KIT-Bibliothek
| KIT-Bibliothek | |
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Standort Süd mit Neubau links (Haupteingang) und Altbau rechts
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| Gründung | 1840 |
| Bestand | über 2,58 Millionen Medieneinheiten[1] |
| Bibliothekstyp | Universitätsbibliothek |
| Ort | Karlsruhe |
| Besucheradresse | Str. am Forum 2, 76131 Karlsruhe (Standort Süd) |
| ISIL | DE-90 |
| Leitung | Arne Upmeier |
| Website | bibliothek.kit.edu |
Die KIT-Bibliothek ist die zentrale Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Sie ist Ende des Jahres 2009 entstanden infolge des Zusammenschlusses der ehemaligen Universität Karlsruhe und des Forschungszentrums Karlsruhe. Die beiden Zentralbibliotheken an den Standorten Campus Nord und Campus Süd stehen gemeinsam mit mehreren dezentralen Teilbibliotheken den rund 23.000 Studierenden und mehr als 10.000 Mitarbeitern am KIT zur Verfügung.[2] Weiterhin werden die Fachbibliothek Hochschule Karlsruhe (HKA) und die Fachbibliothek Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe von der KIT-Bibliothek betreut. Darüber hinaus kann die KIT-Bibliothek auch durch die Öffentlichkeit genutzt werden.[3][4][5]
Bestände und Benutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gesamtbestand der Bibliothek beträgt mehr als 1,8 Millionen gedruckte Bücher, mehr als 300.000 elektronische Bücher, 647 gedruckte Zeitschriften und mehr als 140.000 elektronische Zeitschriften.[6] Der Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung elektronischer Ressourcen. Die Medien sind größtenteils frei zugänglich. Registrierte Benutzer können die KIT-Bibliothek Süd rund um die Uhr nutzen und über ein Selbstverbuchungssystem Bücher entleihen und zurückgeben; die KIT-Bibliothek Nord bietet ihre Dienstleistungen ausschließlich werktags an. Häufig verwendete Lehrbücher besitzt die KIT-Bibliothek Süd in einer Sammlung von Mehrfachexemplaren. Den Schwerpunkt der KIT-Bibliothek Nord bildet ein energie- und kerntechnischer Spezialbestand.[4]
Die Bibliothek gliedert ihre Angebote in die parten „Natürliche & gebaute Umwelt“, „Biologie, Chemie & Verfahrenstechnik“, „Informatik, Wirtschaft & Gesellschaft“, „Maschinenbau & Elektrotechnik“ und „Physik & Mathematik“.[4]
Die KIT-Bibliothek bietet mehr als 1.600 Arbeitsplätze, davon 950 in der Bibliothek Süd.[7] Insgesamt wurden im Jahr 2023 144.918 Entleihungen aus dem gedruckten Bestand getätigt.[6]
Die Zentralbibliotheken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]KIT-Bibliothek Süd
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](ehemals Universitätsbibliothek Karlsruhe)
Wesentliche Dienste können seit April 2006 rund um die Uhr genutzt werden. Häufig verwendete Literatur steht in vier Fachlesesälen zur Verfügung. Durch die stufenweise Eingliederung dezentraler Fachbibliotheken wandelt sich das bisher zweischichtige Bibliothekssystem in ein einschichtiges.
Die KIT-Bibliothek Süd wurde 1840 als Bibliothek des damaligen Polytechnikums gegründet. Sie erhielt 1854 eigene Räume in einem Flügel des Hauptgebäudes. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bestand von 200.000 Bänden zu 60 % vernichtet. Im Jahr 1966 bezog die Universitätsbibliothek den heute unter Denkmalschutz stehenden, nach Plänen von Otto Haupt und Peter Haupt errichteten[8] „Bücherturm“ an der Straße am Forum. Im Jahr 2006 wurde ein Erweiterungsbaus nach Plänen von Heinz Mohl fertiggestellt.
