Johnny Ringo

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Die einzige bekannte Fotografie von Johnny Ringo

John Peters „Johnny“ Ringo (* 3. Mai 1850 in Greens Fork, Wayne County, Indiana;[1]13. Juli 1882 im Turkey Creek Canyon, Arizona) war ein US-amerikanischer Revolverheld. Er gilt als einer der großen Revolverhelden des amerikanischen Westens. Es ist nur wenig über ihn bekannt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

New Amsterdam (New York) (Landstrich Belgica – Nova Belgica)

John Peters Ringo war der erste Sohn von Martin Ringo[2] und Mary Peters.[3] Er hatte noch einen Bruder Martin Albert, sowie drei Schwestern: Fanny Fern, Mary Enna und Mattie Bell.[4] Die Vorfahren der Ringos waren holländische Einwanderer und kamen aus Zeeland (Niederlande) 1657[5] nach Amerika.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 1854 verließ die Familie ihre Heimat und ging nach Gallatin, Missouri. Dort besuchte er das William and Jewell College in Liberty. Am 18. Mai 1864[6] schloss sich die Familie mit zwei Planwagen[7] einem Treck an. Der Treck bestand anfangs aus insgesamt 70 Planwagen und das Ziel der Reise war Kalifornien. Sie wollten zu ihrer Tante Augusta, welche dort bereits in San José lebte. Auf dieser Reise erschoss sich am 30. Juli 1864 der Vater versehentlich mit seiner Schrotflinte in der Gegend von Wyoming.[8] Für Johnny war dies eine traumatische Erfahrung. Sie begruben ihren Vater an Ort und Stelle und mussten die Reise fortsetzen. An einem Samstag, dem 8. Oktober 1864, kamen sie bei ihrem Cousin Charley Peters in Austin (Nevada) an.[9] Augusta Ringo war die Frau des Colonel Coleman Younger. Dieser war ein Onkel von Cole Younger, der zusammen mit seinen Brüdern und Jesse und Frank James die berüchtigte James-Younger-Gang bildete. Ringo, der angeblich an den texanischen Weidekriegen teilgenommen haben soll, war 1877 mit Bill Taylor, John Wesley Hardin und Mannen Clements, alten Kämpfern aus den Zeiten der Sutton-Taylor-Fehde, in Austin inhaftiert. Anschließend zog Ringo über Shakespeare, New Mexico nach Tombstone, das seinerzeit gerade seine Blüte erlebte.

Ringo war ein gebildeter Mann, der aus dem Stegreif Shakespeare zitieren konnte, andererseits aber eine gefährliche Neigung zum Alkohol hatte. Er war ein Gefolgsmann der Clantons und McLaurys und war nachweislich an etwa fünf Schießereien beteiligt. In Tombstone betätigte er sich zwar eine Zeitlang als Viehdieb, wurde aber von Sheriff John Behan zum Deputy ernannt.

Schießereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezember 1879, Safford, Arizona: Ringo, der sich in einem Saloon in Safford betrank, wollte einem gewissen Louis Hancock ein Glas aufnötigen. Als dieser ablehnte, zog Ringo beleidigt seinen Revolver, schlug ihn Hancock über den Schädel und fügte ihm eine schwere Halsverletzung zu.
  • 28. Dezember 1881, Tombstone, Arizona: Gegen Mitternacht wurde Virgil Earp, der kurz zuvor den Oriental Saloon verlassen hatte, durch Schrotschüsse aus dem Hinterhalt schwer an Arm und Seite verletzt. Zuvor hatte man gesehen, wie Ringo und andere Feinde der Earps mit Flinten bewehrt durch die Stadt gezogen waren, weshalb man allgemein annahm, dass Virgil Earp von diesen Männern niedergeschossen worden war.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkplatte, „Grabstein“ und Grab von Ringo.

