Schweinheim (Aschaffenburg)

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Schweinheim
Koordinaten: 49° 57′ 45″ N, 9° 9′ 36″ O
Einwohner: 10.848 (31. Dez. 2014)
Eingemeindung: 1. April 1939
Postleitzahl: 63743
Vorwahl: 06021
Schweinheim (Bayern)
Schweinheim

Lage von Schweinheim in Bayern

Schweinheim vom Erbig aus gesehen; in der Mitte die Pfarrkirche Maria Geburt
Schweinheim vom Erbig aus gesehen; in der Mitte die Pfarrkirche Maria Geburt
Luftbild 2008

Schweinheim ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Aschaffenburg mit 10.848 Einwohnern (31. Dezember 2014) und gehört zum Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern der Bundesrepublik Deutschland.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt am rechten Mainufer im südlichen Stadtgebiet am Rand des Naturparks Spessart. Er wird begrenzt durch den Main, die Bahnlinie AschaffenburgMiltenberg der Westfrankenbahn, die Schweinheimer Straße, die Rhönstraße, die Würzburger Straße, die Gemeinde Haibach im Landkreis Aschaffenburg, den Stadtteil Gailbach, durch die Marktgemeinde Sulzbach im Landkreis Miltenberg und den Stadtteil Obernau. Schweinheim wird vom Hensbach durchflossen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In alten Urkunden und Karten stehen noch die Bezeichnungen Oberhayn, Oberhaim, Schweinhain bzw. Unterhayn, Under Schweinhaug bzw. Elderberg. Daraus wurden schließlich die Ortsbezeichnungen Schweinheim, Unterschweinheim und Elterhöfe. Orte Namens Schweinheim gibt es bei Bonn, Euskirchen und im Elsass, wo Schweinheim heute Schwenheim geschrieben wird. Von Schwanheim am Main ist die historische Schreibweise Sueinheim überliefert. Schweinheim ist der Name eines untergegangenen Dorfes bei Jockgrim in der Pfalz, von dem nur das sogenannte Schweinheimer Kirchl erhalten geblieben ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Jahr 1700 ist die Abschrift des Schweinheimer Weistums von 1624 erhalten. Die Schweinheimer Gemarkung umfasste damals die Orte Schweinheim, Unterschweinheim und Elterhöfe.

1715 erhielt die Jüdische Distriktsgemeinde Aschaffenburg die Erlaubnis, um ihren auf Schweinheimer Gemarkung an der Grenze zu Obernau gelegenen Begräbnisplatz eine Mauer zu ziehen.

Am 31. August 1784 wurden im sogenannten Reichemer Wald am Reichemer Brünnchen neben einem Pflugsech freigespülte Goldmünzen gefunden. Weitere Grabungen ergaben Schatzgeld im Gesamtwert von etwa 6.000 Gulden.

Zu Ende des Kurfürstentums Mainz gehörten Schweinheim, Unterschweinheim und die Elterhöfe zur Amtsvogtei Schweinheim, die ihren Sitz in Aschaffenburg hatte und ab 1815 zum Landgericht Aschaffenburg. Am 17. Mai 1818 wurde aus den drei Orten die landgerichtliche Ruralgemeinde Schweinheim geschaffen.

1829 wurde in Schweinheim die Viehtrift abgeschafft und die Stallfütterung eingeführt. 1832 bestand Schweinheim aus sieben Mühlen, sechs Höfen in Unterschweinheim, den Elterhöfen, aus 214 Häusern und zwei Ziegelhütten im Dorf selbst. Es zählte 1472 Einwohner und hatte eine schöne Gemeindewaldung sowie Obst und Weinbau.[1] 1839 zählte Schweinheim 1582 Einwohner.

