Kloster Saint-Guilhem-le-Désert

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Kloster von Saint-Guilhem-le-Désert
Inneres der Abteikirche nach Osten

Das Kloster Saint-Guilhem-le-Désert war ein Benediktinerkloster in der französischen Gemeinde Saint-Guilhem-le-Désert im Département Hérault. Die erhaltenen Klosterbauten um die Abteikirche sind seit 1840 als Monument historique klassifiziert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster Saint-Guilhem-le-Désert wurde der Überlieferung nach aus Buße um das Jahr 804 durch Wilhelm von Aquitanien als Kloster von Gellone gegründet. Als Erbauer gilt Herzog Wilhelm von Aquitanien und Toulouse (Guilhem de Toulouse) „Kurznase“ genannt, ein Enkel Karl Martells und erfolgreicher Militär Karls des Großen. Schon bald nach seinem Tod wurde Wilhelm hoch verehrt und sein Grab ist bis in die Gegenwart eine bedeutende Etappe der Jakobspilger auf der Via Tolosana, einem der französischen Abschnitte des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Mit der Heiligsprechung Wilhelms im Jahr 1066 und der damit einhergehenden Zunahme der Pilgerströme zu seinem Grab wurde Gellone unter seinem neuen Namen „Saint-Guilhem-le-Désert“ bekannt. Die Entstehungszeit von Abteikirche und Kreuzgang wird in das 11. bis 13. Jahrhundert datiert.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit Geldern von John D. Rockefeller II. ein großer Teil des Kreuzgangs demontiert und später im New Yorker Museum The Cloisters mit Originalen anderer europäischer Kloster vermischt wieder aufgebaut. Daneben gelangten Teile in das Archäologische Museum in Montpellier und weitere private Sammlungen. 1998 wurde das Klostergelände als Teil des Weltkulturerbes der UNESCOJakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Barnet/Nancy Wu: The Cloisters. Medieval Art and Architecture. New York 2012, S. 56–58f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Saint-Guilhem-le-Désert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Guilhem-le-Désert in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Koordinaten: 43° 44′ 1″ N, 3° 32′ 56″ O