Karl Moritz Haenel

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Karl Moritz Haenel (* 27. April 1809 in Dresden; † 3. Januar 1880 ebenda;[1] auch Carl Moritz Haenel) war ein deutscher Baumeister, er arbeitete in der staatlichen sächsischen Bauverwaltung als Baubeamter und trug zuletzt den Titel eines Oberlandbaumeisters. Er war der Vater des Architekten Oswald Haenel.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das nach Haenels Plänen von 1847 bis 1849 errichtete Gebäude der königlich sächsischen Forstakademie in Tharandt
Originalzeichnung (30 × 42 cm) für den „Concert-Salon für die mittlere Wirthschaft im Großen Garten“ (Dresden, 1841)

Nach seinem Studium an der Bau- und Industrieschule der Dresdner Kunstakademie, unter anderem bei Carl August Benjamin Siegel und Joseph Thürmer, wurde Haenel 1837 Landbaukondukteur und 1844 Landbaumeister.

Zwischen 1837 und 1844 unternahm er Studienreisen nach Paris sowie in die Niederlande und baute die Kapelle im königlichen Weinberg in Wachwitz um.

1845 erhielt Haenel die Aufgabe, die Spitzhaustreppe bei der Hoflößnitz wiederherzustellen. Dabei erweiterte er sie bis 1847 auf insgesamt 397 Stufen.

Von 1847 bis 1849 entstand nach seinen Plänen das Gebäude der königlich sächsischen Forstakademie (heute Altbau der Fachrichtung Forstwissenschaften der Technischen Universität Dresden) in Tharandt.

Nach Gottfried Sempers Flucht aus Dresden wegen der Teilnahme an der Revolution von 1848 erhielt Haenel die Aufgabe, den Bau der Gemäldegalerie des Zwingers zu vollenden.

Zwischen 1854 und 1857 errichteten Haenel und Frommherz Lobegott Marx den Turm der Dreikönigskirche in Dresden. Der 1849 durch die revolutionären Ereignisse zerstörte Stadtpavillon des Zwingers wurde zwischen 1857 und 1863 von Haenel wiederaufgebaut. Von 1858 bis 1859 baute Haenel das Schloss Roßthal bei Dresden im Stil der Neorenaissance um und versah es mit zwei neuen Obergeschossen. Des Weiteren erfolgten die Erneuerung der Schlösser Heynitz, Zschorna bei Großenhain, Zschepplin und Döben, der Neubau der Porzellanmanufaktur Meißen, der Tierarzneischule und des Böhmischen Bahnhofes in Dresden.

Im Jahr 1862 wurde Haenel Oberlandbaumeister. 1864 ließ der Graf Franz Anton von Thun und Hohenstein auf dem Hohen Schneeberg nach Plänen von Haenel den noch heute bestehenden Aussichtsturm errichten.[2] Dieser diente während der Königlich-Sächsischen Triangulation ab 1866 als Station 1. Ordnung Nr. 8 Schneeberg.

Nach Gründung der Pfarrgemeinde der Schlosskirche in Chemnitz 1859 erfolgte deren Restaurierung durch Haenel von 1867 bis 1875. Von 1872 bis 1876 baute Karl Moritz Haenel das Dresdner Johanneum in ein historisches Museum um. Außerdem wurden der gesamte Burgberg mit dem Kornhaus und der Albrechtsburg in Meißen baulich instand gesetzt und aufgewertet sowie die Burg Kriebstein und das Schloss Gaußig umgebaut. Die Katholische Hofkirche in Dresden wurde erneuert und die Entbindungsanstalt in Friedrichstadt sowie das Friedrichschlösschen im Barockgarten Großsedlitz neu gebaut. Haenel führte auch die Bauaufsicht bei der Errichtung der zweiten Semperoper in Dresden.

Sein Nachfolger als letzter sächsischer Oberlandbaumeister wurde 1879 Carl Adolph Canzler. Haenel verstarb Anfang 1880 in Dresden, sodass er am Wettbewerbsentwurf des Büros Haenel & Adam für den geplanten Frankfurter Hauptbahnhof keinen Anteil mehr hatte.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der Todestag wird mitunter auch als 3. Oktober angegeben, was auf einem weitergetragenen Zahlendreher (03.10. statt 03.01.) basieren könnte. Zeitgenössische Angaben mit dem 3. Januar sind unter anderem: Vgl. außerdem Fünf Pavillons und kein Turm – Haenel & Adam in: Heinz Schomann: Der Frankfurter Hauptbahnhof: 150 Jahre Eisenbahngeschichte und Stadtentwicklung (1838–1988). Deutsche Verlags-Anstalt, 1983, ISBN 3-421-02801-X, S. 56 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Turm und Gasthaus auf dem Hohen Schneeberg