noch heute sein Grab. Es war von 1987 bis 2009 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabstätte

Schon bei Virchow veröffentlichte Orth die Beschreibung einer ausgeprägten Gelbfärbung des Gehirns mit Betonung der Basalganglien bei einem Neugeborenen. Mit den Symptomen einer Neugeborenengelbsucht war es ohne erkennbare Ursachen verstorben. Dies gilt als die erste Beschreibung einer Bilirubinenzephalopathie, wenn auch der Begriff erst später durch Georg Schmorl geprägt wurde. Später befasste Orth sich vor allem mit Infektionen und der Tuberkulose. Er veröffentlichte weitverbreitete Lehrbücher und hatte den Ruf eines ausgezeichneten Hochschullehrers.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Lufft: Die pathologische Anatomie in Göttingen unter Johannes Orth (1878-1902). Diss. Univ. Göttingen 1938.
  • Th. W. R. Hansen: Pioneers in the scientific study of neonatal jaundice and Kernicterus. Pediatrics 106 (2000), S. 15 ISSN 0031-4005
  • Katja Klaus: Johannes Orth und sein Beitrag für die Pathologie. Diss. Charité 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verzeichnis der Alten Herren der Deutschen Burschenschaft. Überlingen am Bodensee 1920, S. 127
  2. Dissertation: Untersuchungen über Lymphdrüsen-Entwicklung.