John Roberts

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Verweise zu weiteren Personen dieses Namens finden sich unter John Roberts (Begriffsklärung)
John Roberts

John Glover Roberts, Jr. (* 27. Januar 1955 in Buffalo, New York) ist ein US-amerikanischer Jurist und seit dem 29. September 2005 Chief Justice of the United States.

Leben[Bearbeiten]

John Roberts wurde als zweitältestes Kind von John G. Roberts, Sr. und seiner Ehefrau Rosemary (geborene Podrasky) in Buffalo geboren und hat drei Schwestern. Sein Vater war Direktor in der Bethlehem Steel Corporation, wo er seit 1951 arbeitete. Als er die zweite Klasse besuchte, zog die Familie nach Long Beach (Indiana), einem Vorort von Chicago am Michigansee.

1973 schloss er die La Lumiere School in LaPorte ab, ein katholisches Jungeninternat. Dort lernte er unter anderem sechs Jahre Latein und Französisch. Roberts war Co-Kapitän des Football-Teams und beschrieb sich selbst als „langsamer Linebacker“ (slow-footed linebacker). Ebenso war er Ringer, Mitherausgeber der Schülerzeitung, Mitglied des Sportbeirates und Vorstandsmitglied des Schülerrates. Darüber hinaus sang er im Chor und spielte im Theater.

Nach dem Highschool-Abschluss studierte Roberts zwei Jahre an der Sacred Heart University in Fairfield, Connecticut und wechselte anschließend an das Harvard College. Dort erhielt er seinen Bachelor of Arts in Geschichte mit summa cum laude. Anschließend besuchte er die Harvard Law School, wo er 1979 mit magna cum laude abschloss.

John Roberts ist seit 1996 mit der Rechtsanwältin Jane Marie Sullivan verheiratet und hat zwei Kinder.

2005 gab Roberts gemäß Veröffentlichungs- und Berichtspflichten für öffentliche Amtsträger an, ein Jahreseinkommen von 1.044.399 USD zu beziehen, neben umfangreicher Investments in Aktien pharmazeutischer und technischer Werte sowie einer 1/8 Beteiligung an einem Landhaus in Irland und dem Erbbesitz seiner Ehefrau in Grundstücken von weniger als 15.000 USD.

Karriere[Bearbeiten]

Der dienstälteste Richter am Obersten Gerichtshof, John Paul Stevens, nimmt John Roberts im Weißen Haus den Amtseid ab. US-Präsident George W. Bush schaut zu. (2005)

Nach seinem Abschluss wurde Roberts Justizangestellter von Henry Friendly am Bundes-Appellationsgericht für den zweiten Gerichtskreis und blieb dort ein Jahr. Von 1980 bis 1981 war er unter William H. Rehnquist Angestellter im Supreme Court und von 1981 bis 1982 war er Assistent des Justizministers William French Smith (Reagan-Regierung).

Danach wurde er Assistent des Rechtsberaters des Präsidenten unter Fred F. Fielding und blieb dies bis 1986. Anschließend wurde er angestellter Rechtsanwalt der Kanzlei Hogan & Hartson in Washington. Er verließ sie 1989, um wieder ins Justizministerium als stellvertretender Generalstaatsanwalt für Prozessvertretung zu wechseln. Als solcher war er in 39 Fällen vor dem Supreme Court und konnte 25 davon gewinnen. Während der Monopolklage gegen Microsoft vertrat er 19 US-Bundesstaaten.

1992 wurde er von Präsident George Bush für das Berufungsgericht des District of Columbia nominiert, allerdings kam es zu keiner Abstimmung darüber im Senat, da der Präsident die Wahl verlor. Roberts kehrte zu Hogan & Hartson zurück und wurde Chef für Berufungsverfahren.

2001 wurde er von Präsident George W. Bush als Richter für das Berufungsgericht des District of Columbia nominiert; der Rechtsausschuss des Senats lehnte ihn aber ab. 2003 wurde er wieder, als Nachfolger von James L. Buckley, nominiert. Seine Berufung wurde vom Rechtsausschuss und Plenum des Senats bestätigt. Am 2. Juni 2003 trat er seinen Posten an. Von 2003 bis 2005 war er Richter am Bundes-Appellationsgericht für den District of Columbia.

Am 19. Juli 2005 wurde er von Bush als Nachfolger von Sandra Day O’Connor am Supreme Court nominiert. Roberts gilt laut Time Magazine als „Mainstream Conservative“ und so drehte sich die Debatte um die politische Grundhaltung von Roberts und daraus resultierende zukünftige Entscheidungen des Supreme Courts sowie die möglichen Auswirkungen auf das öffentliche Leben in den USA.

Am 5. September 2005 änderte der Präsident die Nominierung. Roberts sollte als Oberster Richter den verstorbenen William H. Rehnquist ersetzen. Der Senat bestätigte seine Nominierung am 29. September 2005 und er wurde darauf im Weißen Haus vereidigt. Roberts nahm Präsident Barack Obama, der als Senator 2005 gegen ihn gestimmt hatte[1], am 20. Januar 2009 den Amtseid ab, las den kurzen Text aber falsch vor.[1][2]

Obwohl Roberts als klassischer Konservativer[3] gilt, votierte er als einziger der konservativen Richter für die Verfassungsmäßigkeit der umstrittenen Gesundheitsreform Barack Obamas. Damit gab sein Votum zusammen mit den 4 Stimmen der linksliberalen Richter den Ausschlag in der knappen 5:4-Entscheidung des Supreme Courts.[4]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Roberts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Associated Press: Chief Justice and Obama seal deal, with a stumble
  2. AFP: Chief justice leads Obama to stumble presidential oath, 21. Januar 2009
  3. Friedemann Diederichs: Der Mann, der Obama rettete. In: Münchner Merkur vom 30. Juni 2012, S. 4.
  4. Marc Pitzke: Richter retten Obamas Prestigeprojekt. In: Spiegel Online vom 28. Juni 2012.