Körperbild

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Das Körperbild ist die Vorstellung vom eigenen Körper. Es ist der Teil des Körpererlebens, der formales Wissen, Phantasien, Gedanken, Einstellungen, Bewertungen und Bedeutungszuschreibungen den Körper betreffend beinhaltet. Das Körperbild ist eng verbunden mit dem Selbstbild, welches die Vorstellungen über die eigene Person enthält.

Die auf das subjektive Erleben des Körpers bezogene phänomenologische Forschung war in der Vergangenheit gekennzeichnet von einer unscharf definierten Terminologie und methodischen Mängeln. Insbesondere der Begriff Körperbild wurde in sehr unterschiedlicher Form in der Fachliteratur zur Beschreibung einer Vielzahl von leibbezogenen Phänomen eingesetzt – teilweise als Oberbegriff, aber auch in der Beschreibung unterschiedlicher Teilaspekte der Leiberfahrung. Hieraus ergaben sich erhebliche Probleme in der definitorischen Abgrenzung zu anderen gebräuchlichen Fachbegriffen, weshalb für den deutschen Sprachraum Anfang der 2000er eine terminologische Einordnung der verschiedenen Teilaspekte des Körpererlebens erarbeitet wurde.

Unter dem Begriff Körperbild wurden die kognitiv bestimmten, den Körper betreffenden mehrdimensionalen Erfahrungs- und Bewertungsaspekte zusammengefasst. Diese Aspekte sind abhängig von sozialen sowie kulturellen Einflüssen und vornehmlich über zwischenmenschliche und biographische Faktoren zu erfassen. Für den Aspekt der Einstellungen und Bewertungen ist außerdem der jeweilige kulturelle Kontext mit den spezifischen körperbezogenen sozialen Umgangsformen und normativen Determinanten wesentlich. Anders als es bspw. seitens der psychodynamischen Theorie gesehen wird, ist das Körperbild somit mehr als ein bloßes ‚Imago des Körpers‘ bzw. ‚phantasmatische Repräsentation‘, sondern das Ergebnis aller kognitiv-evaluativen Einflüsse auf das Gesamtkörpererleben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Röhricht et al.: Konsensuspapier zur terminologischen Abgrenzung von Teilaspekten des Körpererlebens in Forschung und Praxis. In: Psychotherapie Psychosomatik Medizinische Psychologie, 3. Januar 2005, S. 183–190, PMID 15800812, doi:10.1055/s-2004-834551 (online)