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Sophia-Universität

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Sophia-Universität
Motto Lux Veritatis
Gründung 1913
Trägerschaft Katholische Kirche (SJ)
Ort Chiyoda, Tokio
Land Japan Japan
Chancellor Tsutomu Sakuma SJ[1]
Studierende 12.568 (2018)
Mitarbeiter 1.585 (2018)
davon Professoren 1.271 (2018)
Netzwerke FIUC[2], IAU[3]
Website www.sophia.ac.jp
Der Yotsuya-Campus

Sophia-Universität (japanisch 上智大学, Jōchi Daigaku; Latein: Universitas Sedis Sapientiae) ist eine römisch-katholische Universität kirchlichen Rechts in Japan.[4] Sie liegt in Kioi-chō, Chiyoda, Tokio und gilt als Elite-Privatuniversität.

Im 16. Jahrhundert bewertete der Jesuitenmissionar Franz Xaver den Charakter der Japaner hoch und schrieb einen Brief nach Rom mit der Hoffnung auf eine Universität in der japanischen Hauptstadt.

Einem Wunsch von Papst Pius X. folgend, wurden von der Ordensleitung drei Jesuiten nach Japan berufen. Am 18. Oktober 1908 kam Joseph Dahlmann SJ mit Henri Boucher SJ, vorheriger Leiter einer Jesuitenakademie in Schanghai, und dem Amerikaner James Rockliff SJ, ein in Österreich ausgebildeter gebürtiger Engländer und ehemaliger Superior in einer Jesuitenprovinz in den Vereinigten Staaten, in Yokohama an.[5] 1911 gründeten sie die rechtsfähige Stiftung und den Schulträger „Jōchi Gakuin“. 1913 erfolgte die Gründung der Hochschule als Jōchi Daigaku, später Sophia-Hochschule, auf der Grundlage des Fachschulerlasses durch Hermann Hoffmann SJ. 1928 erlangte diese auch die staatliche Anerkennung des Universitätsstatus aufgrund des Universitätserlasses.[5]

Bis 1928 war die Hochschule noch nicht konsolidiert; während des Ersten Weltkriegs waren keine deutschen Kräfte mehr nachgekommen und 1923 zerstörte ein Erdbeben die Schulgebäude größtenteils. Zudem vernichtete die Inflation 1923 in Deutschland den Fonds der Bischöfe für die Sophia-Universität. Vom Niveau her entsprach sie eher einem deutschen Gymnasium bzw. einer deutschen Sprachschule; nur der kommerzielle Kurs wurde auf Englisch gelehrt. Lange Zeit blieb sie mit maximal 150 Studenten, darunter nur etwa zehn Prozent Katholiken, die kleinste der 25 staatlich anerkannten Privatuniversitäten. Nach dem Erdbeben von 1923 wurde 1930 mittels einer Anleihe bei der Englischen Jesuitenprovinz an alter Stelle ein Neubau für 3000-4000 Studenten errichtet. Die Studentenzahl stieg vom Frühjahr 1935 allmählich an und erreichte 1940 448, davon 180 im Universitätskurs. Es bedurfte einer studentischen Initiative, dass 1931 mit einem Werk sozialer Hilfe in einem Slumviertel im Norden Tokyos begonnen wurde, geleitet von dem Jesuitenpater Hugo Lasalle. 1937 wurde das Kulturheim der Universität für öffentliche Vorträge gegründet. Dort konnte zwei Jahre später ein Institut zur Erforschung der christlichen Geschichte in Japan errichtet werden, wie überhaupt die wissenschaftliche Leistung der Universität und ihr Veröffentlchungswesen sich vergrößert hatte. Mit der 25-Jahr-Feier der Universität am 3. November 1938 konnte die Aufbaukrise als überwunden gelten.[6]

Im Jahre 2004 überwiegen die Studentinnen, doch fand die Einführung der Koedukation erst 1957 statt.

Der Name Sophia wurde 1926 aus dem Sedes Sapientiae (Sitz der Weisheit) der Lauretanischen Litanei abgeleitet (die Grundbedeutung von Sophia ist auf Griechisch „Gottes Weisheit“). Der erste Rektor war der deutsche Philosoph Hermann Hoffmann SJ.

Bis 1948 lag die Sophia-Universität in der Verantwortung der Niederdeutschen Provinz des Jesuitenordens, seitdem in der neugegründeten japanischen Vizeprovinz des Ordens. Das Erzbistum Köln unter Joseph Kardinal Frings finanzierte in den 1950er Jahren den weiteren Ausbau der Universität[7], ebenso wie die deutsche Regierung unter Konrad Adenauer sowie Unternehmen wie Volkswagen, Zeiss und Krupp.[5]

Etwa 1.500 Hochschuldozenten unterrichten auf vier Campus (Yotsuya, Mejiro Seibo, Ichigaya, Shakujii) über 12.000 Studenten in Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Die Hochschule verfügt über einen japanischsprachigen und einen englischsprachigen Campus. Auf dem japanischen Campus machen die Fakultäten für Fremdsprachen den größten Anteil aus. Für die deutsche Sprache gibt es drei Fakultäten: deutsche Sprache, deutsche Literatur und Germanistik.[8] Mit 148 Partnerinstituten in 35 Nationen ist sie eine besonders international geprägte Universität.

