Koha (Bibliothekssoftware)

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Koha
Entwickler Koha Community
Erscheinungsjahr Januar 2000
Aktuelle Version 3.16.1
(27. Juni 2014)
Aktuelle Vorabversion 4.0.0 RC3
(2. Februar 2013)
Betriebssystem Linux
Programmier­sprache SQL, Perl, JavaScript
Kategorie Bibliothekssoftware
Lizenz GPL Version 3 oder neuer
(Freie Software)
Deutschsprachig ja, mehrsprachig
koha-community.org

Koha ist ein integriertes Bibliothekssystem. Es wird als Open-Source-Software weltweit in öffentlichen, Schul- und anderen Bibliotheken eingesetzt. Der Name leitet sich von dem Māori-Wort „Koha“ ab. In der Kultur der Māoris ist das ein Geschenk, bei dem man ein Gegengeschenk erwartet.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Koha ist ein webbasiertes integriertes Bibliothekssystem mit einer SQL-Datenbankanbindung (vorzugsweise MySQL). In der Datenbank werden Katalogdaten gemäß MARC gespeichert und über Z39.50 angeboten. Das Benutzerinterface ist konfigurierbar, kann an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden und wurde in viele Sprachen übersetzt, unter anderem auch ins Deutsche.[1]

Koha verfügt über die üblichen Funktionen integrierter Bibliothekssysteme wie die Verwaltung von Umläufen und Ausleihen, Bestandsverwaltung und Unterstützung für Periodika wie Zeitschriften und Zeitungen. Darüber hinaus werden Funktionalitäten wie Markierungen, Kommentare und RSS-Feeds angeboten. Koha hat keine Beschränkung der Anzahl unterstützter Zweigstellen, Leser, Medien und anderer Daten.

Geschichte[Bearbeiten]

Koha wurde 1999 von Katipo Communications für den Horowhenua Library Trust in Neuseeland entwickelt. Die erste Installation ging im Januar 2000 in Betrieb.[2]

Ab 2000 boten erste Dienstleister professionelle Unterstützung für Koha an. Heute gibt es mehr als 20 derartige Anbieter.[3]

Seit 2001 erweiterte Paul Poulain (Marseille, Frankreich) Koha um neue Fähigkeiten, insbesondere um Mehrsprachigkeit.[4]

Das Katalogisierungsformat MARC und das Netzwerk-Abfrageprotokoll Z39.50 werden seit 2002 unterstützt, später mit Unterstützung durch die öffentlichen Bibliotheken des Athens County im US-Bundesstaat Ohio.[5] Es existieren Koha-Übersetzungen vom Englischen (Original) in zahlreiche weitere Sprachen. 2005 wurde in Ohio das Unternehmen Metavore, Inc. gegründet, das unter dem Namen LibLime Support für Koha zur Verfügung stellte und neue Features hinzufügte. 2010 wurde LibLime von Progressive Technology Federal Systems, Inc. (PTFS) gekauft. Seit 2009 besteht ein Konflikt zwischen LibLime/PTFS und anderen Mitgliedern der Koha-Community. Insbesondere die Entwicklung von LibLime Enterprise Koha (LLEK), einer kommerziellen Version von Koha mit Verbesserungen, die keinen Eingang in den Open-Source-Code fanden, führte zu Unruhe in der Community und gespannten Beziehungen zwischen LibLime und anderen Unternehmen, die im Bereich der Koha-Entwicklung und des Supports tätig sind.[6] Die Entwicklung von LLEK wurde als Fork wahrgenommen.[6] Der Konflikt hat dazu geführt, dass als Alternative zu der von LibLime betriebenen Website koha.org eine Community-Website koha-community.org aufgebaut wurde.

Im US-Bundesstaat Vermont wurde ab 2007 der Einsatz von Koha für alle Bibliotheken in Vermont abgeklärt. Anfänglich wurde für jede Bibliothek eine eigene Implementation geschaffen. In der Folge wurde die Vermont Organization of Koha Automated Libraries (VOKAL) gegründet, um eine gemeinsame Datenbank für die Bibliotheken zu schaffen. Diese Datenbank nahm den Betrieb 2011 auf. 26 Bibliotheken in Vermont haben sich für die Verwendung von Koha entschieden und sind auf die gemeinsame Umgebung des Anbieters ByWater Solutions umgestiegen.[7]

Am 8. April 2011 gab ein Mitarbeiter des spanischen Kulturministeriums bekannt, dass dieses eine angepasste Version von Koha unter dem Namen Kobli für die Anwendung in den Bibliotheken der spanischen Regierungsbehörden entwickle.[8]

In Deutschland unterstützt das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg seit 2009 Bibliotheken beim Einsatz von Koha.[9]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2000 Not for Profit-Sektion der Interactive New Zealand Awards[10]
  • 2000 LIANZA / 3M Award für Innovation in Libraries[11]
  • 2003 Sektion für öffentliche Organisationen, Les Trophées du Libre
  • 2004 Use of IT in a Not-for-Profit Organisation Computerworld Excellence Awards [12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Koha 3.10.3 released | Koha Library Software Community (Englisch) Koha-community.org. 23. Februar 2013. Abgerufen am 8. März 2013.
  2. Pat Eyler: Koha: a Gift to Libraries from New Zealand (Englisch) 1. Februar 2003. Abgerufen am 8. März 2013.
  3. Paid Support | Koha Library Software Community (Englisch) Koha-community.org. Abgerufen am 8. März 2013.
  4. Koha - The Open Source Library System (Englisch) BibLibre. Abgerufen am 8. März 2013.
  5. The Koha Project | Athens County Public Libraries (Englisch) Myacpl.org. Abgerufen am 8. März 2013.
  6. a b Marshall Breeding: LibLime Acquisition by PTFS Marks a New Era for Koha (Englisch) In: Library Journal. 13. Januar 2010. Abgerufen am 8. März 2013.
  7. VOKAL, The Vermont Koha Project (Englisch) In: Green Mountain Library Consortium. Abgerufen am 8. März 2013.
  8. Koha - Discuss - KOBLI, a customized version of KOHA (Englisch) Koha.1045719.n5.nabble.com. 9. April 2011. Abgerufen am 8. März 2013.
  9. Koha Bibliothekssystem (Deutsch) Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg. Abgerufen am 9. März 2013.
  10. Russell Brown: WebMedia, E-Loan collect awards (Englisch) In: Computerworld New Zealand. 24. Oktober 2000. Abgerufen am 8. März 2013.
  11. ‘Library Idol’ – It’s the 3M Award for ‘Innovation in Libraries’ « LIANZA Conference 2009 Blog (Englisch) Lianza2009.wordpress.com. 7. Oktober 2009. Abgerufen am 8. März 2013.
  12. And the winners are ... (Englisch) In: Computerworld New Zealand. 28. Juni 2004. Abgerufen am 8. März 2013.