John John Florence

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
John John Florence (2013)

John "John John" Alexander Florence (* 18. Oktober 1992 in Honolulu, Hawaii) ist ein US-amerikanischer Profisurfer und 2-facher Weltmeister der World Surf League.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John John Florence, der älteste von drei Brüdern, wuchs an der North Shore auf O'ahu, Hawaii auf, in unmittelbarer Nähe zum berühmten Surfspot Banzai Pipeline. Nachbarn waren die Profisurfer Kelly Slater und Andy Irons und der Surfer und Popmusiker Jack Johnson[1].

Er wurde nach dem Sohn des einstigen Präsidenten der USA, John F. Kennedy, Jr., benannt, dessen Spitzname zur Amtszeit seines Vaters in den Medien John-John war. Sein damals alkoholkranker Vater verließ die Familie und Hawaii, als seine Söhne noch sehr jung waren.[2]

Im Alter von 6 Monaten ritt er zum ersten Mal ein Surfboard mit der Hilfe seiner Mutter Alexandra. Mit fünf Jahren stand er das erste Mal alleine auf dem Surfbrett. Erste Aufmerksamkeit in der Surfszene erlange John John durch das Surfen der gefährlichen Pipeline im Alter von 8 Jahren.

In seinen Jugendjahren bestritt er landesweite Wettkämpfen und erhielt Auszeichnungen. Im Winter des Jahres 2005 nahm er mit 13 Jahren am prestigeträchtigen Vans Triple-Crown-of-Surfing-Wettbewerb auf Hawaii teil, wodurch er der jüngste Teilnehmer in der Geschichte des Wettbewerbs wurde.[3]

2011 nahm er das erste Mal an der ASP-World Tour teil, der Surf-Weltmeisterschaft. Im selben Jahr gewann er als jüngster Surfer aller Zeiten den Vans Triple Crown of Surfing-Wettbewerb[4]. Diesen Erfolg konnte er 2013[5] wiederholen.

Im Jahr 2012 konnte er seinen ersten Erfolg auf der World Tour bei den Rio Pro verzeichnen und beendete das Jahr als 4. in der Gesamtwertung. Das Jahr 2013 beendete er ohne Siege mit einer Verletzungspause als Zehnter, 2014 mit einem Sieg als Gesamt-Dritter und das Jahr 2015 mit einer erneuten Verletzungspause, ohne Sieg, als 14. in der Gesamtwertung.

Am 25. Februar 2016 gewann John John Florence den The Eddie Big Wave Invitational, der zum Gedenken an Eddie Aikau, ausgetragen wird[6]. Die Teilnehmer reiten Wellen, die eine Höhe von bis zu 12 Meter und mehr erreichen. Da es hierfür selten die benötigten Bedingungen gibt, fand der Contest seit 1984 erst 9 Mal statt. Ebenfalls 2016 gewann Florence den Rio Pro und mit einem Sieg in Peniche bei den MEO Rip Curl Pro konnte er vorzeitig seinen ersten Weltmeistertitel feiern.[7]

Mit nur einem Sieg (bei den Drug Aware Margaret River Pro in Australien), aber sonst konstant guten Ergebnissen, gelang John John Florence erfolgreich die Titelverteidigung und erhielt so seinen zweiten Weltmeistertitel.[8]

Die Saison 2018 startete sehr durchwachsen, es gelangen keine Top-Platzierungen. Nach dem 5. Bewerb war die Saison für Florence aufgrund einer Knieverletzung (Teilriss des Kreuzbandes) vorbei.[9] Er entschied sich gegen eine Operation.

Das Jahr 2019 begann für Florence mit 2 Siegen und einem 3. Platz in 4 Bewerben erfolgreich und lag damit mit großem Vorsprung auf dem ersten Rang der Gesamtwertung. Im 5. Contest schied er, nach einem erneuten Kreuzbandriss am bereits früher verletzten Knie, im Viertelfinale aus. Dieses Mal unterzog er sich einer Operation. Nach einer unerwartet frühen Rückkehr auf die Tour beim letzten Wettbewerb auf Hawaii gelang John John Florence noch die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Japan.

