Kleiner Deister

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Kleiner Deister
Höchster Gipfel Wolfsköpfe (346 m ü. NHN)
Lage zwischen Springe und Eldagsen; Region Hannover, Niedersachsen (Deutschland)
Teil des Calenberger Bergland
Kleiner Deister (Niedersachsen)
Kleiner Deister
Koordinaten 52° 10′ N, 9° 35′ OKoordinaten: 52° 10′ N, 9° 35′ O
Besonderheiten Saupark Springe
Wisentgehege Springe
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Kleiner Deister, Nesselberg und Osterwald sowie Teile von Deister (Norden) und Ith (Süden)

Der Kleine Deister ist ein 346 m ü. NHN[1] hoher Höhenzug des Calenberger Berglands und bildet zusammen mit dem Nesselberg und dem Osterwald eine Gruppe von drei aneinandergrenzenden Gebirgszügen im Nordteil des Leineberglands. Er liegt zwischen Springe und Eldagsen in der Region Hannover in Niedersachsen (Deutschland).

Auf dem Höhenzug liegt das Wildgehege Saupark Springe mit dem Wisentgehege Springe, die Hauptattraktion des Höhenzugs mit zahlreichen Wildtierarten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kleine Deister liegt zwischen dem Deister (Großer Deister) im Norden und dem Nesselberg im Süden; beide Höhenzüge sind durch die südwestlich von Springe gelegenen Deisterpforte getrennt, einem flachen Talpass mit der Quelle der ostwärts zur Leine fließenden Haller. Im Südosten wird der Kleine Deister durch das Tal des Alten Gehlenbachs von den Nordausläufern des Osterwaldes getrennt.

Auf dem im Südwesten vom Kleinen Deister zum Nesselberg überleitenden Sattel und damit zwischen dem Wolfsköpfe im Nordosten und dem Grasberg im Südwesten stand einmal die alte Wolfsbuche; dort entspringt der Schwarze Bach, ein Zufluss des Alten Gehlenbachs. Beide Höhenzüge liegen zwischen dem Springer Ortsteil Altenhagen I im Westen, dem Kernort von Springe im Norden, Eldagsen im Osten sowie den Coppenbrügger Ortsteilen Dörpe im Süden und Brünnighausen im Südwesten.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kleine Deister bildet in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Weser-Leine-Bergland (Nr. 37), in der Haupteinheit Calenberger Bergland (378) und in der Untereinheit Süd-Hannoversche Berge (378.3) den Naturraum Kleiner Deister (378.33), an den sich im Südwesten der Naturraum Osterwald (mit Nesselberg) (378.34) und im Westen der zur Untereinheit Calenberger Becken (378.2) zählende Naturraum Hachmühlener Becken (378.22) anschließt. Nach Osten fällt die Landschaft in den Naturraum Eldagser Lößhügel (521.04) ab, der in der Haupteinheitengruppe Niedersächsische Börden (52) und in der Haupteinheit Calenberger Lößbörde (521) zur Untereinheit Hannoversche Börde (521.0) gehört.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Bergen des Höhenzugs Kleiner Deister gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):

  • Wolfsköpfe (346 m),[1] Südosten
  • Burgberg (ca. 325 m), Zentrum
  • Drakenberg (321,0 m), Südosten
  • Raher Berg (284,8),[1] Nordwesten
  • Hallermundskopf (218,7 m), Zentrum; mit Resten der Burg Hallermund

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felsen mit Höhlen

Der Kleine Deister hat eine hercynisch ausgeprägte Streichrichtung. Er bildet den Nordostflügel einer großen Sattelstruktur. Die Erdschichten des Deisters zu beiden Seiten des Bergkamms aus der Jura- und der Kreidezeit treten dabei im Kleinen Deister spiegelverkehrt zutage.

Die nach Südwesten abdachende Hälfte des Kleinen Deisters mit dem Nesselberg ist von ausstreichenden Sandsteinen, Schluffsteinen und Tonsteinen, zum Teil mit Einlagerungen von Steinkohle gekennzeichnet. Es sind die Obernkirchen-Schichten (Wealden) der Unterkreide.

