Karl With

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Karl With (* 22. Juni 1891 in Bremerhaven; † 18. Dezember 1980 in Los Angeles, Kalifornien, USA) war ein deutscher Kunsthistoriker, Schriftsteller, Museumsdirektor und Kunstprofessor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Eberhard With studierte an den Universitäten in Freiburg, München, Paris und Wien mit dem Schwerpunkt: Ostasiatische Kunst. 1918 hat er bei Josef Strzygowski über buddhistische Plastik in Japan promoviert und war dann freier Mitarbeiter in Amsterdam, wo er die Yi Yuan-Sammlung des Bankiers Eduard Freiherr von der Heydt aufgebaut und katalogisiert hat.

Von 1919 bis 1921 war er Direktor des Hagener Folkwang-Museums. Es folgte eine Gastdozentur an der Universität Bonn.

Im Jahr 1925 holte der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer ihn als Professor für Kunstgeschichte an seine Kölner Werkschulen. 1928 wurde With Direktor am Kölner Museum für Angewandte Kunst und ab 1931 – in Doppelfunktion – als Nachfolger von Professor Richard Riemerschmid gleichzeitig kommissarischer Direktor der Kölner Werkschulen.

With war Mitglied im Deutschen Werkbund und organisierte 1929 auf dem Kölner Messegelände die Ausstellung "Schätze aus Kölner Museen" und "Die Wachsende Wohnung". Karl With war mit einer Reihe zeitgenössischer Künstler sehr freundschaftlich verbunden: z. B. mit Jan Thorn-Prikker (der von der Kunstakademie Düsseldorf nach Köln an die Werkschulen wechselte), mit Emil Nolde, Paul Klee und Käthe Kollwitz.

Von den Nazis als "Zuhälter der Entarteten Kunst" diffamiert, wurde er 1933 aus allen städtischen Ämtern entlassen. Er ging daraufhin nach Berlin, wo er freiberuflich beim Ullstein Verlag arbeitete. Freiherr von der Heydt holte ihn 1936 in die Schweiz in die Künstlerkolonie Ascona und unterstützte ihn, bis er 1939 in die USA emigrierte.

Dort zog er von New York nach San Francisco, lehrte an den Art-Colleges in Pasadena und Carolina und wurde Direktor des Modern Institute of Art in Beverly Hills.

1950 zum Professor berufen lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1962 an der UCLA (der Universität von Los Angeles) und baute dort das „Institute of Fine Arts“ auf. In den 1970er Jahren arbeitete er als Kunstkritiker für verschiedene Zeitungen. Er starb im hohen Alter von 89 Jahren an Leberkrebs in L.A.

Withs Nachlass wird im Getty Research Institute verwahrt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jizo (ein Gedicht an eine buddhistische Plastik), hrsg. im Verlag des Hauses Yi-Yuan, Amsterdam. In Deutschland verlegt beim Folkwang-Verlag, Hagen i.W.; die 2. Auflage 1922 im Verlag der Galerie Flechtheim, Berlin.
  • Java. Brahmanische, buddhistische und eigenlebige Architektur und Plastik auf Java. (= Geist, Kunst und Leben Asiens. Herausgegeben in Verbindung mit dem Institut für Indische Forschung Hagen i. W. von Karl With, Band I), Folkwang Verlag, Hagen i. W. 1920.
  • Die Japanische Plastik, Bildwerke des Museums für Ostasiatische Kunst der Stadt Köln., II Berlin 1923.
  • Marc Chargall. (Junge Kunst 35) Leipzig 1923.
  • Der Karl-Ernst-Osthaus-Bund, seine innere Berechtigung und seine Aufgaben, Monographien deutscher Städte, Hagen, 1928.
  • Neues Bauen des Städt. Hochbauamtes Köln. in: Die Form, 4, 1929, S. 535–543
  • Autobiography of ideas: Lebenserinnerungen eines außergewöhnlichen Kunstgelehrten. Roland Jaeger (Hrsg.) unter Mitarbeit von Gerda Becker-With, Verlag Gebr. Mann, Berlin 1997, ISBN 3-7861-1977-5
  • Bildwerke Ost- und Südasiens aus der Sammlung Yi Yuan [d.i. Eduard von der Heydt]. Mit begleitendem Text von K. With. Einband u. Vorsatzpapier nach Entwurf von Georg Baus. Basel: Schwabe, 1924 (Der Band zeigt plastische Bildwerke wie Skulpturen, Stelen und Reliefs eingeteilt in die drei Hauptgruppen: Totenkult und Ahnenverehrung, religiöse Bildwerke des Buddhismus und dem offiziellen Staatskult sowie dem Volksglauben der späten Zeit zugehörenden Bildwerke.)
  • Japanisches Wohnen. Aufsatz von Karl With. erschienen in: Deutsche Bauzeitung (DBZ),Heft 11, März 1937, Jg. 71, S. 185–188. Aufgrund des damals erschienenen Buches The Lesson of Japanese architecture von Jiro Harada erinnert sich With an seine 25 Jahre zurückliegende Japanreise und berichtet aus seinen Erfahrungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrike Wendland: Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil. Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler. Saur, München 1999, Bd. 2, S. 786–790

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]