Kältewelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ostersonntag 2018 in Mecklenburg

Eine Kältewelle ist eine in relativ kurzer Zeit auftretende starke Abkühlung auf unterdurchschnittliche Werte der Lufttemperatur. Sowohl am Anfang wie am Ende des Winters spricht man von Wintereinbruch.

Meteorologische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kältewellen beginnen, wenn hochreichende Kaltluft aus Gebiet über der Arktis im Zusammenhang mit einer kräftigen Tiefdruckentwicklung auf der Rückseite eines Höhentrogs weit nach Süden vordringen kann (siehe auch Polarwirbel). Über einer Schneedecke kann die Lufttemperatur durch Ausstrahlung extrem niedrige Werte erreichen.

Verhältnisse in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mitteleuropa entstehen Kältewellen im Winter insbesondere durch Advektion sehr kalter Festlandsluft aus Nord-Ost. Klassisches Aktionszentrum ist ein dominantes Russlandhoch über Sibirien, das großräumig arktische Kaltluft nach Mitteleuropa führt. Mitunter bildet dieses sibirische Hochdruckgebiet einen Hochdruckkeil bis nach Skandinavien aus, so dass bei gleichzeitig tiefem Luftdruck über dem Mittelmeer mit einer östlichen Strömung Kaltluft bis nach Südwesteuropa vorstoßen kann.[1]

Die Kältewellen sind für Mitteleuropa meist gut dokumentierte Singularitäten (regelhaft eintretende Ausnahmen), in der kalten Jahreshälfte, verfrüht Mitte Oktober bis hin verspätet zu den Eisheiligen als Wintereinbrüche oder Hochwinterphasen, in der warme Jahreszeit als Zwischenphasen der sommerlichen Wärme. Sie treffen mit signifikanter Häufigkeit rund um gewisse Termine ein, können aber stark um diese schwanken oder gänzlich ausfallen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kältewelle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.): Meyers kleines Lexikon. Meteorologie, Mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes. Meyers Lexikonverlag 1992, Mannheim/ Wien/ Zürich, S. 199, 202

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.): Meyers kleines Lexikon. Meteorologie. Meyers Lexikonverlag, Mannheim/ Wien/ Zürich, S. 351