Die nach Nordosten abdachende Hälfte ist von ausstreichenden Mergelsteinen, Tonsteinen und Kalksteinen gekennzeichnet. Es sind die Münder Mergel des Oberen Juras.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Kleinen Deister und dem Nesselberg liegt das Naturschutzgebiet (NSG) Saupark (CDDA-Nr. 30110; 1954 ausgewiesen; 24,448 km² groß), in dem sich der Saupark Springe mit dem Wisentgehege Springe ausbreitet. Rund um beide Höhenzüge befinden sich die an das NSG stoßenden Landschaftsschutzgebiete Nördlicher Osterwald und Umgebung (CDDA-Nr. 323273; 1972; 18,16 km²), Süd-Deister (CDDA-Nr. 324904; 1967; 33,792 km²) und Osterwald-Saupark (CDDA-Nr. 323574; 1972; 16,046 km²). Auf der Nordosthang liegt das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Höhlengebiet im Kleinen Deister (FFH-Nr. 3823-332; 1,0671 km²) und etwas östlich unterhalb davon das FFH-Gebiet Hallerbruch (FFH-Nr. 3823-331; 2,1244 km²).[1]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junges Wildschwein im Wisentgehege Springe

Saupark Springe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kleine Deister ist fast vollständig mit einer 16,3 km langen und 2 m hohen Sandsteinmauer umbaut, die im Süden über den Kamm des Nesselbergs verläuft. In diesem Areal liegt der Saupark Springe, der sich nahezu auf dem gesamten Höhenzug ausbreitet. Im Saupark gibt es neben Schwarzwild auch Rot-, Dam-, Muffel- und Rehwild. In einigen Höhlen sind seltene Fledermausarten zu finden. Im Park herrscht alter Laubmischwald aus Buchen und Eichen vor; es gibt dort auch Birken- und Kastanienalleen. Neben Felswänden, Höhlen, Hügelgräbern, Wasserquellen und Wildwiesen gibt es hier zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Teil des Sauparks ist das Wisentgehege Springe, ein Wildpark mit zahlreichen Wildtierarten.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Sehenswürdigkeiten im und am Kleinen Deister sind das Jagdschloss Springe, Hügelgräber, alte Sandsteinbrüche auf dem Nesselberg, Reste der mittelalterlichen Burg Hallermund auf dem Hallermundskopf und Überreste der frühmittelalterlichen Wallburg Kukesburg bei Altenhagen. In den Steinbrüchen bei Altenhagen I waren nach 1900 rund 400 Bergleute beschäftigt, die hier den Nesselbergsandstein brachen.

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestlich des Kleinen Deisters führt von Bad Münder durch die zum Deister überleitende Deisterpforte und dann durch Springe sowie weiter nach Völksen die Bundesstraße 217 (HannoverHameln). Südöstlich des Höhenzugs verläuft im Tal des Alten Gehlenbachs von Eldagsen durch Dörpe nach Coppenbrügge im Übergangsbereich zum Osterwald die Landesstraße 422. Über den Höhenzug und den Nesselberg führt von Norden nach Süden der Roswithaweg, ein Fernwanderweg von Nienburg/Weser nach Bad Gandersheim; er hat bei Bad Springe Anschluss an den Europäischen Fernwanderweg E1.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verena und Volker Stahnke (Text): Kleiner Deister. In Silke Beck, Susanne Wildermann, Birgit Roos, Burkhard Wetekam (Red.): 12 grüne Schätze. Entdeckertouren für Kinder in Stadt und Region Hannover, für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren, Hrsg.: Wissenschaftsladen Hannover e.V. in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover und der Region Hannover, Hannover: Transfer-Medien, 2013, ISBN 978-398-14315-5-1; Inhaltsverzeichnis und Verlagsmeldung (Memento vom 5. Mai 2015 im Internet Archive), S. 68–77

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]