Kältewelle

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Eine Kältewelle ist eine in relativ kurzer Zeit auftretende starke Abkühlung auf unterdurchschnittliche Werte der Lufttemperatur. Sowohl am Anfang wie am Ende des Winters spricht man von Wintereinbruch.

Meteorologische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kältewellen werden überwiegend mit Schneeschauern durch die Heranführung maritimer hochreichender Kaltluft aus dem Polargebiet, meist aus Nord-West, eingeleitet.

Diese Form des Kaltluftvorstoßes steht eng im Zusammenhang mit einer kräftigen Tiefdruckentwicklung, bei der auf der Rückseite eines Höhentrogs extrem kalte Luft weit nach Süden vordringen kann (siehe auch Polarwirbel). Über einer frischen Schneedecke können durch Ausstrahlung die Minima der Lufttemperatur extrem niedrige Werte erreichen.

Verhältnisse in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mitteleuropa entstehen Kältewellen im Winter insbesondere durch Advektion sehr kalter Festlandsluft aus Nord-Ost. Klassisches Aktionszentrum ist ein dominantes Russlandhoch über Sibirien, das großräumig arktische Kaltluft nach Mitteleuropa führt. Mitunter bildet dieses sibirische Hochdruckgebiet einen Hochdruckkeil bis nach Skandinavien aus, so dass bei gleichzeitig tiefem Luftdruck über dem Mittelmeer mit einer östlichen Strömung Kaltluft bis nach Südwesteuropa vorstoßen kann.[1]

Die Kältewellen sind für Mitteleuropa meist gut dokumentierte Singularität (regelhaft eintretende Ausnahmen), in der kalten Jahreshälfte, verfrüht Mitte Oktober bis hin verspätet zu den Eisheiligen als Wintereinbrüche oder Hochwinterphasen, in der warme Jahreszeit als Zwischenphasen der sommerlichen Wärme. Sie treffen mit signifikanter Häufigkeit rundum gewisse Termine ein, können aber stark um diese Schwanken oder gänzlich ausfallen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kältewelle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Regionales:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.): Meyers kleines Lexikon. Meteorologie, Mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes. Meyers Lexikonverlag, Mannheim/ Wien/ Zürich, S. 199, 202

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.): Meyers kleines Lexikon. Meteorologie. Meyers Lexikonverlag, Mannheim/ Wien/ Zürich, S. 351