Josef Benedikt Engl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Illustrator Josef Benedikt Engl. Zum Filmtechniker und Erfinder siehe Joseph Benedict Engl.

Joseph Benedikt Engl (* 2. Juli 1867 in Schallmoos bei Salzburg;[1]25. August 1907 in München), war ein deutscher Kunstgewerbler, Karikaturist und Illustrator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Benedikt Engl war der Sohn eines Lokomotiv-Heizers der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen; die Mutter stammte aus dem österreichischen Innviertel. Geboren wurde er in der Nähe von Salzburg in Österreich, verbrachte seine Kindheit und Jugend jedoch in München, wo er zeitlebens niedergelassen war.[2] Nachdem er eine zweijährige Ausbildung zum Lithografen durchlaufen hatte, besuchte er ab 1885 die Königliche Kunstgewerbeschule München und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Entwerfer und Hersteller von Reiseandenken, Zeichner von Stadtansichten und Reklame sowie 1888 als Mitarbeiter bei volkstümlichen Witzblättern,[1] wie der Zeitschrift „Automobil- und Radfahrer-Humor“. 1894 lieferte er seine erste Zeichnung für die berühmte Zeitschrift „Fliegende Blätter“ des Münchner Verlags Braun & Schneider. Ab 1896 arbeitete er für das im selben Jahr von Albert Langen gegründete SatireblattSimplicissimus“, unter anderem mit Thomas Theodor Heine aus Leipzig, Ferdinand von Rezniček aus Wien, Rudolf Wilke aus Braunschweig und - ab 1906 - Olaf Gulbransson aus Christiania (heute Oslo). Engl war damit der einzige „Ur-Münchner“ unter den Stamm-Zeichnern im Simplizissimus; vom ersten Jahrgang bis zu seinem frühen Tod arbeitete er als ständiger Mitarbeiter bei der illustrierten Wochenschrift.[1] Er schuf unzählige Karikaturen und Textillustrationen und war unter anderem auch der Schöpfer des Logos der Kessler Sekt GmbH & Co. KG.

Um 1890 heiratete Engl die um zwei Jahre jüngere Margarete Fritzmann (1869–1917). Am 6. August 1893 wurde Sohn Josef in München geboren, der sich als Pionier des Tonfilms einen Namen machte. Durch die Folgen eines Unfalls während seiner Militärzeit stark behindert, wurde Engl vorzeitig entlassen. Er starb kurz darauf, erst 40 Jahre alt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Langen (Hrsg.): Hundert Zeichnungen und Witze von J. B. Engl. München 1911 (Neuauflage: Kaut-Bullinger & Co., München 1990).
  • Benno Hubensteiner: Der Zeichner Josef Benedikt Engl. Pflaum, München 1958.
  • Franz Freisleder: Aufs Maul und ins Herz geschaut. Illustrationen von J.B.Engl. Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 1976.
  • Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE), 2. Ausgabe, Bd. 3, K.G.Saur, München 2006, S. 88.
  • Siegfried Weiß: Joseph Engl, Max-Abitur 1912: Physiker und Tonfilm-Pionier, in: Vereinigung der Freunde des Maximiliansgymnasiums (Hrsg.): Foto-Jahrbuch 2017. Bericht über das Schuljahr 2016/2017, S. 63-69 (Abb.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef Benedikt Engl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gisela Vetter-Liebenow (Hrsg.), Monika Herlt (red. Mitarb.) et al.: Die Stamm-Zeichner des „Simplizissimus“, in dies.: Jubiläumsausgabe Simplizissimus, Begleitheft zur Ausstellung Simplizissimus 1896 – 1944 vom 19. Mai bis 28. Juli 1996, Hannover: Wilhelm-Busch-Museum Hannover – Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik, 1996, S. 6 u.ö.
  2. Atelier: Theresienstraße 134