Klaus-Peter Murawski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Klaus-Peter Murawski (* 17. Mai 1950 in Erfurt) ist ein deutscher Politiker (Grüne). Von Mai 2011 bis August 2018 war er Chef der Staatskanzlei und von Mai 2016 bis August 2018 zudem Staatsminister im Staatsministerium Baden-Württemberg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murawski wurde in Erfurt in der ehemaligen DDR geboren, seine Eltern flohen 1960 mit dem damals Zehnjährigen in die Bundesrepublik. Nach dem Abitur am Neuen Gymnasium in Nürnberg studierte er Politologie, Soziologie, Germanistik, Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Berufstätigkeit begann er als Kaufmann im Unternehmen der Familie und engagierte sich ab 1969 in der FDP und bei den Jungdemokraten, deren stellvertretender Bundesvorsitzender er 1973 und bayerischer Landesvorsitzender 1974 war. 1978 wurde er in den Nürnberger Stadtrat gewählt. Dort war er bis 1981 Fraktionsvorsitzender der FDP, wechselte dann zu den Grünen und übernahm hier ab 1984 erneut die Funktion des Fraktionsvorsitzenden. 1992 wurde Murawski zu einem der Bürgermeister der Stadt Nürnberg gewählt und übernahm in der Stadtführung den Zuständigkeitsbereich Gesundheitswesen und Veterinärwesen und die Leitung des Klinikums Nürnberg. 1996 wechselte Murawski nach Stuttgart und übernahm hier als einziger Grüner von sieben Bürgermeistern unter dem CDU-Oberbürgermeister Wolfgang Schuster die Zuständigkeit für die Bereiche Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser. Er war ehrenamtlicher Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart von 2001 bis 2003. Seit Mai 2011 ist er Chef der Staatskanzlei, zunächst als Staatssekretär und seit Mai 2016 als Staatsminister des Staatsministerium Baden-Württemberg.[1] Er war auch Mitglied des ersten Parteirats der Bundespartei von Bündnis 90/Die Grünen 1999 und Gründer und Bundesvorsitzender des Verbands bündnisgrüner kommunaler Wahlbeamtinnen und Wahlbeamten Deutschlands (GrünKom) bis 2011.

Er veröffentlichte unter anderem zusammen mit Rainer Schiller-Dickhut „Kommunale Unternehmen auf der Flucht nach vorn“, 1999, und zusammen mit Wolfgang Schuster „Die regierbare Stadt“, 2. Auflage 2010.

Ein Porträt in der Stuttgarter Zeitung beschrieb Klaus-Peter Murawski als „durch und durch bürgerlichen Grünen“ und als „eine fast barocke Figur, die sich versteht aufs Repräsentieren, aber auch aufs Strippenziehen hinter den Kulissen“.[2] Im Zuge eines Skandals um das Klinikum Stuttgart geriet auch Klaus-Peter Murawski in die Kritik.[3] Am 24. Juli 2018 kündigte Murawski an, aus Gesundheitsgründen sein Amt als Staatsminister und Chef der Staatskanzlei zum 31. August 2018 niederzulegen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Franke, Armin Jelenik: Ein Nürnberger managt Grün-Rot in Stuttgart, Nürnberger Nachrichten vom 8. September 2011, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. Thomas Borgmann: Graue Eminenz und Strippenzieher, Stuttgarter Zeitung vom 4. Mai 2011, abgerufen am 8. Dezember 2014.
  3. Nach Klinikskandal: Staatsminister tritt wegen Krankheit ab. Die Welt vom 24. Juli 2018.
  4. Murawski legt sein Amt nieder. swr.de, 24. Juli 2018, abgerufen am 26. Juli 2018.