Kamasi Washington

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Kamasi Washington 2017

Kamasi Washington (* 18. Februar 1981 in Los Angeles[1]) ist ein US-amerikanischer Tenorsaxophonist. Der Musiker ist überwiegend im Jazz tätig, wirkt als Sideman und Arrangeur aber auch in anderen Genres.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamasi Washington, der Sohn des Saxophonisten Rickey Washington, wuchs im kalifornischen Inglewood auf. Er entschied sich für das Saxophon im Alter von 13 Jahren, nachdem er zuvor bereits mehrere andere Instrumente gespielt hatte. Nach dem Besuch der Hamilton High School Academy of Performing Arts studierte er Musikethnologie an der University of California in Los Angeles. Dort spielte er gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Stephen Bruner (Thundercat, Bass), dessen Bruder Ronald Bruner Jr. (Schlagzeug) und Cameron Graves (Piano) in der Jazzformation Young Jazz Giants, die im Jahr 2004 ein selbstbetiteltes Album veröffentlichte.[2][3]

In den folgenden Jahren veröffentlichte Washington regelmäßig Musik im Selbstverlag und machte sich als Sideman in der Musikszene von Los Angeles einen Namen. Als Saxophonist ist er unter anderem auf Veröffentlichungen von Gerald Wilson und Harvey Mason zu hören; daneben spielte er auch mit McCoy Tyner, Raphael Saadiq, George Duke und tourte mit Snoop Dogg. Gemeinsam mit Thundercat spielte er im Jahr 2014 auf dem Album You're Dead! von Flying Lotus und wenige Monate später auf Kendrick Lamars To Pimp a Butterfly, zu dem er auch Streicherarrangements beisteuerte.[2][3]

Kamasi Washington auf dem INNtöne Jazzfestival 2018

Im Mai 2015 erschien Washingtons Debütalbum als Leader auf dem Flying-Lotus-Label Brainfeeder. Das Dreifachalbum The Epic ist fast drei Stunden lang und wird gespielt von einer zehnköpfigen Band, einem 32-köpfigen Orchester und einem zehnköpfigen Chor. Neben zahlreichen Eigenkompositionen interpretiert Kamasi Washington unter anderem auch den Jazzstandard Cherokee und Claude Debussys Clair de Lune. In der Band, die zwei Bassisten und zwei Schlagzeuger umfasst, sind erneut Thundercat und sein Bruder Ronald Bruner Jr. zu hören. Washington nennt Jazz-Klassiker wie John Coltrane, Charlie Parker und Wayne Shorter als wichtige Einflüsse, drückt aber gleichzeitig die Hoffnung aus, dass seine Musik wie die von Kendrick Lamar, Flying Lotus und Thundercat dem Jazz neue Türen öffnen könne.[3][4][5] Die Musik der 2017 erschienenen EP Harmony of Difference bedient sich der Kompositionstechnik des Kontrapunktes und entstand als Teil des Multimediaprojektes Whitney Museum of American Art 2017 Biennial mit einem Film von A.G. Rojas und Gemälden seiner Schwester Amani Washington.[6]

Diskografische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[7][8]
The Epic
  DE 32Platin 05.06.2015 (8 Wo.)
  CH 41 31.05.2015 (3 Wo.)
Harmony of Difference
  UK 85 12.10.2017 (1 Wo.)
Heaven and Earth
  DE 4 29.06.2018 (8 Wo.)
  AT 13 06.07.2018 (3 Wo.)
  CH 8 01.07.2018 (4 Wo.)
  UK 13 05.07.2018 (2 Wo.)
  US 115 07.07.2018 (1 Wo.)

unter eigenem Namen

  • The Epic (2015),[9]
  • Harmony of Difference (2017)[10]
  • Heaven and Earth (2018)

als Sideman

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kamasi Washington – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Programm Jazzvespers All Saints Church (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.allsaints-pas.org
  2. a b allmusic.com, gesehen am 5. Mai 2015.
  3. a b c Chris Barton: Kamasi Washington expands jazz's boundaries on new album The Epic, Los Angeles Times am 4. Mai 2015, gesehen am 5. Mai 2015.
  4. Patrick Jarenwattananon: First Listen: Kamasi Washington, The Epic, National Public Radio am 26. April 2015, gesehen am 5. Mai 2015.
  5. Jeff Weiss: An Inglewood Saxophonist Might Have Made the Best Jazz Record of the Year, LA Weekly am 29. April 2015, gesehen am 5. Mai 2015.
  6. Booklet zur CD.
  7. Chartquellen: Deutschland / AT / Schweiz / UK / US.
  8. Auszeichnungen: DE (Jazz-Award).
  9. Michael Rüsenberg Besprechung
  10. Adrian Kreye: Die Macht des Kontrapunktes Süddeutsche Zeitung, 11. Oktober 2017.