KIT-Bibliothek Nord
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(ehemals Zentralbibliothek der Hauptabteilung Bibliothek und Medien des Forschungszentrums Karlsruhe)
Die Bibliothek ist in erster Linie auf die Nutzung durch Wissenschaftler ausgelegt. Neben dem zentralen Angebot betreut sie rund 40 Instituts- und Abteilungsbibliotheken. Die Bibliothek wurde 1956 als Literaturabteilung (LA) der Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft mbH in der Karlstraße gegründet, wo sie bis zum Jahr 1959 verblieb. Von 1959 bis 1962 war sie auf dem Gelände des Kernforschungszentrums Karlsruhe – dem heutigen Campus Nord des KIT – im Institut für Neutronenphysik und Reaktortechnik integriert, bevor sie 1964, nach einer Übergangszeit in einer „Feuerwehrbaracke“, ein eigenes Gebäude auf dem Gelände des Kernforschungszentrums Karlsruhe bezog, in dem sie sich noch heute befindet.
Suchinstrumente
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der zentrale Bestandsnachweis für Medien ist der KIT-Katalog. Daneben betreibt die KIT-Bibliothek weitere Kataloge, teilweise mit Portalcharakter regionalen (Bibliotheksportal Karlsruhe) bzw. internationalen Zuschnitts (Karlsruher Virtueller Katalog (KVK)).
Publikations- und Mediendienste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wissenschaftliches Arbeiten: Unterstützung der Lehre in Form von Kursen, E-Learning-Angeboten, Einzelberatungen[9]
- Publizieren und Open Access: Publizieren und Archivieren wissenschaftlicher Arbeiten im Repository KITopen und in KIT Scientific Publishing, dem Wissenschaftsverlag des KIT[10]
- Publikationsfonds: Beratung, Finanzierung und Abwicklung von Open-Access-Publikationsgebühren[10]
- Forschungsdaten: Beratung zum Forschungsdatenmanagement sowie Bereitstellung und Archivierung im Repository KITopen[10]
- Bibliometrie: Publikationskennzahlen aus KITopen und Referenzdatenbanken sowie Zitationsanalysen (h-Index, Impact-Faktor)[11]
- Digitale Lehre: Über das KITopen-Medienportal können Lehrmaterialien sowie Audio- und Videobeiträge aus dem bzw. über das KIT publiziert werden. Der Schwerpunkt liegt auf Beiträgen aus KIT-Produktion, z. B. Vorlesungsaufzeichnungen, die auch als Podcast abonniert werden können.[11]
Das KIT hat das Ziel, die Publikationen der eigenen Forschungseinrichtung vollständig nachzuweisen und sie nach den Grundsätzen von Open Access über das Internet zugänglich zu machen. Um diese Grundsatzposition umzusetzen, bietet die KIT-Bibliothek mit dem Repository KITopen und dem Verlag KIT Scientific Publishing verschiedene Open-Access-Publikationsmöglichkeiten an.[12]
KITopen ist das zentrale Repository des KIT und damit eine Publikationsplattform des KIT. Es enthält bibliographische Daten aller Publikationen sowie Volltexte, Bilder, Forschungsdaten und AV-Medien von KIT-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern sowie über das KIT.
KIT Scientific Publishing ist der Wissenschaftsverlag des KIT. Seit 2004 verlegt er Fachliteratur aus allen Disziplinen des Instituts. Als Open-Access-Verlag veröffentlicht er die gesamte Verlagsproduktion parallel zum regulären Verkauf kostenlos im Internet.
Durch den KIT-Publikationsfonds unterstützt die KIT-Bibliothek außerdem die Publikation in einer Open-Access-Zeitschrift durch Übernahme der Publikationsgebühren für Autorinnen und Autoren am KIT. Das KIT gehörte zu den ersten Forschungseinrichtungen in Deutschland, die mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen solchen Publikationsfonds einrichteten.
