Justinian Ladurner

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P. Justinian Ladurner

P. Justinian Ladurner OFM (* 9. Jänner 1808 in Meran; † 14. Oktober 1874 in Innsbruck) war ein österreichischer Franziskanerpater und römisch-katholischer Priester. Als Historiker beschäftigte er sich schwerpunktmäßih mit der Geschichtsschreibung Tirols, wo er zahlreiche Quellen erschloss und zugänglich machte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Johann Ladurner war das jüngste Kind des Meraner Gastwirts Johann Ladurner (Schgörwirt zum Goldenen Adler) und von dessen Frau Klara Mayr. Er besuchte das Gymnasium in Meran, studierte in Trient und trat 1829 in den Franziskanerorden ein (Ordensname Justinian). 1833 erhielt er die Priesterweihe. 1836 ging er in das Franziskanerkloster Lienz, danach lebte er von 1837 bis 1853 in Bozen, wo er auch als Katechet am dortigen Gymnasium wirkte. Dann lebte Ladurner von 1853 bis 1855 in Kaltern, von 1855 bis 1857 als Guardian in Innsbruck, von 1857 bis 1859 als Vikar in Reutte und schließlich bis zu seinem Tod wieder in Innsbruck, wo er als Bibliothekar tätig war.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justinian Ladurner hat große Bedeutung für die Tiroler Geschichtsschreibung. Besonders verdienstvoll war das Abschreiben von ungefähr 14.000 Urkunden und das Erstellen von drei großen Bänden mit Regesten aus verschiedenen Archiven (heute im Tiroler Landesarchiv). Seine Forschungen erschienen in zahlreichen Beiträgen großteils in der Zeitschrift des Ferdinandeums und im Archiv für Geschichte und Altertumskunde Tirols, dessen Mitherausgeber er war. Ladurner war Ehrenmitglied des Vereins des Museums Ferdinandeum in Innsbruck und des Historischen Vereins von und für Oberbayern in München sowie Mitglied der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft Adler in Wien.

  • Chronik von Bozen (1844); deren erster Teil veröffentlicht in: P. Bruno Klammer (Hrsg.): P. J. Ladurner's Chronik von Bozen 1844. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1982, ISBN 88-7014-283-3 (hier ausführliche Biografie und Werkverzeichnis Ladurners sowie Literatur über ihn); der zweite Teil veröffentlicht von Erich Kofler: P. J. Ladurners Chronik von Bozen von 1610 bis 1739. In: «Der Schlern» 58, 1984, S. 323–361.
  • Beiträge zur Geschichte der Pfarrkirche von Bozen. Eberle, Bozen 1851 Digitalisat
  • Sammlung von Statuten und Freiheiten der Stadt Bozen. Archiv des Franziskanerklosters Bozen, Hs. 53 (Vorprovenienz: Franziskanerkloster-Hospitium Innsbruck), undatiert (2. Hälfte des 19. Jhs.)[1]
  • Urkundliche Beiträge zur Geschichte des Deutschen Ordens in Tirol. Wagner, Innsbruck 1861 Digitalisat
  • Die Landeshauptleute von Tirol (1865)
  • Albert III. und letzte der ursprünglichen Grafen von Tirol (1869) Digitalisat
  • Die Vögte von Matsch, später auch Grafen von Kirchberg, Innsbruck 1871/73 Digitalisat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gertrud Pfaundler-Spat: Tirol-Lexikon. Ein Nachschlagewerk über Menschen und Orte des Bundeslandes Tirol. StudienVerlag, Innsbruck 2005, ISBN 3-7065-4210-2, S. 303–304.
  • P. Flavian Orgler: P. Justinian Ladurner Ord. S. Franc. (1881), Digitalisat (PDF; 1,7 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 83 (Nr. 997).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]