Nach einer zweiwöchigen Zechtour mit Buckskin Frank Leslie wurde Ringo am 14. Juli 1882 im Turkey Creek Canyon tot aufgefunden. Da er an einem Kopfschuss gestorben war, ging man offiziell davon aus, dass er Suizid begangen habe. Aber Ringo war zudem skalpiert worden, und weder seine Flinte noch seine beiden Revolver waren abgefeuert worden. Billy Claiborne meinte schließlich, dass Leslie Ringo getötet habe. Doch Pony Deal, Ringos Freund und Spielerkollege, war davon überzeugt, dass Johnny O’Rourke, ein anderer Spieler, für die Tat verantwortlich sei. Pony Deal spürte O’Rourke auf und erschoss ihn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ray Hogan: Johnny Ringo. 1973, ISBN 3-404-00157-5.
  • Geoff Aggeler: Confessions of Johnny Ringo. E P Dutton, 1987, ISBN 0-525-24519-7.
  • Steve Gatto: Ringo -the King of the Cowboys-. San Simon Publishing Company, Tucson, AZ USA, 1995.
  • David Johnson: Ringo - King of the Cowboys-. Univ. of North Texas Pr., 2008 ISBN 1-57441-243-4.
  • Jack Burrows: John Ringo: The Gunfighter Who Never Was. Univ. of Arizona Press, (Reprint 1996) ISBN 0-8165-1648-0.
  • Romain Wilhelmsen: Buckskin and Satin. Sunstone Press 2000, ISBN 0-86534-307-1 auch ISBN 0-86534-279-2.
  • Michael M. Hickey, Ben T. Traywick, Paul R. Taylor: John Ringo: The Final Hours. Talei Publishers, 2001, ISBN 0-9631772-4-9.
  • Steve Gatto: Johnny Ringo. Protar House, Lansing 2002, ISBN 0-9720910-1-7.
  • Ray Hogan: The Life and Death of Johnny Ringo. Center Point, 2003, ISBN 1-58547-245-X.

Verfilmungen seines Lebens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle, anderen Quellen nach ist Washington (Indiana) der Geburtsort.
  2. * 1. Oktober 1819 in Montgomery Co., KY. “(Martin’s birth date was obtained from his Mexican War record.) † 30 Juli 1864 in Deer Creek, WY.
    Note: Martin Ringo was a Kentuckian who had served during the Mexican War as a mounted Infantryman at Ft. Leavenworth, Ks. Discharged June 21, 1847, he settled down as a farmer near Weston, Mo. Moved his family to Calif. in 1864. Accidently killed himself with his own shotgun on the trail. He was buried where he died & the family continued on to Calif.
  3. Mary wurde am 13. November 1826 in Missouri geboren. Sie war eine Tochter von John R. Peters und Frances A. Simms. Mary starb am 16. Juli 1876 in Kalifornien mit 49 Jahre. Die Hochzeit war am 5. September 1848 in Clay County, Missouri – The journal of Mrs. Mary Ringo; a diary of her trip across the Great Plains in 1864, Bild von Mary Peters Ringo (1826–1876).
  4. Martin Albert (* 28. Januar 1854; † 29. August 1873), Fanny Fern (* 20. Juli 1857; † 13. Mai 1932), Mary Enna (* 2. Mai 1860; † 27. Juni 1941) und Mattie Bell (* 28. April 1862; † 20. Mai 1942) Genforum 106 und Genforum 140
  5. Rootsweb Einwanderungsliste 1657
  6. The Ringo family left Liberty, Missouri on May 18, 1864 on their trek to California
  7. Zwei lange Planwagen: einer wurde von Ochsen und der andere von Mulis gezogen. (The journal of Mrs. Mary Ringo; a diary of her trip across the Great Plains in 1864, Foreword, Image 13)
  8. In a letter dated August 1, 1864, written by a fellow traveler, William Davenport, to the Tribune in Liberty, Missouri: “Just after daylight on the morning of the 30th ult. Mr. Ringo stepped on top of the wagon, as I suppose, for the purpose of looking around to see if Indians were in sight, and his shot gun went off accidentally in his own hands, the load entering his right eye and coming out the top of his head. At the report of his gun I saw his hat blown up twenty feet in the air, and his brains were scattered in all directions.”; Aus dem Buch: COVERED WAGON WOMEN; Diaries & Letters from the Western Trails, 1862–1865. Edited and Compiled by: Kenneth L. Holmes, (Volume 8 of 11), ISBN 0-8032-7297-9. (“The location is reported to be two miles west of Glenrock, Wyoming, 150 feet north of the old U.S. Highway 26/87.”)
  9. Austin (Nevada) Tagebuch Seite 36, Image 52
  10. Filmtitel-Liste bei Locatetv.com (Memento des Originals vom 15. Juli 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.locatetv.com