Talsperre Kiliansteich

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Dieser Artikel behandelt die heutige Talsperre. Für die Teiche der alten Staukaskade, siehe unter Kiliansteiche.
Talsperre Kiliansteich
Kiliansteich 228.jpg
Lage: Landkreis Harz
Zuflüsse: Büschengraben
Abflüsse: Rödelbach
Größere Orte in der Nähe: Straßberg
Talsperre Kiliansteich (Sachsen-Anhalt)
Talsperre Kiliansteich
Koordinaten 51° 36′ 21″ N, 11° 1′ 23″ OKoordinaten: 51° 36′ 21″ N, 11° 1′ 23″ O
Daten zum Bauwerk
Sperrentyp: Steinschüttdamm[1]
Bauzeit: 1610
(Original)[1][2]
1989–1995
(Neubau)[1][2]
Höhe über Talsohle: 22,9 m
Höhe über Gründungssohle: 24,6 m[1]
Höhe der Bauwerkskrone: 442,23 m
Bauwerksvolumen: 93.000 m³
Kronenlänge: 210 m[1]
Kronenbreite: 4 m[1]
Böschungsneigung luftseitig: 1:2
Böschungsneigung wasserseitig: 1:2
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 440,5 m
Wasseroberfläche 17,3 ha
Speicherraum 800.000 m³
Gesamtstauraum: 1.069.000 m³[1]
Einzugsgebiet 3,9 km²
Bemessungshochwasser: 3,5 m³/s

Der Kiliansteich ist eine Talsperre im Harz. Sie liegt nahe Straßberg in sachsen-anhaltischen Landkreis Harz. Der durch den Büschengraben gespeiste Stausee ist Nachfolger der zwei unteren Teiche der alten Staukaskade Kiliansteiche.

Ursprünglich als Trinkwasserresere angelegt, wird die Talsperre heute zum Hochwasserschutz sowie zur Niedrigwasseraufhöhung, Fischerei und Naherholung genutzt.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kiliansteich liegt innerhalb des Unterharzes im Naturpark Harz. Er erstreckt sich 2,1 km südwestlich des Harzgerodeer Ortsteils Straßberg. Zufluss ist der Büschengraben und Abfluss der Rödelbach, der erst südost- und dann nordwärts zur Selke fließt.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich gab es an der Stelle des heutigen Stausees vier Kiliansteiche, wovon einer bereits 1610[1] urkundlich erwähnt wurde und die hintereinander für den Bergbau angelegte worden waren. Jeweils einer davon war 1901 und 1944 gebrochen und der verbliebene war in einem schlechten Zustand.[2] Deshalb wurde 1989 bis 1995[1][2] an der Stelle des untersten Staudamms ein neuer, höherer Damm errichtet. Die beiden mittleren Dämme wurden abgetragen und der oberste, der 1703 erbaute Damm des Oberen Kiliansteichs wurde ausgebaut; sein Becken dient heute als Vorsperre.

Staudamm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsperre hat als Absperrbauwerk einen Steinschüttdamm mit einer Lehmkerndichtung,[1] der auf Tonschiefer-Festgestein gegründet ist. Der Damm ist 24,6 m über der Gründungssohle hoch sowie 210 m lang und an der Krone 4 m breit.[1] Er hat 93.000 m³ Bauwerksvolumen. Seine Kronenhöhe liegt auf 442,23 m Höhe.

Stausee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stausee der Hauptsperre ist 17,3 ha groß. Er hat 1,069 Millionen m³[1] Gesamtstauraum bei einem Einzugsgebiet von 3,9 km². Der Wasserspiegel liegt am Stauziel auf 440,5 m Höhe. Das Bemessungshochwasser liegt bei 3,5 m³/s und die Leistung der Hochwasserentlastung bei 12 m³/s.

Die Kiliansteiche sind als Nr. 211[2] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen; die Stempelstelle befindet sich am Erddamm der Vorsperre Kiliansteich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Kiliansteich und Vorsperre Kiliansteich (sowie andere Talsperren), in Gebietsstaubereich Nord, auf talsperren-lsa.de
  2. a b c d e Harzer Wandernadel: Stempelstelle 211 / Kiliansteiche, auf harzer-wandernadel.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talsperren in Sachsen-Anhalt. Autorenkollegium, Hrsg. Talsperrenmeisterei des Landes Sachsen-Anhalt 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Talsperre Kiliansteich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien