Dörpe (Coppenbrügge)

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Dörpe
Koordinaten: 52° 8′ 9″ N, 9° 34′ 1″ O
Höhe: 195 m ü. NHN
Fläche: 2,49 km²[1]
Einwohner: 754 (13. Sep. 1950)[1]
Bevölkerungsdichte: 303 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 31863
Vorwahl: 05156
Dörpe (Niedersachsen)

Lage von Dörpe in Niedersachsen

Dörpe, im Hintergrund der Osterwald

Dörpe ist eine Ortschaft im nordöstlichen Weserbergland, Ortsteil des Fleckens Coppenbrügge im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt an der Passstraße (Landesstraße 422) von Eldagsen nach Coppenbrügge im Tal des Gelbbachs, der die Südwesthänge von Nesselberg und Osterwald trennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Namens Dörpe findet sich mit der Nennung eines Zeugen Bartholomeus van der Dörpe 1393 im Hamelner Urkundenbuch. Es wird davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen Bewohner des Dorfes handelt.[2] Die genaue Entstehung Dörpes ist nicht bekannt. Es gab schon früh als Erbhöfe die sogenannten Meierhöfe und wegen lokaler Tonvorkommen auch Töpferstuben. Ab dem 16. Jahrhundert entwickelte sich sowohl im nahen Osterwald als auch im Gelbbachtal oberhalb Dörpes Kohlebergbau. Er war eine bedeutende Einnahmequelle für die Ortsbewohner. Nach Aufgabe des Kohlebergbaus in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus der Steinbruchbetrieb Wilhelm Schmull, der besonders in den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit vielen Bewohnern Lohn und Brot gab.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde Dörpe in den Flecken Coppenbrügge eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950
Einwohner 446 377 334 355 754
Quelle [4] [5] [5] [5] [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Ortsbürgermeister

Der Ortsrat der Ortschaft Coppenbrügge vertritt auf kommunaler Ebene die Coppenbrügger Ortsteile Coppenbrügge, Dörpe und Marienau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das weithin bekannte ehemalige Null-Energie-Haus in Dörpe (aus technischen Gründen verändert, heute Niedrigenergiehaus)

Heute besteht der Steinbruchbetrieb nicht mehr, in der ehemaligen Steinsäge im Dorfzentrum befindet sich nun ein Gartenbaubetrieb. In Dörpe existieren noch zwei landwirtschaftliche Betriebe, davon einer mit Hofladen. Auch gibt es einige kunsthandwerkliche und handwerkliche Betriebe. Des Weiteren gibt es in Dörpe viele Aktivitäten und Feste wie alljährlich im Frühsommer ein Künstlerfest, Scheunenfeste, Seifenkistenrennen und Feuerwehrwettkämpfe, sowie alle fünf Jahre ein Feuerwehrfest mit Jahrmarkt und einem offiziellen Fest- sowie einem Spaß-Umzug. Aufgrund eigener Erwerbsmöglichkeiten und kultureller Betätigungsfelder ist Dörpe kein bloßes Schlafdorf für Pendler in nahe Großstädte.

Natur und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linde am Lindenplatz, Wahrzeichen von Dörpe

In der nahen Umgebung des Ortes finden sich mehrere Wanderwege, besonders hervorzuheben ist der größtenteils wiederhergestellte historische Dörper Bergmannspfad. Er erinnert an den Bergbau an den Hängen von Nesselberg und Osterwald und folgt dem Arbeitsweg der Dörper zu den verschiedenen Abbaustätten. Dörpe ist idyllisch in einem Bachtal an den Südwesthängen dieser Berge gelegen, sie bilden zusammen mit dem Kleinen Deister eine südöstliche Fortsetzung des Großen Deisters. Es gibt Reitmöglichkeiten im Ort sowie einzelne Ferienhäuser. Ein weitreichender Panoramablick bietet sich an den „Drei Dicken Buchen“ am Bergmannspfad am Rande des Osterwaldes. An den Wegrändern sind natur- und geschichtsbezogene Schautafeln aufgestellt, unter anderem zur historischen Kirschbaumallee am Hang des Ruhbrinks.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dörpe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 29, Sp. 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 12. November 2019] Landkreis Hameln-Pyrmont, S. 38).
  2. Dorfgemeinschaft Dörpe (Hrsg.): Dorfchronik Dörpe. 1989.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 195.
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hameln. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 13. November 2019.
  5. a b c Michael Rademacher: Landkreis Hameln-Pyrmont (Siehe unter: Nr. 19). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.