Julia Bonk

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Julia Bonk, 2009

Julia Anastasia Bonk (* 29. April 1986 in Burg) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke). Sie war von 2004 bis 2014 Mitglied des Sächsischen Landtags und von Juni 2012 bis 2014 Mitglied des Parteivorstands der Partei Die Linke.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 14 Jahren arbeitete Bonk im Stadtschülerrat Dresden und wurde als stellvertretende Landesschülersprecherin gewählt. Sie übernahm für kurze Zeit den Vorstandsposten, konnte ihn bei der ersten Wahl aber nicht halten. Zwei Jahre später wurde Bonk ohne Gegenkandidatur in das Amt gewählt.

Im Sommer 2004 legte sie am Romain-Rolland-Gymnasium Dresden ihr bilinguales Abitur ab und studierte von Oktober 2004 bis Juli 2011 Politik- und Geschichtswissenschaften an der Technischen Universität Dresden; sie schloss das Studium mit dem akademischen Grad Magistra Artium ab. Laut Meldungen von 2017 befindet sich Bonk im Promotionsverfahren.

Anfang 2017 erschien unter dem Titel Sagen was ist ein Buch von Bonk mit biografischem und programmatischem Inhalt beim Verlag Books on Demand.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Bonk zog bei der Wahl 2004 über die Liste der Partei Die Linke in den Landtag ein und wurde als damals jüngste Landtagsabgeordnete Deutschlands bekannt. Die Badische Zeitung zählte, dass 87 Presseerzeugnisse international daraufhin ihr Foto druckten. Im Jahr 2006 trat Bonk in die Linkspartei ein.[2]

Während der 4. Wahlperiode des Sächsischen Landtags (2004−2009) war Bonk Mitglied und stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Schule und Sport sowie Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien. In der 5. Wahlperiode (2009–2014) war sie Mitglied im Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss. Zur Landtagswahl 2014 trat sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

Aufgrund von Drohungen von Rechtsradikalen gegen die Politikerin nahm die Dresdner Polizei 2008 eine Gefährdungseinschätzung vor.[3]

Bis 2009 hinaus bekleidete sie, als eine von zehn Personen, das Amt als Bundessprecherin des Jugendverbandes Linksjugend ['solid]. Gemeinsam mit Christoph Spehr ist sie Bundessprecherin der Parteiströmung Emanzipatorische Linke.

Am 4. September 2013 wurde Julia Bonk in die LVR-Klinik Bonn eingewiesen; am 14. November 2013 wurde ihre politische Immunität einstimmig aufgehoben.[4][5][6] Im Frühjahr 2014 kehrte Bonk in den Landtag zurück.[7]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forderung nach Drogenfreigabe ab 14 Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 geriet Julia Bonk zum ersten Mal bundesweit in die Schlagzeilen, als sie die Freigabe von illegalen Drogen ab einer gestaffelten Altersuntergrenze von 14 Jahren verlangte. Sie forderte die Freigabe von Cannabis und Heroin. Über Heroin behauptete sie in einem Interview: „Heroin macht in reiner Form nicht abhängig, nur wenn es gemischt wird“. In diesem Zusammenhang gab sie an, selbst Drogen konsumiert zu haben. Der PDS-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Peter Porsch, entgegnete, Bonk sei mit ihrer Forderung über das Ziel hinausgeschossen.[8]

Fahnenumtauschaktion zur Fußball-WM 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 rief Bonk mit der Jungen Linken.PDS Sachsen dazu auf, drei Deutschlandfahnen gegen ein PDS-Hemd mit der Aufschrift „Nazis raus aus den Köpfen“ und eine DVD in Büros der Partei einzutauschen.[9] Das Angebot wurde damit begründet, dass im Hinblick auf die nationalsozialistischen Verbrechen die deutsche Fahne niemals nur ein Fußballwimpel sein könne. Von ihren Parteikollegen aus der PDS gab es dafür scharfe Kritik. So verwies der Fraktionsvorsitzende darauf, dass die Nationalsozialisten nie Schwarz-Rot-Gold verwendet hätten. Weitere Parteikollegen bezeichneten sie als „ungebildet“ und „geschichtsblind“.[10]

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Fritz Hähle, bemerkte gegenüber der FAZ, wer dazu aufrufe, Deutschlandflaggen gegen linksextremistisches Propagandamaterial zu tauschen, mache seine verfassungsfeindliche Gesinnung deutlich.[9] Der CDU-Abgeordnete Günther Schneider forderte die Staatsanwaltschaft auf, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Bonk wegen Herabwürdigung nationaler Symbole zu prüfen.[11]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sagen was ist: Vom Zwinkern und Antworten. Verlag: Books on Demand; 17. Januar 2017, ISBN 978-3743178557

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julia Bonk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abgestürzte Linken-Politikerin will jetzt Doktor werden. In: Bild, 19. Dezember 2017
  2. Politikerin Julia Bonk, 20: Nur mit dickem Fell. In: Spiegel, 24. Juli 2006
  3. Nach Nazi-Drohungen: Polizeischutz für Julia. In: Sächsische Zeitung 3. September 2008
  4. Drucksache 5/12863 des Sächsischen Landtages vom 10. Oktober 2013
  5. Linke-Politikerin in Psychatrie eingewiesen. In: Merkur, 19. September 2013
  6. Julia Bonk zieht sich aus Landtag zurück. In: Sächsische Zeitung, 26. März 2014
  7. Nach Auszeit Julia Bonk wieder im Landtag. In: Bild, 13. März 2014
  8. Bonk verharmlost Drogen. In: Focus, 1. November 2004
  9. a b Die PDS und der Fall „Balla-balla-Bonk“ In: FAZ, 5. Juli 2006
  10. Die Flaggen-Hasserin von der PDS. In: Focus, 4. Juli 2006
  11. Günther Schneider zum Fall Julia Bonk, 2006 (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive)