Klaus Luhmer

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Klaus Luhmer SJ, eigentlich Nikolaus Luhmer (* 28. September 1916 in Pulheim bei Köln; † 1. März 2011 in Tokyo), war ein deutscher Jesuit, Pädagoge und Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima.

Leben[Bearbeiten]

Klaus Luhmer trat 1935 dem Jesuitenorden bei. Kurz nach seiner Priesterweihe 1937 wurde er als Missionar nach Japan geschickt. Am 6. August 1945 erlebte er den Atombombenabwurf auf Hiroshima in seinem vier Kilometer entfernten Domizil. „Da sah ich im Süden, mir schien direkt hinter dem nächsten Hügel, eine hellgelbe, leuchtend rotviolette Kugel erscheinen, die heller war als die Sonne“, erinnert sich Luhmer. Er bezeichnete diesen Tag als „Der Tiefpunkt des Daseins“. [1] Er überlebte den Angriff und half mit, die Verwundeten zu versorgen und die Toten zu verbrennen.

Er blieb in Japan und wurde 1953–1987 Professor für Pädagogik und langjähriger Verwaltungsleiter (Kanzler) der Sophia-Universität in Tokio (1957–1965 und 1987–1992).[2] Seit Mitte der 1960er Jahre setzte er sich sehr für den Studierendenaustausch mit der Universität zu Köln ein, der durch vertragliche Vereinbarungen nach dem Besuch einer Delegation von Kölner Studierenden mit Unterstützung durch das Erzbistum begründet wurde.[3]

Luhmer war von 1978 bis 2007 Präsident der Montessori-Gesellschaft in Japan.[4] Als Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Tokio engagierte er sich insbesondere im sozialen Bereich. So kümmert er sich besonders um ausgestoßene Kinder und mittellose Senioren. Er war auch maßgeblich an der Ausgestaltung der Partnerschaft zwischen den Erzdiözesen Köln und Tokyo beteiligt; Kardinal Joachim Meisner ehrte Luhmer mit der Maternusplakette. [5] [6] Er war Berater der Japanisch-Deutschen Gesellschaft in Tokio,[7] zudem Beiratsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG)[8].

Neben vielen Ehrungen war er auch Träger des Bundesverdienstkreuzes. Er war Ehrenmitglied der A.V. Edo-Rhenania Tokyo, eine dem CV befreundete Verbindung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Der Tiefpunkt des Daseins“, taz - Report - 6. August 2003
  2. „Vor 70 Jahren ging P. Klaus Luhmer SJ in die Mission“, Bistum aktuell, Kirchenzeitung Köln, 7. Juli 2007
  3. Nach den Akten der U. Köln (Auslandsamt/Erinnerung Benutzer: G-Michel-Hürth). Karl-Heinz Meid, später langjähriger Vorsitzender der D-J-Gesellschaft, Köln, war selbst Teilnehmer
  4. Nachruf der Edo-Rhenania
  5. „70 Jahre Missionar in Japan“ (PDF; 1,7 MB), weltweit-Pfingsten 2007
  6. „Vor 70 Jahren ging P. Klaus Luhmer SJ in die Mission“, Bistum aktuell, Kirchenzeitung Köln, 7. Juli 2007
  7. „Japanisch-Deutsche Gesellschaft “, Japanisch-Deutsche Gesellschaft, Mai 2007
  8. „Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens OAG“, Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens OAG, 7. März 2007