John John Florence ist seit 2020 mit dem australischen Model Lauryn Florence (geb. Cribb) verheiratet[10] und lebt an der North Shore von O'ahu, Hawaii.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John John Florence gilt als vielseitigste Surfer der World-Tour. Ihm gelingen spektakuläre Airs (Tricks in der Luft), kraftvolle Turns, perfektionierte das Tube Riding und meistert Riesenwellen wie die beim „The Eddie“ in der Waimea Bea.

Der Surffilm View from a Blue Moon[11] aus dem Jahr 2015 begleitet John John Florence und seine engsten Freunde auf dem Weg von seinem Zuhause an der Nordküste von O'ahu zu Surfstätten durch die ganze Welt. Der Film gilt in der Szene als die beste, aber auch teuerste, Produktion in der Geschichte des Sports.[12][13]

Im Jahr 2016 produzierte Florence in Zusammenarbeit mit seinem damaligen Sponsor Hurley die halbbiografische Serie Twelve,[14] die ihn über ein gesamtes Jahr auf dem Weg zu seinem ersten Weltmeistertitel begleitet.

Als passionierter Segler nahm er 2019 an der Sydney-Hobart-Regatta[15] teil.

Seine beiden Brüder, Nathan (* 1994) und Ivan (* 1996), sind ebenfalls gesponserte Surfer. Nathan surft seit 2018 auf Big Wave World Tour und gelegentlich kleinere Wettbewerbe der WSL Qualifying Series.[16]

Florence surfte 15 Jahre mit O'Neill als Hauptsponsor, bis er Anfang 2013 zu Hurley[17] (damals zu Nike gehörig) wechselte. Im Januar 2020 wurde der Vertrag mit Hurley beendet.[18]

John Florence verzichtete in weiterer Folge auf einen neuen Hauptsponsorendeal um gemeinsam mit Bob Hurley die Bekleidungslinie "Florence Marine X" zu starten.[19]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wellenreiter John Florence: Dem König fehlt nur noch die Krone. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. April 2020]).
  2. Nora Gantenbrink: Die Könige der Wellen. stern.de, abgerufen am 12. April 2020.
  3. Sebastian Eder: Dem König fehlt nur noch die Krone. In: FAZ. Abgerufen am 10. April 2020.
  4. John John Florence gewinnt VANS World Cup of Surfing 2011. Suerfersmag.de, 3. Dezember 2011, abgerufen am 21. April 2020.
  5. John John Florence Claims Vans Triple Crown. The Inertia, abgerufen am 21. April 2020 (englisch).
  6. Chris Mauro: John John Florence Takes The Eddie. In: WSL. Abgerufen am 10. April 2020 (englisch).
  7. Sebastian Eder: Der König der Wellen. In: FAZ. Abgerufen am 10. April 2020.
  8. John John Florence Repeats as World Champion. WSL.
  9. John John Florence Officially Withdraws from Uluwatu CT. WSL.
  10. Surfing's Two Biggest Stars Have Recently Changed Their Relationship Statuses. Stab Mag, abgerufen am 28. April 2020 (englisch).
  11. View from a Blue Moon - Trailer. Youtube.
  12. ELLIOT STRUCK: John Florence's View From A Blue Moon Is The Best Surf Film Ever Made. In: StabMag. Abgerufen am 10. April 2020 (englisch).
  13. Dashel Pierson: 7 Thoughts on View from a Blue Moon: The “World’s Greatest Surf Film”. the Inertia, abgerufen am 10. April 2020 (englisch).
  14. Twelve. Youtube.
  15. Florence excited about Sydney Hobart race. SBS News.
  16. Nathan Florence. In: WSL. Abgerufen am 10. April 2020 (englisch).
  17. Hurley signs surf phenom John John Florence. Nike, abgerufen am 21. April 2020 (englisch).
  18. JJF Parts Ways With Hurley. WSL.
  19. Florence Marine X: John John gründet eigene Surfmarke. Abgerufen am 24. November 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]