John Michell

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Torsionswaage im
Cavendish-Experiment
Simulation: Eine Galaxie zieht hinter einem Schwarzen Loch vorbei. Die Ablenkung des Lichts und die eigene Dunkelheit des „Sterns“ hat auch Michell erwartet.
Animation eines bedeckungsveränderlichen Doppelsterns mit resultierender Lichtkurve

John Michell (* 25. Dezember 1724; † 29. April 1793 in Thornhill, Yorkshire) war ein englischer Naturphilosoph und Geologe.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michell wurde 1762 Woodwardian Professor of Geology am Queens' College der Universität Cambridge. 1760 wurde er zum Mitglied der Royal Society of London ernannt.

Michell konstruierte erstmals eine Torsionswaage zur Messung der Gravitationskraft, führte jedoch die entsprechenden Untersuchungen nicht durch. Sein Gerät wurde jedoch nach seinem Tode von Henry Cavendish 1797 erfolgreich zur Bestimmung der Gravitationskonstante verwendet. Cavendish weist in seinem Bericht an die Royal Society ausdrücklich auf die Verdienste Michells hin.

Michell gilt auch als Mitbegründer der Seismologie. 1760 führte er Erdbeben auf Wellenbewegungen in der Erde zurück. Er vermutete einen Zusammenhang zwischen Erdbeben und Vulkanismus.

Aufgrund der damals vorherrschenden Korpuskeltheorie des Lichts vermutete er 1783 den entsprechenden Einfluss der Gravitation auf das Licht und auch die Existenz von „Dunklen Sternen“, ähnlich den Schwarzen Löchern.

Ebenfalls 1783 wurde erstmals die Erklärung mit zwei unterschiedlichen Sternen für den bedeckungsveränderlichen Algol in einem Brief von Michell an Cavendish beschrieben.[1]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Observations on the Same Comet. In a Letter to Mr. James Short, F. R. S. In: Philosophical Transactions of the Royal Society. Vol. 51, 1759/1760, S. 466–467, doi:10.1098/rstl.1759.0044.
  • A Recommendation of Hadley's Quadrant for Surveying, Especially the Surveying of Harbours, Together with a Particular Application of It in Some Cases of Pilotage. In: Philosophical Transactions of the Royal Society. Vol. 55, 1765, S. 70–78, doi:10.1098/rstl.1765.0010.
  • Proposal of a Method for Measuring Degrees of Longitude upon Parallels of the Æquator. In: Philosophical Transactions of the Royal Society. Vol. 56, 1766, S. 119–125, doi:10.1098/rstl.1766.0016.
  • An Inquiry into the Probable Parallax, and Magnitude of the Fixed Stars, from the Quantity of Light Which They Afford us, and the Particular Circumstances of Their Situation. In: Philosophical Transactions of the Royal Society. Vol. 57, 1767, S. 234–264, doi:10.1098/rstl.1767.0028.
  • On the Means of Discovering the Distance, Magnitude, &c. of the Fixed Stars, in Consequence of the Diminution of the Velocity of Their Light, in Case Such a Diminution Should be Found to Take Place in any of Them, and Such Other Data Should be Procured from Observations, as Would be Farther Necessary for That Purpose. In a Letter to Henry Cavendish, Esq. F. R. S. and A. S. In: Philosophical Transactions of the Royal Society. Vol. 74, 1784, S. 35–57, doi:10.1098/rstl.1784.0008.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Russell McCormmach: Weighing the World: The Reverend John Michell of Thornhill. Verlag Springer Science & Business Media, 2011, S. 360 Mitte