Käfigpanzerung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Militärische Planierraupe mit Käfigpanzerung, Israel Defense Forces Caterpillar D9

Als Käfigpanzerung (englisch slat armor, cage armor, bar armor oder standoff armor) wird ein zusätzlicher Schutz für die Panzerung von zumeist militärischen Fahrzeugen bezeichnet.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine feste Käfigkonstruktion aus Metall um das Fahrzeug herum sollen Hohlladungsgeschosse (bspw. aus Panzerabwehrhandwaffen wie der RPG-7) vor dem Auftreffen auf die eigentliche Panzerung zur Detonation gebracht werden, so dass der Gefechtskopf seine volle Durchschlagsleistung nicht mehr entfalten kann. Der Vorteil dieses Konzeptes liegt in der Gewichtsersparnis und der weiterhin gewährleisteten Mobilität des Fahrzeugs im Vergleich zu anderen Zusatzpanzerungen. Der Nachteil liegt im vergleichsweise geringen Schutzspektrum: So wirkt die Käfigpanzerung nur gegen Hohlladungsgeschosse, andere Munitionsarten hingegen werden nicht beeinflusst.

Die britische BAE Systems entwickelte ab 2007 eine leichte Aluminiumkonstruktion (LROD bzw. L-ROD). Diese ist laut Unternehmensangaben nur halb so schwer wie herkömmliche Stahlkäfige, aber kann den gleichen Schutz gewährleisten [1] und wird laut Hersteller u. a. bei der US-Armee eingesetzt. [2]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Käfigpanzerung wurde im Zweiten Weltkrieg eingeführt, um der Bedrohung durch Panzerabwehrhandwaffen des Typs Panzerfaust und Bazooka zu begegnen.

Rekonstruktion der Käfigpanzerung eines PzKpfw IV des Zweiten Weltkrieges.

Die vor allem für die Panzerkampfwagen III, IV und Sturmgeschütze verwendeten Seitenschürzen aus massiven Stahlplatten wurden ab Ende 1943 auch aus dickem Maschendraht ausgeführt.

Es wurden am Ende des Krieges in Berlin auch einige sowjetische T-34/85 mit Gittergeflecht an Wanne und Turm ausgestattet, die gegen deutsche Panzerfäuste helfen sollten. Ähnliches ist von Alliierten bekannt, die bei Paris den Maschendraht von Kleintierkäfigen an ihren Panzern anbrachten, um einen Schutz vor Hohlladungen und Panzerfäusten zu haben. Optisch waren die Panzer daher sehr auffällig.

Kampffahrzeug Stryker mit Zusatzpanzerung

Die alliierten Streitkräfte griffen im Irakkrieg auf die Käfigpanzerung zurück, um die anhaltende Bedrohung durch von Aufständischen eingesetzte RPG-7 zu neutralisieren. So findet dieses Schutzkonzept vor allem bei Fahrzeugen des Typs Force Protection Buffalo MPV, MRAP Category III, General Dynamics Stryker Armored Vehicle und dem Schützenpanzer Warrior Anwendung.

Die für den Afghanistaneinsatz von den kanadischen Streitkräften ausgeliehenen Kampfpanzer Leopard 2A6M und Bergepanzer Büffel (BPz 3) der Bundeswehr wurden ebenfalls mit der Käfigpanzerung versehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The MRAP Cage Fight (Memento vom 19. Januar 2008 im Internet Archive)
  2. L-ROD Cage Armor (englisch, vom 17. August 2012)