Kloster Schmerlenbach

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Die ehemalige Nonnenabtei Schmerlenbach

Das Kloster Schmerlenbach ist eine ehemalige Benediktinerinnen-Abtei in der Gemarkung Winzenhohl der Gemeinde Hösbach in Bayern in der Diözese Würzburg.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem ursprünglichen Namen Hagen liegt das mittelhochdeutsche Wort hagen (lateinisch indago), das Dornbusch bedeutet, zugrunde. Der spätere Name leitet sich vom den Ort durchfließenden Schmerlenbach ab.[1]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[1]

  • 1218 Hagen
  • 1225 Indagine
  • 1240 Indagine in Hagen und Smerlinbach
  • 1248 Smerlinbach
  • 1273 Smerlibach
  • 1345 Schmerlenbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inneres der ehem. Abteikirche

Das der Heiligen Jungfrau Maria, nachmals St. Agatha geweihte Kloster wurde 1218 durch Gottfried von Kugelnberg, Propst zu Mockstadt und Archidiakon von Würzburg gegründet. Die Kugelnberger waren im Aschafftal reich begütert und Herren auf der nur wenige Hundert Meter nordwestlich gelegenen Burg Kugelnberg gewesen, die heute nur noch ein Burgstall ist. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst und an den Kurerzkanzler Karl Theodor von Dalberg übergeben. Dieser beschenkte 1807 das Aschaffenburger Klerikalseminar aus dem ehemaligen Besitz des Klosters. 1812 wurde Schmerlenbach eine eigene Pfarrei mit angeschlossenem Korrektionshaus für Geistliche. Erster Direktor des Korrektionshauses wurde Georg Scheiblein (* 19. Juli 1766 in Aschaffenburg; † 9. März 1840 in Schmerlenbach). Seit 1985 besteht im ehemaligen Kloster ein Bildungshaus der katholischen Diözese Würzburg.

Muttergottes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spätgotische Figur der Muttergottes von Schmerlenbach stammt aus der Zeit um 1380. Die Redensart „ein Gesicht wie die Muttergottes von Schmerlenbach machen“ ist ein in Franken bekannter Spruch, der sich auf den leidenden Gesichtsausdruck des gotischen Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche in Schmerlenbach bezieht.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Franziskus Büll: Quellen und Forschungen zur Geschichte der Mittelalterlichen Frauenabtei Schmerlenbach im Spessart, Würzburg 1970.
  • Elisabeth Roth: Schmerlenbach, Tradition und Neubeginn, Würzburg 1987.
  • Günter Fuchs: Auch Schmerlenbach wurde nicht an einem Tag erbaut und Den Jungfrauen jeglicher sechs Malter. Leben und Wirtschaften in der Abtei Schmerlenbach von 1400 bis zu ihrer Auflösung, in: Aschaffenburger Jahrbuch Bd. 25/2006 und Bd. 26/2008.
  • Rückerinnerung an den hochwürdigen Herrn Georg Scheiblein, königlich bayerischen geistlichen Rath, Jubelpriester, Ritter des königlich bayerischen Ludwigs-Ordens, Director des geistlichen Correctionshauses und Pfarrer zu Schmerlenbach, von einem seiner Freunde, Verlag von Theodor Perga, Aschaffenburg 1840 (Google Books).
  • Christl Fuchs, Günter Fuchs, B. Uphoff: Schmerlenbach. Begegnungen im Spiegel der Zeit. Würzburg 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Schmerlenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 199 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Die Muttergottes von Schmerlenbach bei hoesbach.de

Koordinaten: 49° 59′ 10″ N, 9° 13′ 42″ O