Joint Security Area (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelJoint Security Area
Originaltitel공동경비구역JSA (Gongdong gyeongbi guyeok JSA)
ProduktionslandSüdkorea
OriginalspracheKoreanisch
Englisch
Deutsch
Erscheinungsjahr2000
Länge110 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegiePark Chan-wook
DrehbuchJeong Seong-san,
Kim Hyeon-seok,
Lee Mu-yeong,
Park Chan-wook,
Park Sang-yeon (Roman)
ProduktionLee Eun Soo
MusikBang Jun-seok, Jo Yeong-wook
KameraSung-bok
SchnittKim Sang-beom
Besetzung

Joint Security Area, Originaltitel Gongdong gyeongbi guyeok JSA (공동경비구역JSA), ist ein im Militärbereich spielender südkoreanischer Thriller aus dem Jahre 2000. Vor dem Hintergrund der konfliktbeladenen Beziehung der beiden koreanischen Staaten kommt es zu kriminalistischen Verwicklungen in der Joint Security Area. Bei deren Aufklärung wird eine ungewöhnliche Freundschaft aufgedeckt.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film gliedert sich in 3 Abschnitte, die mit Joint, Security und Area übertitelt werden. Der erste und der letzte Abschnitt bilden mit den Ermittlungen der Schweizer Soldatin Sophie E. Jean (Lee Yeong-ae) eine Art Rahmenhandlung für die Haupthandlung des mittleren Abschnittes. Die Ereignisse werden nicht chronologisch erzählt (der mittlere Abschnitt ist eine Rückblende) und ihre Zusammenhänge erst nach und nach im Verlauf des Films ersichtlich. Während der erste Teil eine Art Vorgeschichte darstellt, in der Ort, Umstände und beteiligte Personen vorgestellt werden, beinhaltet der dritte und letzte Teil die kriminalistische Auflösung aller Verwicklungen der Geschehnisse. Der Mittelteil weist einige humoristische Elemente auf, während Anfang und Ende des Films eher dem Thriller-Genre zuzurechnen sind. Die Schlüsselszene des Films (Entdeckung und Schusswechsel, welche das Scheitern der Freundschaft bedeuten, siehe unten) kehrt in mehreren Sequenzen wieder.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „gemeinsame Sicherheitszone“ Joint Security Area ist ein Teil der demilitarisierten Zone (DMZ), die entlang der Grenze zwischen Nord- und Südkorea verlaufend die koreanische Halbinsel in etwa am 38. Breitengrad durchtrennt. Dieser Teil der DMZ steht unter Aufsicht der NNSC (Aufsichtsbehörde der neutralen Nationen, welche sich aus der Schweiz und Schweden zusammensetzt).

Hier kommt es eines Tages zu einem Zwischenfall. Zwei nordkoreanische Grenzposten werden erschossen aufgefunden, als mutmaßlicher Täter verdächtigt wird ein Soldat der Gegenseite. Um eine diplomatische Krise zu vermeiden, entsendet die Aufsichtsbehörde der neutralen Nationen zur Ermittlung in diesem Fall die Angehörige der Schweizer Armee Sophie E. Jean, Tochter einer Schweizerin und eines Koreaners.

Nach und nach deckt sie die wirklichen Zusammenhänge auf. In der zwischengeschalteten Rückblende wird schließlich die Geschichte einer geheimen, eigentlich unmöglichen und deshalb zum Scheitern verurteilten Freundschaft zwischen den südkoreanischen Soldaten Lee Soo-yeok (Lee Byung-hun) und seinem Kumpan Nam (Kim Tae-woo), sowie den beiden nordkoreanischen Soldaten Oh (Song Kang-ho) und Jeong (Shin Ha-kyun) erzählt. Von dem Moment, an dem Oh und Jeong dem Südkoreaner Lee Soo-yeok das Leben retten, über die heimlichen Treffen der vier Freunde, bis zum tragischen Ausgang ihrer Freundschaft. Als die vier Freunde bei einem nächtlichen Treffen auf nordkoreanischer Seite, welches den Geburtstag von Jeong zum Anlass hat, von einem nordkoreanischen Offizier überrascht werden, kommt es zu einem Schusswechsel. Jeong und der Offizier sterben. Lee und Nam können sich über die nahe Grenze retten, während Oh die Spuren verwischt.

Im letzten Abschnitt des Films kann Sophie E. Jean die Ereignisse zwar aufklären, beschließt aber Stillschweigen darüber zu wahren, da ihr aufgrund der eigenen Familiengeschichte das Mandat entzogen wird. Der Film endet mit dem Selbstmord Lee Soo-yeoks, der sich durch einen Kopfschuss das Leben nimmt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films urteilte, der Film sei „eine hervorragend inszenierte, unaufdringlich humanistische Parabel, die die Handlung ebenso konsequent wie beiläufig entwickelt.“[1] Die Lektoren-Vereinigung Korea e. V. schrieb: „Mit seinem filmischen Werk hat es der Regisseur Park Chan-Wook geschafft, sowohl ein Tabu-Thema, als auch einen Wunschgedanken innerhalb der koreanischen Bevölkerung auszusprechen: die Teilung und die mögliche Wiedervereinigung.“[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der ersten großen Filme über die Annäherung der beiden koreanischen Staaten verzichtet JSA weitgehend auf politische Polemik. Just zu dem Zeitpunkt in den Kinos angelaufen, in dem es durch die Sonnenscheinpolitik des koreanischen Präsidenten Kim Dae-jung und das historische Treffen zwischen den Staatsführern Kim Jong-il und Kim Dae-jung (1999) zu einer deutlichen Entspannung zwischen Nord und Süd kam, traf der Film den Nerv seiner Zeit und sprach emotional der südkoreanischen Bevölkerung aus dem Herzen. Der Regisseur versichert, es sei aufgrund der Zensur und der großen politischen Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten noch zehn Jahre zuvor unmöglich gewesen, einen derartigen Film zu drehen. Daher war es zu Beginn der Dreharbeiten auch nicht sicher, ob der Film den Weg in die Kinos finden oder an der Auslegung der koreanischen Gesetze scheitern würde. Die Schauplätze des Films (Panmunjeom, die „Brücke ohne Wiederkehr“) wurden außerhalb der demilitarisierten Zone nachkonstruiert. Der Film wurde mit einem der größten Budgets in der Geschichte des südkoreanischen Kinos realisiert.

Er stellte im eigenen Land mit 6 Millionen Kinobesuchern eine neue Bestmarke auf, die jedoch nur ein Jahr lang Bestand hatte. Er lief auf 15 internationalen Festivals. Erfolgreichere südkoreanischen Filme waren Silmido (2003), Brotherhood (2004) und The King and the Clown (2005).

Kommentar des Regisseurs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur Park Chan-wook zu seiner Absicht beim Filmprojekt JSA:

„Mein Film beginnt mit Verwirrung und endet in Melancholie, und das entspricht in etwa den Gefühlen meiner Generation angesichts der Situation. Ich würde mir wünschen, dass mein Film eine neue Blickweise auf die Zweiteilung anregt, eher aus der Sicht des einzelnen Menschen als aus der von politischen Ideologien. Ich hoffe, dass Joint Security Area zeigt, wie Ideologie Menschen in Katastrophen treiben kann, und das Doppelsystem enthüllt, das versucht, Frieden zu bewahren, indem es die Wahrheit verbirgt.“

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joint Security Area. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 2. März 2017.
  2. Die fantastische Wiedervereinigung von Nord- und Süd-Korea, Konstantin Kountouroyanis, in DaF-Szene Korea, Nr. 22, 2005