Katharina Wasa (1584–1638)

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Jacob Heinrich Elbfas: Porträt der Katharina Wasa

Katharina von Schweden (* 19. November 1584 in Nyköping; † 13. Dezember 1638 in Västerås) war eine schwedische Prinzessin und durch ihre Heirat mit Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg Titular-Herzogin von Zweibrücken und aus eigenem Recht schwedische Thronfolgerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katharina war das einzige Kind von sechs Kindern des späteren Königs Karl IX. von Schweden und dessen erster Ehefrau Anna Maria von der Pfalz, das die Kindheit überlebte. Aus seiner zweiten Ehe mit Christine von Schleswig-Holstein-Gottorf hatte der König dann noch vier weitere Kinder, darunter Katharinas Halbbruder, den späteren schwedischen König Gustav II. Adolf. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1589 wurde Euphrosina Heldin von Dieffenau zu ihrer Pflegemutter ernannt. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Nach der Thronbesteigung ihres Halbbruders Gustav II. Adolf galt sie als dessen Vertraute. In einigen Fällen trat sie sogar als dessen Beraterin auf. Für eine Prinzessin aus königlichem Haus heiratete sie relativ spät, was an der innenpolitischen Situation Schwedens lag, die die europäischen Staaten verunsicherte. Dabei handelte es sich vor allem um den Konflikt zwischen Katharinas Vater und dessen Neffen Sigismund III. Wasa. Nachdem einige Heiratsprojekte gescheitert waren, heiratete sie am 21. Juni 1615 (nach anderen Angaben am 11. Juni) in Stockholm Johann Kasimir von Pfalz-Zweibrücken. Die ersten Jahre nach der Hochzeit verblieb sie noch in Schweden. Erst im Januar 1618 zog sie zu ihrem Ehemann. Das Paar lebte auf Schloss Kleeburg im Nord-Elsass. Nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges musste das Paar vor den Kriegswirren nach Straßburg fliehen.

Im Jahr 1622 kehrte das Paar auf Wunsch von König Gustav II. nach Schweden zurück. Der König wollte damit einerseits das Paar von den Schrecken des Krieges in Europa schützen. Zum anderen spielte auch die Frage der schwedischen Thronfolge eine Rolle. Seit 1622 waren außer dem König und Katharina sämtliche legitimen Nachkommen Karls IX. ohne Erben verstorben. Im Jahr 1622 hatte der König selbst keine eigenen Kinder. Eine Tochter war im Vorjahr gestorben. Damit stand Katharina vorübergehend an erster Stelle der schwedischen Thronfolge. In den Jahren 1623 und 1625 wurden dem König dann eine weitere Tochter und ein Sohn geboren, die aber beide 1624 bzw. 1625 im Kindesalter verstarben. Erst ab der Geburt von Prinzessin Christina im Jahr 1626 hatte Gustav II. eine länger lebende Thronfolgerin, die dann 1632 nach seinem Tod tatsächlich den schwedischen Thron besteigen sollte. Katharina und ihr Mann residierten damals auf Schloss Stegeborg. Dort führten sie das Leben von reichen Hochadligen. Ihr Lebensstandard und die Dienerschaft kamen denen am Königshof gleich. Katharina kümmerte sich persönlich um die Verwaltung der ihr übertragen Ländereien. Das Verhältnis zum König blieb auch in den folgenden Jahren gut.

Im Jahr 1632 fiel der König, der aktiv in den Dreißigjährigen Krieg eingegriffen hatte, in der Schlacht bei Lützen. Nun mehr folgte ihm seine noch minderjährige Tochter Christina auf dem Thron nach und Katharina rückte wieder zur Thronfolgerin auf. In den Jahren 1631 bis 1632 hatte Katharina während der Abwesenheit des Königspaares die vorübergehende Vormundschaft über Christina gehabt. Nach dem Thronwechsel kam es zu Differenzen zwischen Katharina und deren Mann mit der neuen Regierung. Dabei ging es auch um die Stellung des Paares und deren Rechte. Vorübergehend zog sich das Paar aus dem Hofleben zurück. Bald darauf wendete sich das Blatt wieder. Kanzler Axel Oxenstierna betraute Katharina mit der Vormundschaft über die junge Königin. Laut späterer Aussage von Christina verbrachten die beiden eine glückliche Zeit zusammen. Während Katharina in Schweden als Mitglied des Königshauses sehr beliebt war, stand ihr Mann eher im Abseits. Um Johann Kasimir versammelte sich auf Schloss Stegeborg ein Kreis von Gegnern des Kanzlers Oxenstierna. Im Jahr 1638 floh der königliche Hof vor einer Seuche aus Stockholm nach Västerås, wo Prinzessin Katharina am 13. Dezember des gleichen Jahres immer noch als schwedische Thronfolgerin verstarb.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Katharinas Tod vererbte sich ihr Thronanspruch auf ihren ältesten Sohn Karl Gustav den späteren schwedischen König Karl X. Dieser verliebte sich in Königin Christine und wurde von ihr 1647 zum Generalissimus der schwedischen Truppen in Deutschland ernannt. Im Jahr 1649 erklärte Christine ihre Absicht Karl zu heiraten. Bei dieser Gelegenheit wurde dieser auch offiziell vom schwedischen Reichstag als Thronfolger anerkannt. Schon 1650 erklärte Christina jedoch niemals heiraten zu wollen (wohl auch, weil Karl Gustav im März 1649 ein unehelicher Sohn geboren worden war), und am 16. Juni 1654 dankte sie ab. Schon am folgenden Tage wurde Karl ihr Nachfolger. Damit gelangte die schwedische Krone über Katharina Wasa an das Haus Wittelsbach, dem die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken angehörten.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Kasimir und Katharina Wasa hatten acht Kinder:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanna Lundh-Eriksson (1947). Hedvig Eleonora. Stockholm: Wahlström & Widstrand.

Marie-Louise Rodén: Drottning Christina (Queen Christina) (2008)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katharina Wasa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien