Karl von Poellnitz

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Karl von Poellnitz, 1940

Karl Joseph Leopold Arndt von Poellnitz (* 4. Mai 1896 in Oberlödla in Thüringen; † 15. Februar 1945 in Oberlödla) war ein deutscher Botaniker, Forscher und Agronom. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Poelln.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl von Poellnitz wurde als Sohn des Rittergutbesitzers und herzoglichen Kammerherrn, Arndt von Poellnitz, in Oberlödla geboren. Seinen ersten Schulunterricht vermittelte ihm der Pfarrer des Ortes. Von 1906 bis 1915 besuchte er das Herzogliche Ernst-Real-Gymnasium in Altenburg wo er das Reifezeugnis erwarb. Anschließend absolvierte er sein Hochschulstudium an der Universität Leipzig. Er studierte dort Naturwissenschaften und Landwirtschaft. Sein Doktorat legte er im Winter 1920/21 ab. Nach Abschluss seiner Universitätsstudien begab er sich zur praktischen Arbeit auf ein mitteldeutsches landwirtschaftliches Gut. Mit seiner Eheschließung am 8. September 1921 widmete er sich jedoch mehr und mehr dem väterlichen Gut in Oberlödla, welches er nach dem Tod des Vaters endgültig übernahm. Neben der Leitung des Gutes entdeckte er voller Hingabe seine Leidenschaft zu den Blattsukkulenten. Eifrige Literatur- und Herbarstudien und Anknüpfung weitreichender Auslandsbeziehungen stempelten ihn allmählich zum führenden Systematiker und Bearbeiter ganz bestimmter, bisher sehr vernachlässigter Pflanzengattungen. Er wuchs mehr und mehr zum Autor heran. Seine guten Beziehungen zu den Heimatländern der von ihm bevorzugten Sukkulenten kamen ihm dabei zugute. Sein besonderes Arbeits- und Forschungsgebiet galt dabei den Liliaceen im weiteren Sinne, Crassulaceen und Portulacaceen. Durch seine unzähligen Neubeschreibungen, die häufig mit sehr guten Pflanzenbildern versehen waren, regte er die Sammeltätigkeit in den Heimatländern dieser Pflanzenfamilien an. Besonders seine Arbeiten zu den Arten der Gattung Haworthia fielen dabei auf. Der große Haworthia-Bestimmungs-Schlüssel hat in der Wissenschaft viele Unklarheiten beseitigt. Aber auch die Gattungen Adromischus, Anacampseros, Echeveria und Pachyphytum erfuhren manche recht wertvolle Klärung. Eine lebenslange Freundschaft verband ihm hierbei mit Hermann Jacobsen und Kurt Dinter.

Karl von Pöllnitz starb gemeinsam mit seiner Frau und seiner einzigen Tochter bei einem amerikanischen Bombenangriff auf seinem Gut am 14. Februar 1945.

Der niederländischen Naturforscher Antonius Josephus Adrianus Uitewaal benannte 1940 nach Karl von Poellnitz die monotypische Gattung Poellnitzia aus der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae).[1] Weitere Arten wie: Gasteria poellnitziana (Synonym von: Gasteria pulchra), Haworthia poellnitziana (Varietät von: Haworthia minima), Conophytum poellnitzianum (Synonym von: Conophytum pageae) und Anacampseros poellnitziana (Synonym von: Anacampseros filamentosa) wurden ebenfalls nach ihm benannt.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leipzigs Milchversorgung während des Krieges und nach dem Kriege. Jahrbuch der Philosophischen Fakultät Leipzig 1921, S. 1–70.
  • Die Portulacaceae Ostafrikas. In: Boletim da Sociedade Broteriana, Coimbra 1940, 22 Seiten.
  • Die Anthericum – Arten Deutsch-Ost-Afrikas. In: Boletim da Sociedade Broteriana, Coimbra 1942, 16 Seiten.
  • Die Anthericum – Arten Angolas. In: Boletim da Sociedade Broteriana, Coimbra 1943, 37 Seiten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Birkenhäuser, Norderstedt 2004, ISBN 3-540-00489-0, S. 188.
  • Hermann Jacobsen: Das Sukkulentenlexikon: kurze Beschreibung, Herkunftsangaben und Synonymie der sukkulenten Pflanzen mit Ausnahme der Cactaceae. 2. Auflage. Fischer, Stuttgart-New York 1981, ISBN 3-437-30340-6.
  • Alfred Zantner: Dr. Karl von Poellnitz. In: Sukkulentenkunde – Jahrbücher der Schweizer Kakteengesellschaft, 1948, S. 63.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]