Saint-Just-de-Valcabrère

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Kapelle Saint-Just-de-Valcabrère
Portal der Kapelle Saint-Just-de-Valcabrère
Nordportal, linke Seite: St.Just und St.Stephan, Saint-Just-de-Valcabrère
Nordportal, rechte Seite: St. Pastor und Kaiserin Helena, Saint-Just-de-Valcabrère

Im Gemeindegebiet von Valcabrère im Département Haute-Garonne seht mitten auf einem von Zypressen bestandenen kleinen Friedhof eine Totenkirche.

Angeblich habe sie als Bischofskirche gedient, ehe Bertrand de L’Isle-Jourdain seine Bergkathedrale erbaute. Nach neueren Grabungsergebnissen von Archäologen war ursprünglich sogar südlich der Kirche ein Kreuzgang angefügt, was aber bedeuten würde, dass sie von Mönchen betreut wurde. Die Fundamente des Kreuzgangs wurden anschließend im Boden sichtbar gemacht.

Die Friedhofskirche ist die romanische Basilika Saint-Just-de-Valcabrère und ein wunderbares Beispiel romanischer Baukunst. Sie liegt am Fuße des Hügels, auf dem sich die Kathedrale von Saint-Bertrand-de-Comminges erhebt und gilt als eine der wichtigen Pilgerstätten auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Im Jahr 2000 wurde sie zum Welterbe der UNESCO erklärt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nordportal ist ein flacher Torbau, in dem sich ein Portalbogen mit wuchtigen Archivolten wölbt. Das Tympanon, auf dem der Herr mit Buch und erhobener Segenshand in der Mandorla thront, wird von einer Zahnschnittleiste eingerahmt. Zu beiden Seiten stehen die Skulpturen der Evangelisten und über ihren Köpfen schweben zwei Engel mit Räucherfässern. Zu beiden Seiten des Portals befinden sich jeweils zwei große Standfiguren im Stile der Antike. Die Kapitelle über ihnen stellen die Passion der drei dargestellten Märtyrer dar: Sankt Justus, Sankt Pastor und Sankt Stephan. Die einzig weibliche Person, eine gekrönte Frau mit Kreuz in der Hand, soll Kaiserin Helena darstellen, die - der Legende nach - Christi Marterholz wiederfand.

Das Innere der Kirche besteht aus einem ansehnlichen Mittelhaus und zwei schmalen Seitenschiffen, die zusammen in zwei seltsam hufeisenförmig ausgebuchteten Apsiden und einen halbrunden Hauptchor auslaufen.

Der Heilige St. Just, dem die Kirche ihren Namen verdankt, ruht unter einem späten Ciborium, auf dem er zusammen mit seinem, ebenfalls der Märtyrertod erlittenen Gefährten, St. Pastor dargestellt ist, in einem schmucklosen Sarkophag hinter dem Altar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorher befand sich genau an dieser Stelle eine römischen Nekropole. Saint-Just-de-Valcabrere wurde im XI. und XII. Jahrhundert unter Wiederverwendung von Grabplatten alter römischer Sarkophage errichtet, deren Inschriften teilweise gut leserlich an den Innenwänden zu erkennen sind. Außerdem wurden viele Überreste von viel älteren Gebäuden, einschließlich Stein aus einer nahe gelegenen römischen Villa des 4. Jahrhunderts verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Böttcher, Susanne (Hrsg.): Michelin, Der Grüne Reiseführer: Pyrenäen
  • Oursel, Raymond : Romanisches Frankreich
  • Domke, Helmut: "Frankreichs Süden, im Banne der Pyrenäen", ISBN 3-7913-2356-3
  • Droste, Thorsten, Gaud, Henri: Der Jakobsweg in Frankreich : Romanische Kunst entlang der Pilgerrouten, ISBN 978-3-7774-4365-2
  • Toman, Rolf ( Hrsg.) Romanik: Architektur Malerei Skulptur, ISBN 3-936761-00-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Just-de-Valcabrère – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 43° 1′ 42″ N, 0° 35′ 5″ O