Homann Feinkost

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HOMANN Feinkost GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1876
Sitz Dissen am Teutoburger Wald DeutschlandDeutschland
Leitung Sönke Renk (Vorsitzender), Volker Fiege, Christian Hörger
Mitarbeiter ca. 3.000 europaweit (2016)
Umsatz 630 Mio. Euro (2016)
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.homann.de

Die Homann Feinkost GmbH (Eigenschreibweise: HOMANN) in Dissen am Teutoburger Wald im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen ist ein deutscher Lebensmittelhersteller im Besitz der luxemburgischen Unternehmensgruppe Theo Müller. Das Unternehmen produziert hauptsächlich Feinkostsalate sowie Fisch- und Feinkostprodukte, Dressings und Saucen.

Homann-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sortiment von Homann umfasst mehr als 750 Produkte und wird in Dissen, Bad Essen-Lintorf, Rogätz und Sassnitz produziert.[1] Die Gruppe hat rund 3.000 Beschäftigte in Europa und ist Marktführer der Feinkostbranche. Rund 40 Prozent des Umsatzes im Bereich Feinkostsalate entfallen auf das Markengeschäft und 60 Prozent wird mit Discountern sowie der Gastronomie erzielt. Für Großverbraucher liefert Homann seine Produkte mit Großpackungen an Kunden in der Gastronomie, Hotellerie und an Kantinen, darüber hinaus betreibt die Gruppe durch ihre eigene Spedition EMHaGe, einer Abkürzung für Eingetragene Margarine Handelsgesellschaft, die Lagerhaltung, Logistik und Transport.

Homann-Produkte werden auch unter anderen Namen wie Ofterdinger, Voss oder der Marke Gloria vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1876 gründete Fritz Homann eine Fleisch- und Wurstwarenfabrik in Dissen am Teutoburger Wald und begann 1882 zusätzlich mit der Aufnahme der Margarineproduktion. Die Expansion in der Produktion von Margarine führte 1896 zur Einstellung von Produktion und Vertrieb der Fleisch- und Wurstwaren.

1924 nahm Homann in Dissen eine eigene Fette-Raffinerie in Betrieb, wodurch die Fabrik später die Markenmargarine „Homa Gold“ herstellen konnte. Der Vertrieb zu den Kunden erfolgte mit eigenen Lastkraftwagen im Werkverkehr. Dafür wurden zwei Transport-Genehmigungen inklusive Lkw aufgekauft und am 13. April 1954 wurde die EMHaGe als eigene Spedition im Werk, in das Handelsregister eingetragen.[2]

Das Sortiment wurde 1956 von Homann um Feinkostsalate, Fischfeinkost, Remouladen, Dressings und Würzsaucen erweitert. 1961 erfolgte die Eröffnung des ersten eigenen Feinkostwerkes in Dissen, das 1993, nach der Übernahme durch Unilever im Jahr 1991, zu einer der modernsten Salatfabriken Europas ausgebaut wurde. 1998 verkaufte Unilever Homann an die Gilde Investment.[3] 2007 kaufte Heiner Kamps die Gesellschaft über seine International Food Retail Capital (IFRC) von der britischen Henderson Europe Partners, die Homann 2004 übernommen hatten, für 180 Millionen Euro.[4] Das operative Geschäft wurde von der HK Food GmbH betrieben, an der die Unternehmensgruppe Theo Müller 80 Prozent der Anteile besitzt.[5]

Durch Übernahmen kamen inzwischen auch die Marken „Hamker“ (2008), „Nadler“ und „Lisner“ (2009) sowie „Weser Feinkost“ und „Rügen Feinkost“ (2010) zu Homann.[6] Dabei wurden Werke der übernommenen Unternehmen z. T. umgehend geschlossen.[7]

2009 erwarb Homann die Lizenz der Marke „Livio“ für die Produktgruppen Ketchup, Mayonnaise und Dressings, während die Marke „Livio“ für Speiseöle bei Peter Kölln verblieb.[8]

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Juni 2017 wurde vom Aufsichtsrat der Theo-Müller-Gruppe beschlossen, den Stammsitz in Dissen bis 2020 aufzugeben und statt dessen im sächsischen Leppersdorf neu zu bauen.[9][10] Auch in Bad Essen, Bottrop und Floh-Seligen­thal werden die Werke geschlossen, sobald der Neubau in Betrieb geht. 1550 Mitarbeiter sind betroffen, 1000 davon in Dissen, in Leppersdorf entstehen 800 neue Arbeitsplätze. Der Betriebsrat zeigte sich enttäuscht, auch da ein Neubau am Stammsitz ca. 100 Millionen Euro weniger gekostet hätte, gemäß Alternativkonzept, und forderte die schnellstmögliche Erstellung eines Sozialplans für die Mitarbeiter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wer gehört zu wem: Homann, abgerufen am 3. Februar 2013.
  2. Website der Homann Werk-Spedition EMHaGe (siehe Historie).
  3. Firmenchronik Unilever, auf lebensmittelzeitung.net vom 24. März 2011, abgerufen am 3. Februar 2013 (PDF-Datei; 22 kB)
  4. Kamps schluckt Homann. In: Handelsblatt, abgerufen am 3. Februar 2013.
  5. Bundeswettbewerbsbehörde: Zusammenschlussanmeldung - Bekanntmachung gemäß § 10 Abs 3 Z 2 KartG, Theo Müller; IFR Capital; IFR Jersey vom 28. Dezember 2009, abgerufen am 4. April 2011.
  6. Bereich Feinkost, auf muellergroup.de, abgerufen am 3. Februar 2013.
  7. Homann schließt Rügen Feinkost-Werk in Rostock, auf fischmagazin.de, abgerufen am 19. November 2011.
  8. Homann Feinkost: Lizenzrechte der Marke Livio erworben, auf cafe-future.net vom 2. November 2009, abgerufen am 19. November 2011.
  9. Das Aus für Dissen ist endgültig im Westfalen-Blatt (abgerufen 2. Juli 2017)
  10. Unternehmensgruppe Theo Müller bündelt HOMANN-Produktion in Leppersdorf/Sachsen, Pressemeldung der Unternehmensgruppe Theo Müller (abgerufen 2. Juli 2017)