Forschungsdatenmanagement
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die KIT-Bibliothek ist einer der Akteure des 2014 gegründeten Serviceteams Forschungsdatenmanagement am KIT (RDM@KIT). Das Serviceteam unterstützt Forschende am KIT, angefangen von der Antragstellung wissenschaftlicher Projekte bis hin zur Publikation und Archivierung.
EDV an der KIT-Bibliothek
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1970 begann die Universitätsbibliothek unter ihrem Direktor Dietrich Poggendorf[13] mit der zentralen Erfassung aller universitären Buchbestände mit dem Lochstreifen-System Flexowriter.
- 1984 wurde die automatische Ausleihverbuchung (OLAF) eingeführt.
- 1986 startete die laufende Katalogisierung im Südwestverbund (SWB), weshalb der alphabetische Katalog von PI auf RAK-WB umgestellt wurde.
- Von 1995 bis 1996 wurde an der Universitätsbibliothek der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK) entwickelt, der einen gleichzeitigen Onlinezugriff auf Katalogsysteme weltweit ermöglicht. Auf der gleichen Softwarebasis entstanden weitere Kataloge.
- Seit 1996 wird das selbst entwickelte Informationssystem i3v eingesetzt, welches die Basis für eine geschäftsgangübergreifende EDV-Lösung bildet.
- 2004: Einführung eines Empfehlungsdienstes
- 2005: Entwicklung des auf Suchmaschinentechnologie basierenden Online-Katalogs XOPAC
- 2006: Alle Medien und die Benutzerausweise der Universitätsbibliothek wurden mit Funketiketten (RFID-Chips) ausgestattet. In Kombination mit einem Buchsicherungssystem ermöglicht dies die Ausleihe und Rückgabe von Büchern in Selbstbedienung 24 Stunden täglich, was zu einem starken Anstieg der Benutzungszahlen führte.[14]
- 2006: Einführung eines RSS-Meldungsdienstes im OPAC.
- 2009: Inbetriebnahme des weltweit ersten Abholautomaten für Fernleih-Medien in einer Bibliothek. Ausgründung der Firma BibTip (Anbieter von Empfehlungsdiensten für Bibliothekskataloge).
- 2011: Publikationsdatenbank der Helmholtz-Gemeinschaft für wissenschaftliche Publikationen auf OAI-PMH-Basis
- 2012: Inbetriebnahme des KIT-Katalog Plus, einer umfassenden Literatursuchmaschine, die neben Büchern und anderen Medien auch Aufsätze und Kongressbeiträge sowie Digitalbücher nachweist und häufig direkt auf die Volltexte verweist.
- 2013: Inbetriebnahme des Online-Wegweisers Freie Lern- und Arbeitsplätze, der aktuellen Übersicht über freie Lern- und Arbeitsplätze in den Bibliotheken des KIT, der Hochschule Karlsruhe und der TheaBib (im Bad. Staatstheater Karlsruhe).
- 2013: Einführung des Dienstes re3data.org zum internationalen Nachweis von Forschungsdatenrepositorien.
- 2015: KITopen Publikationslisten zum Erstellen und Einbinden von Publikationslisten auf den Webseiten von Forschenden, Arbeitsgruppen und Instituten.
- 2017: Erweiterung von KITopen um die Möglichkeit, Forschungsdaten zu publizieren.
- 2019: Erweiterung des Webauftritts der KIT-Bibliothek um Funktionen zur Literaturbeschaffung („Literaturwunsch“) und zum KIT-Publikationsfonds.
- 2019: Inbetriebnahme einer zweiten Rückgabestation zur Rückgabe ausgeliehener Medien.
- 2020: Inbetriebnahme von Opencast für Online-Vorlesungsbetrieb (Vorlesungsaufzeichnungen).
- 2020: Erweiterung von KITopen um audiovisuelle Medien zur Unterstützung der digitalen Lehre am KIT. Inbetriebnahme des KITopen-Medienportals.
- 2020: Umstellung des Raumbuchungs-Systems der KIT-Bibliothek auf Sitzplatzreservierung.
