Kemmathen (Flachslanden)

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Kemmathen
Koordinaten: 49° 25′ 50″ N, 10° 30′ 20″ O
Höhe: 395 m ü. NHN
Einwohner: 29 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 91604
Vorwahl: 09829

Kemmathen (umgangssprachlich: Kémədn [2]) ist ein Ortsteil des Marktes Flachslanden im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Weiler fließt der Kemmathbach, ein rechter Zufluss der Zenn, und südlich des Weilers mündet der Weihergraben als rechter Zufluss in den Kemmathbach. Unmittelbar nordwestlich des Ortes liegt der Schneidmühlweiher. Ca. 0,75 km südwestlich liegt das Waldgebiet Neuwiesenschlag, ca. 1 km nordöstlich erhebt sich der Brachberg (420 m ü. NN).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1275 als Kemenaten erstmals namentlich erwähnt. Dieser Ortsname ist besonders im süddeutschen Raum weit verbreitet.[4] Er leitet sich von dem lateinischen Wort calminata ab und bezeichnete ursprünglich ein mit einer Feuerstätte versehenes Gemach.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Kemmathen zur Gemeinde Virnsberg. In Kemmathen gab es 4 Haushalte. Das Hochgericht übte die Obervogteiamt Virnsberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Deutschordenskommende Virnsberg inne. Alle Anwesen hatten die Deutschordenskommende Virnsberg als Grundherrn.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kemmathen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Virnsberg zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Virnsberg an.[6] Am 1. Mai 1978 wurde diese im Zuge der Gebietsreform wurde in den Markt Flachslanden eingegliedert.

Ehemalige Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abgegangenes Nonnenkloster auf dem Brachfeld[7]
  • Ehemaliges Forsthaus des Deutschen Ordens, unter der Landeskomtur der Freiherren von Eyb (bis 1764) errichtet. Zweigeschossiger Bau mit Walmdach und Resten von Außenbemalung (Jagdbilder); Bruchsteinmauer mit barocken Torpfosten[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002011 002017
Einwohner 18 23 25 29 29 34 28 32 41 44 35 31 29
Häuser[8] 4 5 4 5 5 5 7 9
Quelle [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Laurentius (Flachslanden) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Dionysius (Virnsberg).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Virnsberg zur Kreisstraße AN 21 bzw. nach Sondernohe ebenfalls zur AN&21.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Kemmaten. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 75 (Digitalisat).
  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 112.
  • Günther P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 2). Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 117.
  • Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 106 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.flachslanden.de
  2. a b E. Fechter, S. 112.
  3. Kemmathen im BayernAtlas
  4. Siehe dazu: Kemnat, Kemnath, Kemnaten, Kemnathen, daneben auch als Kompositum, z. B. Dorfkemmathen.
  5. H. H. Hofmann, S. 106.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  7. a b G. P. Fehring, S. 117. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 47 (Digitalisat).
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 46 (Digitalisat). Kemmathen: 18 Einwohner, 4 Häuser; Schneitmühle: 5 E., 1 H.
  11. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 986, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1152, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Kemmathen: 20 Einwohner; Schneitmühle: 9 E.
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1092 (Digitalisat). Kemmathen: 21 Einwohner, 3 Wohngebäude; Schneidmühle: 8 E., 1 Wgb.
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1156 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1031 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 758 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 172 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).