Dissen am Teutoburger Wald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dissen am Teutoburger Wald
Dissen am Teutoburger Wald
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dissen am Teutoburger Wald hervorgehoben

Koordinaten: 52° 7′ N, 8° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 31,9 km2
Einwohner: 9998 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 313 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49201
Vorwahl: 05421
Kfz-Kennzeichen: OS, BSB, MEL, WTL
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 015
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Große Straße 33
49201 Dissen am Teutoburger Wald
Website: www.dissen.de
Bürgermeister: Eugen Görlitz[2][3] (parteilos)
Lage der Stadt Dissen am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-WestfalenLandkreis CloppenburgLandkreis DiepholzLandkreis EmslandLandkreis VechtaOsnabrückAlfhausenAnkumBad EssenBad IburgBad LaerBad RothenfeldeBadbergenBelmBerge (Niedersachsen)BersenbrückBippenBissendorfBohmteBramscheDissen am Teutoburger WaldEggermühlenFürstenauGehrdeGeorgsmarienhütteGlandorfHagen am Teutoburger WaldHasbergenHilter am Teutoburger WaldMelleKettenkampMenslageMerzenNeuenkirchen (Landkreis Osnabrück)NortrupOstercappelnQuakenbrückRiesteVoltlageWallenhorstKarte
Über dieses Bild
Historische Fachwerkhäuser

Dissen am Teutoburger Wald ist eine Kleinstadt im Süden des niedersächsischen Landkreises Osnabrück.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dissen liegt am Südhang des Teutoburger Waldes am Übergang zu Ostwestfalen. Die höchste Erhebung ist der Hankenüll (307 m ü. NHN) an der nordöstlichen Stadtgrenze. Von Osten nach Westen erstreckt sich das Stadtgebiet etwa 8 km, von Norden nach Süden etwa 10 km. Die Flächennutzung setzt sich wie folgt zusammen: 35 % landwirtschaftliche Nutzung, 41 % Waldfläche, 16 % Gebäude- und Hofflächen und 8 % Verkehrs- und andere Flächen.[4]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aschen
  2. Dissen
  3. Erpen
  4. Nolle

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilter Melle
Nachbargemeinden
Bad Rothenfelde Borgholzhausen

Versmold

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dissen wurde im Jahr 822 erstmals urkundlich erwähnt, als Ludwig der Fromme den Meierhof in Dissen an den Bischof von Osnabrück abtrat. Seit wann der Ort besteht, ist nicht bekannt.

Eine dreiklassige Bürgerschule wurde im Jahr 1857 ins Leben gerufen. Im April 1832 zerstörte ein Großbrand 32 Gebäude, 200 Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf.[5] Am 8. November 1951 erhielt Dissen die Stadtrechte. Der Name „Dissen am Teutoburger Wald“ wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1976 vom niedersächsischen Innenministerium amtlich angeordnet.[6] Seit dem 1. März 2005 hat Dissen einen hauptamtlichen Bürgermeister. Die Bürgermeisterwahl vom 26. Mai 2019 wurde für ungültig erklärt. Der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters war Ulrich Strakeljahn, er übernahm bis zur Neuwahl die Amtsgeschäfte. Seine Stellvertreter waren Meike Krüger (CDU) und Derk van Berkum (SPD).[2]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1217, 1284, 1325 (de) Disnse, 1223, 1282, 1402, 1412, 1442, 1456/58, 1463, 1556, (nach 1605) (de) Dissen, 1225 (in) Dyssene, (ca. 1240) Dissene, 1246 (de) Dissenen, 1271 (de) Dissine, 1279 (in) Dhissene, 1402 Dyssen, 1412 Dyssen, 16. Jh. Dyssen und 1565 Dissenn. Schwierig, vielleicht zu niederdeutsch diesig in einer Form Disina „nebliges, diesiges Gebiet“, vielleicht bezogen auf das Moorgebiet am Dissener Bach. Vielleicht aber auch als Desina > Dissen zu nordgermanisch anord. des „Heuhaufen, ëschober“, norw. desja „kleiner Haufen“, das auch in das Englische entlehnt wurde. Dann etwa Hügelort. Bisher kaum zu lösen.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. April 1974 stattfand, gab es einen Gebietsaustausch zwischen der Stadt Dissen und der Nachbargemeinde Bad Rothenfelde, bei dem Dissen etwas mehr als 100 Einwohner hinzugewann, aber auch fast 600 Einwohner abtrat.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Dissen seit 1987
Jahr Einwohner Quelle
1885 1536 [8]
1910 2016 [9]
1925 2182 [8]
1933 2515
1939 2617
1950 4340 [10]
1956 4353
1961 06962 ¹ [6]
1970 07433 ²
1973 7976 [11]
Jahr Einwohner Quelle
1975 7754 ³ [12]
1980 8001 ³
1985 8108 ³
1990 8401 ³
1995 9010 ³
2000 9222 ³
2005 9322 ³
2010 9271 ³
2015 9390 ³
2019 9998 ³

¹ Volkszählungsergebnis vom 6. Juni in den Grenzen ab 1974
² Volkszählungsergebnis vom 27. Mai in den Grenzen ab 1974
³ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat setzt sich seit 2017 aus 22 Ratsmitgliedern zusammen.[3] Diese werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimm- und sitzberechtigt im Stadtrat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996:

