Polarwirbel

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Rossby-Wellen und Jetstream: Entwicklung einer Jetstream-Blockade mit kalter Polarluft (a, b). Ein Polarwirbel koppelt sich ab und gelangt in niedrigere Breitengrade (c). Orange: warme Luftmassen. Rosa: Jetstream.

Die beiden Polarwirbel über der Arktis und Antarktis sind großräumige Höhentiefs[1] und wesentliche Elemente der atmosphärischen Zirkulation. Es sind Kaltluftzonen aufgrund der negativen Strahlungsbilanz der Polargebiete. Sie treten im Polarwinter auf; dann ist der Temperaturunterschied besonders groß.

In der Höhe nimmt der Luftdruck polwärts deutlicher ab als er bodennah in dieser Richtung zunimmt. Den Druckunterschieden stehen Corioliskräfte zirkumpolarer Strömungen entgegen, bodennah schwach ausgeprägt, in der Höhe kräftig westwärts. Die Winde werden in Bewegungsrichtung nach rechts abgelenkt und als polare Westwinde bezeichnet.

Lage der mittleren Hauptkomponenten der Arktischen Oszillation (blau: Tief, rot: Hoch), Mittel 1979−2000: Nordpazifikhoch/Aleuten, Polarwirbel/Island, Azorenhoch/Biskaya
  • Längerfristige statische Hauptlage des nördlichen Polarwirbels ist direkt über dem Nordpolarmeer, mit einer Tendenz zu Islandtiefs. Er hat aber oft zwei verlagerte Zentren, aufgrund der ungleichmäßigen Verteilung warmer Wasserflächen und kalter Landmassen: eines über Nordostsibirien und eines über Nordostkanada[2] – und wird im Frühjahr schneller zerstört. Außerdem kann sich der Wirbel dann zeitweise in meist vier Kerne aufspalten, die kleeblattartig um einen vergleichsweise mildem Pol liegen. Das tritt typischerweise bei stark schwingendem Jetstream auf, und führt zu Extremwetterlagen der ganzen Nordhalbkugel.
  • Der Polarwirbel um den Südpol dagegen ist stärker und langlebiger, weil die Roaring Forties kaum durch Landmassen gebremst werden.

Der Einschluss der polaren Luftmasse ist eine Ursache des Ozonlochs. Eine andere sind die sehr tiefen Temperaturen, insbesondere hoch über Antarktika.

Durchschnittlich alle zwei Jahre tritt im Winter der Nordhalbkugel das Phänomen einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung auf, das mit einem Zusammenbrechen des Polarwirbels verbunden ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Polarzelle − zugrundeliegende Headlyzelle des globalen Klimasystems
  • Polarfront − grenze der Polarzelle
  • Polartief − kurzfristige Aktionszentren des Polarraums
  • Polarluft − Eindringend der Luftmassen in die gemäßigten Breiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polarwirbel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AMetSoc: Polar vortex. In: Glossary. Abgerufen am 18. August 2014.
  2. Polartief. In: Spektrum Akademischer Verlag: Lexikon der Geographie, 2001.