Klinikum Osnabrück

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Klinikum Osnabrück GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1811
Sitz Osnabrück, Deutschland
Leitung Frans Blok
(Geschäftsführer)
Mitarbeiter 1.325 (2013) [1]
Umsatz 135 Mio. Euro (2012) [1]
Branche Gesundheit
Website www.klinikum-os.de

Die Klinikum Osnabrück GmbH ist eine Krankenhausgesellschaft in kommunaler Trägerschaft mit aktuell zwei Standorten. Der Hauptstandort befindet sich am Finkenhügel im Osnabrücker Stadtteil Westerberg, zweiter Standort ist die Klinik am Kasinopark in Georgsmarienhütte im südlichen Landkreis Osnabrück.

Die Stadt Osnabrück fungiert als alleinige Gesellschafterin. Das Konzept der Maximalversorgung umfasst mehrere medizinische Einrichtungen, klinische Institute, Gesundheitszentren und eine Privatklinik, in denen rund 1.325 Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt sind.

Als akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist das Klinikum mit der Ausbildung angehender Mediziner und Pflegekräfte betraut. Angeschlossen ist zudem eine Akademie für Aus- und Weiterbildung, die sowohl Lehrstellen für berufliche Tätigkeiten im Gesundheitswesen als auch Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter anbietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum Osnabrück besteht seit über 200 Jahren und liegt seit jeher in kommunaler Hand. Die Anfänge gehen bis in das Jahr 1811 zurück, als erstmals ein Stadtkrankenhaus für Bedürftige im Tecklenburger Hof errichtet wurde.[2] Durch den Anschluss eines Versorgungsinstituts für Handwerksgesellen und den 1864 erfolgten Umzug in das neu erbaute Stüver Haus am Heger Tor vergrößerte sich die damalige Städtische Krankenanstalt weiter. Ab 1931 wurde der Klinikum-Betrieb im heutigen Stadthaus am Natruper-Tor-Wall fortgeführt, ehe 1991 der Neubau am Finkenhügel mit 583 Betten bezogen wurde. An den 240 Millionen D-Mark Baukosten beteiligte sich die Stadt Osnabrück mit 58 Millionen.[2] 1994 wurde das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus Osnabrück am Natruper Holz übernommen.

Bis 2009 verfügte die Klinikum Osnabrück GmbH über drei Betriebsstätten, darunter die beiden Krankenhausgebäude am Finkenhügel und Natruper Holz sowie das Pflege- und Altenheim „Haus am Bürgerpark“. Die 1999 übernommene Pflegeeinrichtung mit 155 Plätzen und 66 Beschäftigten wurde nach zehn Jahren aufgrund defizitärer Zahlen an das evangelische Diakoniewerk veräußert.[3]

Übernahme der Klinikum Osnabrücker Land GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 8. März 2011 erfolgte die Übernahme der Klinikum Osnabrücker Land GmbH von der Diakonie mit ihren beiden Klinikstandorten in Dissen und Georgsmarienhütte. Im Jahr 2012 wurden an den nun vier Standorten zusammen rund 25.300 Patienten medizinisch versorgt.[1] Die kommunale Krankenhausgruppe betrieb 691 Betten in den Kliniken im Stadtgebiet und 217 Betten an den beiden Standorten im Osnabrücker Land.

In Osnabrück entwickelten sich unterdessen Planungen, die Geriatrie- und Reha-Abteilung am Standort Natruper Holz zu schließen und in einem Neubau am Finkenhügel unterzubringen, um an einem einzigen Standort agieren zu können. Dieses Projekt hat neben dem Erwerb des Klinikums Osnabrücker Land dazu geführt, dass die Krankenhausgesellschaft zunehmend unter einer angespannten Finanzlage leidet. Nach Überschüssen in den beiden Vorjahren lag der Jahresfehlbetrag 2012 bei rund -5,1 Mio. Euro.[1] Bis Ende 2014 wurde von einem Liquiditätsbedarf von rund 41 Millionen Euro ausgegangen, der durch eine Bürgschaft der Stadt Osnabrück gedeckt werden sollte.[4]

Schließung des Standorts Dissen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geschäftsjahr 2013 schrieb der Klinikstandort in Dissen hohe Verluste und musste Insolvenz anmelden. Ein Investor konnte nicht gefunden werden. Trotz Protesten von Bürgern und Politikern im südlichen Landkreis wurde der Standort Dissen Ende 2014 geschlossen und die Betten aus der niedersächsischen Krankenhausplanung gestrichen. Seitdem gibt es Forderungen nach der Neueinrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums oder einer Portalklinik in Dissen, um die entstandene Lücke in der Akutversorgung im südlichen Landkreis zu schließen. Der Standort Georgsmarienhütte blieb erhalten und wurde in Klinik am Kasinopark umbenannt.

2014 wurde ebenfalls die neue Geriatrie-Station in Osnabrück eröffnet, die direkt an den Standort Finkenhügel angegliedert ist. Der Standort Natruper Holz wird seitdem nicht mehr benötigt und im Rahmen der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 durch die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Beteiligungsbericht 2013. Abgerufen am 31. Januar 2014 (PDF 2,8MB).
  2. a b http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/259068/jubeljahr-im-krankenhaus-der-stadt
  3. http://www.noz.de/archiv/vermischtes/artikel/377761/abschied-vom-haus-am-burgerpark
  4. http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/426276/klinikum-osnabruck-braucht-41-millionen-euro