Kemmlitzbach

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Kemmlitzbach
Der Kemmlitzbach zwischen Schlegel und Rosenthal

Der Kemmlitzbach zwischen Schlegel und Rosenthal

Daten
Gewässerkennzahl DE: 67418
Lage Landkreis Görlitz, Sachsen, Deutschland
Flusssystem Oder
Abfluss über Lausitzer Neiße → Oder → Ostsee
Quelle Am Westhang des Buchberges im Oberwald
50° 58′ 5″ N, 14° 50′ 3″ O
Quellhöhe 305 m ü. NN
Mündung Bei Rosenthal in die Lausitzer NeißeKoordinaten: 50° 57′ 9″ N, 14° 53′ 42″ O
50° 57′ 9″ N, 14° 53′ 42″ O
Länge 7,8 km[1]

Linke Nebenflüsse Langer Grundgraben, Vogelteichgraben, Erlbach
Rechte Nebenflüsse Kretschsträucher Wasser, Schlegeler Feldhäusergraben, Dittelsdorfer Wasser
Durchflossene Seen Schwarzer Teich, Hofeteich
Mittelstädte Zittau

Der Kemmlitzbach, auch Kemmlitz oder volkstümlich Kaamlts (von slawisch kamen für Stein), ist ein sieben Kilometer langer Bach, der die Dörfer Burkersdorf, Schlegel und Hirschfelde durchfließt. Er entspringt am Westhang des Buchberges im Oberwald, durchfließt später mehrere Teiche in Schlegel und vereinigt sich im Kemlitztal mit dem Dittelsdorfer Wasser, der wiederum vom Buchbergbach und dem Ziegelscheunenbach gespeist wird. Etwa einen Kilometer weiter mündet der Kemlitzbach bei Rosenthal in die Lausitzer Neiße. Da dieser Bach hauptsächlich zur Entwässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen dient, unterliegt sein Wasserstand starken Schwankungen. Dies führte in der Vergangenheit oft zu Hochwassern und Überschwemmungen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kemlitztal

Der Untergrund des Bachs besteht im Wesentlichen aus Rumburger Granit, in den sich das Flussbett etwa 20 bis 30 Meter tief hineingesägt und so das Kemmlitzbachtal gebildet hat. Der Granit kann in mehreren verlassenen Steinbrüchen am Uferhang entdeckt werden, weiterhin finden sich blaue Quarze mit eingelagerten Rutilnadeln.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Baches verläuft eine schmale Bachaue, die zusammen mit dem Hangwald ein Schutzgebiet bildet. Der Wald besteht hauptsächlich aus Bergahorn, Eschen, Grau-Erlen und Weiden. Weitere charakteristische Pflanzen sind Kälberkröpfe, Süße Wolfsmilch, Große Springkraut, Steifhaariger Löwenzahn, Geflecktes Johanniskraut und Wald-Geißbart. An den Steilhängen wachsen größtenteils Ahorn, Esche und die Quirlblättrige Weißwurz.

Das Tal des Kemmlitzbaches ist der Lebensraum mehrerer streng geschützter Tierarten und gehört zum FFH-Gebiet Lausitzer Neiße. So findet man etwa die Kreuzkröte in einem Teich nordwestlich von Rosenthal, allerdings stammt der letzte Nachweis dieser Tierart aus dem Jahr 1996.[2] Weiterhin sind hier die Fledermausarten Großes Mausohr und die gefährdete Mopsfledermaus heimisch.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die südöstliche Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 16). 2. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1971, S. 92f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geoportal des Landkreises Görlitz. Amt für Kreisentwicklung, Landkreis Görlitz; abgerufen am 11. April 2012.
  2. Anja Wetzel, Axel Auhagen: Habitatmodell Kreuzkröte, Landschaftsplan Hirschfelde, Sachsen. Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) Fachbereich Landbau/Landespflege, Fachgebiet Landschaftsplanung, 2009, S. 3; abgerufen am 8. Juli 2010 (PDF; 135 kB).
  3. Regionaler Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien: Regionalplan Region Oberlausitz-Niederschlesien, Umweltbericht. 19. Juli 2007, S. 198; abgerufen am 8. Juli 2010 (PDF).