Präsidenten waren:[5]

  • 1910–1913: Hermann Hoffmann SJ (1863–1937), deutscher Philosoph
  • 1913–1937: Hermann Hoffmann SJ (1863–1937), deutscher Philosoph
  • 1937–1940: Hermann Heuvers SJ (1890–1977), deutscher Kulturwissenschaftler
  • 1940–1946: Paul Yachita Tsuchihashi SJ (1866–1965), japanischer Geisteswissenschaftler[9]
  • 1946–1953: Naojiroo Murakami, japanischer Geschichtswissenschaftler
  • 1953–1968: Takashi Oizumi SJ, japanischer Geisteswissenschaftler
  • 1968–1975: Mikao Moriya, japanischer Ingenieurwissenschaftler
  • 1975–1981: Giuseppe Pittau SJ (1928–2014), italienischer Rechtswissenschaftler
  • 1981–1984: Mutsuo Yanase SJ, japanischer Ingenieurwissenschaftler
  • 1984–1987: Tomosuke Hashiguchi, japanischer Geisteswissenschaftler
  • 1987–1993: Masao Tsuchida SJ, japanischer Geisteswissenschaftler
  • 1993–1999: Keiji Otani, japanischer Geisteswissenschaftler
  • 1999–2005: William J. Currie SJ (* 1935), US-amerikanischer Kulturwissenschaftler
  • 2005–2017: Yoshiaki Ishizawa (* 1937), japanischer Sprachwissenschaftler
  • seit 2017: Yoshiaki Terumichi (* 1962), japanischer Ingenieurwissenschaftler
  • Shakuji-Campus:
    • Theologie
  • Yotsuya-Campus:
    • Philosophie
    • Humanwissenschaften
    • Jura
    • Wirtschaftswissenschaften
    • Fremdsprachen
    • Liberal Arts (bis 2006 Vergleichende Kulturwissenschaften)
    • Naturwissenschaften und Technik

Die japanologisch-wissenschaftliche Zeitschrift Monumenta Nipponica wird halbjährlich von der Universität herausgegeben.

Graduiertenabteilung

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  • Theologische Abteilung
  • Philosophische Abteilung
  • Literarische Abteilung
  • Abteilung der Liberal Arts (2005 gegründet)
  • Juristische Abteilung
  • Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung
  • Abteilung für Fremdsprachen
  • Abteilung für Naturwissenschaften und Technik

Bekannte Hochschullehrer

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Bekannte Absolventen

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Bekannte Austauschstudenten

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  • Bruno Bitter (Hrsg.): Sophia Universitaet, 1913–1938, Tokio 1938
  • Peter Milward: The History of Sophia, In: Yanase, Musuo (Hrsg.): The Future Image of Sophia University: Looking Toward the 21st Century. Tokio: Sophia University, 1989, S. 55–75.
  • S. Noma (Hrsg.): Sophia University. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1446.
  • Theodore Geppert: „The Early Years of Sophia University“, Tokio 1993
  • 100 Jahre Sophia-Universität Tokio, Sonderheft der Zeitschrift Weltweit. Das Magazin der Jesuitenmission 2013 Digitalisat
  • Die Sophia-Universität. In: Klaus Schatz, Geschichte der deutschen Jesuiten (1814-1983), Bd. III 1917-1945, Münster: Aschendorff 2013, S. 297–304.
Commons: Sophia University – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Message from The Chancellor: Fr. Tsutomu Sakuma, S.J. auf sophia.ac.jp, abgerufen am 11. August 2020 (en.)
  2. Members. In: www.fiuc.org. International Federation of Catholic Universities, abgerufen am 3. Oktober 2019 (englisch).
  3. List of IAU Members. In: iau-aiu.net. International Association of Universities, abgerufen am 4. August 2019 (englisch).
  4. Annuario Pontificio 2014, Seite 1757
  5. 1 2 3 4 Harald Fuess: „Deutsche Jesuiten in Japan“ (PDF; 99 kB), abgerufen am 3. März 2012
  6. Dieser Absatz nach: Schatz, Die Sophia-Universität
  7. Norbert Trippen: Josef Kardinal Frings (1887-1978): Sein Wirken für die Weltkirche und seine letzten Bischofsjahre. F. Schöningh 2005, Kap. 5 Die Förderung der Sophia-Universität
  8. „Die Sophia Universität in Tokio“, TU Berlin, abgerufen am 3. März 2012
  9. „Born A Japanese Samurai, And Truely Lived As A Jesuit“, abgerufen am 4. März 2012