Altenhagen I

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Altenhagen I
Stadt Springe
Wappen von Altenhagen I
Koordinaten: 52° 10′ 10″ N, 9° 31′ 5″ O
Höhe: 120–160 m ü. NN
Einwohner: 1230 (20. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31832
Vorwahl: 05041
Altenhagen I (Niedersachsen)
Altenhagen I

Lage von Altenhagen I in Niedersachsen

Altenhagen I (gesprochen Altenhagen Eins) ist der fünftgrößte Ortsteil der Stadt Springe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Katzberg auf Altenhagen I, dahinter der Nesselberg

Altenhagen I ist der westlichste Ortsteil der Stadt Springe und liegt etwa 5 km südwestlich der Kernstadt am Nordhang des Nesselberges zwischen einerseits dem von der Deisterpforte abfallenden Talgrund und andererseits der Grenze des Waldes und Naturschutzgebietes.

Durch das Tal fließt der Sedemünder Mühlbach nach Südwest und mündet in Hachmühlen in die Hamel.

Nordwestlich von Altenhagen I, in der Mitte eines von Deister, Kleinem Deister, Nesselberg und Süntel umgebenen Beckens, liegt der 230 m hohe Katzberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Lehnregister des Bischofs Gottfried von Minden von 1304–1324.[1] 1974 wurde Altenhagen I in die Stadt Springe eingemeindet.

Der ungewöhnliche Zusatz der römischen Zahl I zum Ortsnamen hat historische Gründe: Der Landkreis Springe (1885–1974) umfasste noch ein zweites Altenhagen. Zur klaren Unterscheidung wurden dem Namen die römischen Zahlen I bzw. II hinzugefügt. Nach der Kreisgebietsreform, bei der am 1. März 1974 der Landkreis Springe aufgelöst und die Gemeinde Altenhagen I in die Stadt Springe eingegliedert wurde[2], wurde in beiden Fällen der Zusatz beibehalten. Altenhagen II gehört heute zur Gemeinde Messenkamp.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist seit den Kommunalwahlen 2011 Kai Dettmer (Wählergemeinschaft Altenhagen I).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Furtwängler-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.Vincenz-Kirche

In der evangelisch-lutherischen Kirche in Altenhagen I, vom Konsistorialbaumeister Friedrich August Ludwig Hellner aus Hannover erschaffen als schlichter Saalbau mit dreiseitigem Altarraum und gedrungenem Westturm, steht die älteste fast unverändert erhaltene Orgel des Elzer Orgelbauers Philipp Furtwängler.

Die Planungen für das Instrument begannen im Oktober 1842, im Jahre 1844 wurde es fertiggestellt und vom hannoverschen Schlossorganisten Heinrich Friedrich Enckhausen lobend abgenommen.[4] Ein 1884 geplanter Umbau wurde nicht durchgeführt. 1917 wurden die Prospektpfeifen für Kriegszwecke abgegeben und später erneuert. Das übrige Werk ist im Originalzustand erhalten und wurde 1954 behutsam restauriert. Das Instrument steht unter Denkmalschutz.[5]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Verlängerung der Töpferstraße liegt das Waldbad Altenhagen I.

Dorf-Kultur-Erbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorf-Kultur-Erbe

Nach der Schließung des letzten Einzelhandelsgeschäfts im Dorf bildete sich eine Genossenschaft mit dem Ziel, das zentral gelegene, nicht mehr genutzte Postgebäude aufzukaufen und in ehrenamtlicher Arbeit zu einem kulturellen Treffpunkt für das gesamte Dorf umzugestalten. So entstand ab 2013 das Dorf-Kultur-Erbe mit Café, Dorfladen und Kultur-Kneipe. Der Betrieb wurde am 20. September 2014 aufgenommen.[6]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenhagen liegt direkt westlich des Sauparks Springe und bietet zahlreiche Wander- und Radwege.

Südlich des Ortes, auf der westlichen Schulter des Nesselberges, liegen die Überreste der Kukesburg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 217 führt direkt an Altenhagen I vorbei. Es besteht eine Busanbindung zur 5 km entfernten Kernstadt Springe.

Im Nesselberg oberhalb von Altenhagen I wurde der hochwertige, hellfarbige Nesselbergsandstein gewonnen, der etwa beim Bau des Opernhauses und des Neuen Rathauses in Hannover sowie für das Reichstagsgebäude in Berlin verwendet wurde. Die Steinbrüche, deren größter der Weiße Bruch war, wurden vor Jahrzehnten geschlossen und seitdem renaturiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Otte: Von Sedemünder nach Altenhagen. Zur Geschichte von Kirche und Pfarre in Altenhagen im Reformationsjahrhundert. In: Springer Jahrbuch 2012, S. 86–99

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altenhagen I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sudendorf, Hans: Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, Bd. 1: Bis zum Jahre 1341, Hannover 1859, S. 106, Nr. 184, auch Nr. 241. Vgl. Kemkes, Hugo; Wolf, Manfred (Hrsg.): Die Lehnregister der Bischöfe von Münster bis 1324 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXVIII).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 203.
  3. Zur Gebietsreform vgl. Blazek, Matthias: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen, Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  4. Zu Enckhausen (1799–1885) vgl. Lange, Hans-Jürgen: „Sein Lob tön’ im Posaunenschalle“ – Die Geschichte der Posaunenchorarbeit in der Hannoverschen Landeskirche, Münster: LIT, 1999, S. 206.
  5. Pape Orgeldokumente: Dokumentation der Furtwängler-Orgel in Altenhagen. Schallplatte mit Textheft, Pape-Verlag, Berlin 1975.
  6. Archiv der Genossenschaft, aufgerufen am 9. Mai 2017