Rat der Stadt Dissen: Wahlergebnisse und Stadträte
CDU SPD GRÜNE FDP UWG Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Gesamtanzahl der Sitze im Rat %
1996–2001[13] 37,9 9 46,2 11 2,8 1 5,6 1 7,5 1 100 23 64,5
2001–2006[13] 45,3 12 42,6 11 2,4 0 3,6 0 6,1 2 100 25 58,6
2006–2011[14] 45,9 10 40,1 9 4,1 1 4,8 1 5,1 1 100 22 48,7
2011–2016[14] 40,9 9 39,4 9 7,2 1 3,0 1 9,5 2 100 22 50,1
2016–2021[15] 45,3 10 25,7 5 7,7 2 21,3 5 100 22 49,6
Prozentanteile gerundet.
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet, da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 23. Februar 2020 ist Eugen Görlitz (parteilos) wieder Bürgermeister der Stadt Dissen.[16][17] Seine Stellvertreter sind Meike Krüger (CDU) und Derk van Berkum (SPD).[3]

Chronik der Bürgermeister

  • Eugen Görlitz: Februar 2020–Dato
  • Ulrich Strakeljahn (geschäftsführend): Dezember 2019–Februar 2020
  • Eugen Görlitz: November/Dezember 2019
  • Hartmut Nümann: 2011–2019
  • Georg Majerski: 2005–2011

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dissen am Teutoburger Wald
Blasonierung: „In Grün unter einer goldenen Blattkrone ein fünfspeichiges goldenes Rad.“[18]
Wappenbegründung: Klemens Stadler schreibt hierzu in seinem Buch:[18]

„Der 1951 Stadt gewordene Flecken zeigte schon im älteren Hoheitszeichen Krone und Rad, darunter zwei schräg gekreuzte Palmzweige, wie Wiedergaben an der Kirchenorgel aus dem 18. Jahrhundert und am Rathaus sowie die früheren Siegel beweisen. Das Rad deutet auf die Landesherrschaft der Bischöfe von Osnabrück hin. Krone und Zweige sind Dekorationen, die in der barocken Heraldik und Sphragistik nicht selten sind. In der Neufassung des Wappens, die 1968 der Regierungspräsident in Osnabrück genehmigte, hat man das Osnabrücker Rad auf fünf Speichen gemindert, wie es in den alten Siegeln der Meier und Richter geschah, und die Zweige als Beiwerk weggelassen. Die Feldfarbe Grün soll das bäuerliche Umland und den Zusatz zum Stadtnamen versinnbildlichen.“

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flaggenfarben sind grün, gelb.[18]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dissen am Teutoburger Wald sind einige Betriebe mit langer Geschichte zu finden:

Darüber hinaus ist der Feuerwehrfahrzeughersteller Schlingmann sowie die Elektronikentwicklung des Landmaschinenkonzerns Claas, die Claas E-Systems, in Dissen ansässig.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Dissen-Bad Rothenfelde liegt an der Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld (KBS 402[21]), auf der im Stundentakt die Regionalbahn „Haller Willem“ RB 75 verkehrt. Im Straßenpersonennahverkehr verkehren Regionalbusse nach Osnabrück, Bad Rothenfelde und Bad Laer.

Dissen ist über die Bundesautobahn 33, die das Stadtgebiet von Nordwesten nach Südosten durchquert, an das Fernstraßennetz angebunden. Die Autobahn ersetzt hier die Bundesstraße 68, die früher durch das Stadtzentrum führte. In diesem Bereich wurde 1996 bis 1999 der sogenannte Lärmschutztrog gebaut, ein 700 m langer Tunnel, der dem Lärmschutz des sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Krankenhauses diente. Das Krankenhaus wurde 2016 geschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dissen am Teutoburger Wald – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. a b Dissen: Görlitz gewinnt Bürgermeisterwahl. In: Webseite Norddeutscher Rundfunk. 23. Februar 2020, abgerufen am 3. Juli 2020.
  3. a b c Rat der Stadt. In: Webseite Stadt Dissen aTW. Abgerufen am 3. Juli 2020.
  4. Statistik. In: Webseite Stadt Dissen. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  5. Geschichte. In: Webseite Stadt Dissen aTW. Abgerufen am 3. Juli 2020.
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 259.
  7. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 26. Januar 2016; abgerufen am 8. Oktober 2018.
  8. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Osnabrück. (Siehe unter: Nr. 11; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Iburg. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 10. Oktober 2020.
  10. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 198 (Digitalisat).
  11. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 52, Landkreis Osnabrück (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. Juli 2020]).
  12. Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 18. November 2019.
  13. a b Amtliche Endergebnisse der Gemeindewahl am 9. September 2001. (PDF; 516 kB) (enthält auch Ergebnisse 1996). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Landkreis Osnabrück. 9. September 2001, S. 70, archiviert vom Original am 25. Mai 2005; abgerufen am 3. Juli 2020.
  14. a b Amtliche Endergebnisse der Gemeindewahl am 11. September 2011. (PDF; 8 MB) (enthält auch Ergebnisse 2006). In: Webseite Landkreis Osnabrück. S. 68, abgerufen am 6. März 2016.
  15. Bekanntmachung des Wahlergebnisses. In: Webseite Stadt Dissen. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  16. Liveticker: Görlitz gewinnt erneut Bürgermeisterwahl in Dissen. In: Webseite Neue Osnabrücker Zeitung. 23. Februar 2020, abgerufen am 3. Juli 2020.
  17. Stefanie Adomeit: Nach ungültiger Wahl im Mai 2019 – Eugen Görlitz schafft es: Dissener Bürgermeister im zweiten Anlauf. In: Webseite Neue Osnabrücker Zeitung. 23. Februar 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.
  18. a b c Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Band 5. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 34.
  19. Stefanie Adomeit: Von Kohlen und Kuhwürsten – Die Geschichte des Dissener Frommenhofs. In: noz.de. 3. August 2017, abgerufen am 13. September 2020.
  20. Westfleisch schluckt Rindersparte von Gausepohl. In: agrarheute.com. 3. Februar 2015, abgerufen am 13. September 2020.