- 2021: Inbetriebnahme der Lernraum-Web-App „LeiKA“.
- 2021: Umstellung des KIT-Katalogs auf neues User Interface.
- 2022: Anreicherung von KITopen um Personen- und Organisationsstammdaten des KIT. Einrichtung von Forschungsprofilen in KITopen („Mein KITopen“) und Anbindung dieser Profile mit ORCiD-IDs (international verbreitete und persistente Identifier für Forschende).
- 2023: Umstellung von i3v auf Koha.
- 2025: Entwicklung und Einführung eines KI Chatbots.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Frank Scholze, Regine Tobias (Hrsg.): 24 Stunden sind eine Bibliothek. Lernen. Forschen. Kooperieren. Die innovative Bibliothek. 2. Auflage. KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2013, ISBN 978-3-7315-0010-0 (online [PDF; 3,1 MB; abgerufen am 22. Juli 2015]).
- Frank Scholze (Hrsg.): Innovation aus Tradition. 175 Jahre KIT-Bibliothek. KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2015, ISBN 978-3-7315-0439-9 (online [PDF; 19,4 MB; abgerufen am 10. Juni 2016]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetpräsenz der KIT-Bibliothek
- KIT-Bibliothek im Stadtlexikon Karlsruhe
- KIT-Bibliothek im Stadtwiki Karlsruhe
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bibliothek in Zahlen KIT-Bibliothek (abgerufen am 23.04.2020)
- ↑ Karlsruher Institut fuer Technologie: KIT - Das KIT - Profil - Zahlen, Daten, Fakten. 7. März 2025, abgerufen am 21. Juni 2025 (deutsch).
- ↑ Das KIT - Daten und Fakten. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juli 2010; abgerufen am 1. Mai 2012.
- ↑ a b c KIT-Bibliothek Über uns - Bibliotheksprofil. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 16. März 2012; abgerufen am 2. Mai 2012.
- ↑ Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA) – Campus in Zahlen. Hochschule Karlsruhe, abgerufen am 4. Mai 2012.
- ↑ a b Bibliothek in Zahlen: Statistische Kennzahlen zur KIT-Bibliothek für das Jahr 2023. 4. März 2024, abgerufen am 24. Dezember 2024 (deutsch).
- ↑ Webredaktion der KIT-Bibliothek: KIT-Bibliothek | Über uns - Standorte - KIT-Bibliothek Süd (BIB-S). 20. April 2022, abgerufen am 18. Mai 2022 (deutsch).
- ↑ Joachim Göricke: Bauten in Karlsruhe. Ein Architekturführer. G. Braun, Karlsruhe 1980, ISBN 3-7650-9017-4, Nr. 643.
- ↑ Webredaktion der KIT-Bibliothek: KIT-Bibliothek | Beratung & Kurse. 18. Mai 2022, abgerufen am 18. Mai 2022 (deutsch).
- ↑ a b c Webredaktion der KIT-Bibliothek: KIT-Bibliothek | Forschen & Publizieren. 18. Mai 2022, abgerufen am 18. Mai 2022 (deutsch).
- ↑ a b Webredaktion der KIT-Bibliothek: KIT-Bibliothek | Forschen & Publizieren - Repository KITopen. 18. Mai 2022, abgerufen am 18. Mai 2022 (deutsch).
- ↑ Webredaktion der KIT-Bibliothek: KIT-Bibliothek | Forschen & Publizieren - Publizieren für KIT-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler - Open Access und Open Science am KIT. 4. Juli 2022, abgerufen am 18. Mai 2022 (deutsch).
- ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 956.
- ↑ Die neue 24-Stundenbibliothek der Universität Karlsruhe ( vom 18. August 2010 im Internet Archive) Pressemitteilung der Fa. Bibliotheca RFID Library Systems AG als PDF-Datei (ca. 300 kB)
Koordinaten: 49° 0′ 39,8″ N, 8° 24′ 58,9″ O
