Schloss Döben

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Schloss Döben (1915)
Schloss Döben vor dem Brand von 1857 (um 1836)
Carl Gustav Carus, Blick auf den Innenhof des Döbener Schlosses

Das Schloss Döben, befindlich in Döben, einem Ortsteil von Grimma, ist ein ehemaliges Rittergut, das seine Ursprünge im 10. Jahrhundert hat.

Im frühen 10. Jahrhundert wurde das eroberte slawische Siedlungsgebiet durch deutsche Burgwarde entlang der Mulde befestigt. Im königlichen Auftrag sicherten die Döbener Burggrafen einen Muldenübergang. Wahrscheinlich eroberte 1117 Wiprecht von Groitzsch diesen Burgward und zerstörte ihn dabei.[1] Gut 150 Jahre später kam 1286 Döben unter die Herrschaft der Markgrafen von Meißen.[2]

Etwa um 1500 entstand im Bereich der Burg ein Rittergut. Die Familie von Luppa lebte hier bis etwa 1440, danach die Familien von Maltitz, von Hirschfeldt, von Canitz, von Schönfeldt, von Arnim und ab 1783 bis 1945 die Familie von Böhlau.

Die Burg wandelte sich nach und nach zum Schloss. Ein Großbrand 1857 zerstörte das Gebäude nahezu völlig, und es erfolgte ein Neuaufbau im Stil der Neorenaissance. Bis zur Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich Döben im Eigentum der Familie von Böhlau.

Bei der Einnahme und Besetzung Sachsens am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss im April 1945 durch amerikanischen Artilleriebeschuss zerstört und dessen Ruine aus Sicherheitsgründen 1971 gesprengt.[3]

1945 dienten einige Gebäude des Ensembles Flüchtlingen und Vertriebenen als Wohnung und die Ländereien wurden nach der Bodenreform durch Neubauern genutzt. Gegenwärtig wird das Schlosshofgelände durch den Freundeskreis „Dorf und Schloss Döben e. V.“ sowie die Familie von Below[4] wiederbelebt. Mit Fördermitteln der EU und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Spenden von Privatpersonen sowie Privatmitteln der Eigentümer konnten unter anderem die ehemalige Brauerei wiederaufgebaut und historische Burggräben freigelegt werden. 2007 wurde im Schlossgarten, zur Erinnerung an seinen Aufenthalt in Sachsen, eine Büste des japanischen Militärarztes, Dichters und Übersetzers Mori Ōgai installiert. Im Frühjahr 2012 wurde der West-Trümmerhang des Schlosses durch Baumfällarbeiten freigelegt, die einen erheblichen Eingriff in das Naturschutzgebiet Döbener Wald darstellten.[5]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Poenicke: Album der Rittergüter und Schlösser des Königreiches Sachsen. Leipzig 1854.
  2. Döben auf grimma.de, abgerufen am 21. November 2014.
  3. Manfred Berger: Die Muldenthal-Eisenbahn, Seite 104. transpress Verlagsgesellschaft, Berlin 1994, ISBN 3-344-70907-0.
  4. Der Familienstamm der von Belows ist mit dem der Familie von Böhlau identisch. Vgl. Geschichte des Schlosses, Zugriff am 15. April 2010.
  5. Frank Pastille: Broschüre des Freundeskreises „Dorf und Schloss Döben e. V.“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Döben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 14′ 28,6″ N, 12° 45′ 37,8″ O