Im Frühjahr 1860 wurde unter Gemeindevorsteher Rückert die Herbig, ein 22 Tagwerk großes, sumpfiges Gelände südwestlich der Ortslage mittels eines 16 Fuß breiten und 4 Fuß tiefen Grabens und dem abschnittsweisen Bau eines steinernen Drainagekanals von den genossenschaftlich organisierten Eigentümern von 275 Grundstücksparzellen unter der Leitung von Kreis-Wiesenbaumeister Jox in sechswöchiger Arbeit meliorisiert. Für die Arbeiten im Wert von 600 bis 700 Gulden wurden nur 21 Gulden in bar ausgegeben. Die „Kosten der eigentlichen Technik“ übernahm die Kreisregierung von Unterfranken und Aschaffenburg aus ihrem Fonds. Infolge der in Schweinheim verbreiteten Aufgabe landwirtschaftlicher Nutzungen und Versumpfung hat der Herbigsbach heute zum Teil den rechtlichen Status eines Biotops, zum Teil den eines geschützten Landschaftsbestandteils, teilweise aber auch den eines Naturschutzgebietes. Nach dem Beispiel der Herbig wurde im selben Jahr auch der Wiesengrund des Gailbaches und Wiesengrundstücke am Hensbach für den Futterbau kultiviert.

Am 25. Januar 1874 wurde der Genossenschaftsvertrag der Darlehenskasse Schweinheim geschlossen.

Im Jahr 1901 wurde am Schweinheimer Mainufer vom Königreich Bayern eine provisorische Schiffswerft zur Instandhaltung vor allem von Kettendampfern errichtet.

Vom Anfang des 20. Jh bis in die 1950er Jahre wurde an der Gailbacher Straße Kalkspat gebrochen. Zunächst im Tagebau (Weißer Steinbruch), später an der gleichen Stelle im Heinrichsstollen und kurz vor Gailbach im Gertrudstollen.

Bis zur Eingemeindung des Eckertsmühlgebietes (17. November 1904[2]) nach Aschaffenburg verlief die Grenze der Schweinheimer Gemarkung gegenüber der Städtischen Gemarkung auf der Linie Hensbach - Obernauer Straße - Am Häsbach - Bildstock Unterhainstraße - Bertastraße - Bahnweg 2 - Bavariastraße - Blütenstraße - Taunusstraße 1 - Odenwaldstraße - Wendehammer der Alois-Grimm-Straße - Rotwasserstraße - Kullmannstraße - Schlörstraße - Steubenstraße - Kindergarten Schwalbennest - Dümpelsmühlstraße 11 - Dörnbach.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde durch das Königreich Bayern ein Exerzierplatz - an der Stelle des späteren Truppenübungsplatzes Aschaffenburg angelegt.

Am 1. April 1939 wurde Schweinheim nach Aschaffenburg eingemeindet.[3] Bei seiner Eingemeindung war Schweinheim mit ca. 5300 Einwohnern die größte Landgemeinde Unterfrankens.

Ungeachtet seiner stetig wachsenden Einwohnerzahl – von 1961 bis 2010 kamen ca. 3300 Einwohner hinzu – blieben die Elterhöfe und stellenweise auch der Ortskern und Unterschweinheim dörflich geprägt.

Die Gründe für den stetigen Einwohnerzuwachs bis in die jüngste Vergangenheit sind in der Umwandlung des zuletzt von den US-Streitkräften genutzten Gebietes um die ehemalige Artilleriekaserne (Ready Barracks) in Wohn-, Misch-, Gewerbe- und Sondergebiete zu finden, aber auch in der Ausweisung und Erschließung eines Gewerbegebietes und neuer Wohngebiete am südlichen Ortsrand.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebetsstation des Kreuzwegs am Erbig bei Schweinheim
Evangelisch-lutherische Kirche St. Matthäus
"Drei Kreuze" auf dem Sternberg erinnern an früher aufgeführte Passionsspiele
Judenfriedhof in Schweinheim

Für das Jahr 1660 ist für Schweinheim die Existenz einer Kapelle belegt, die vermutlich dem Heiligen Wendelin geweiht war. 1756 musste ihr ursprüngliches Chor einem größeren Querhaus mit neuem Chor weichen. In das Jahr 1751 fällt die Stiftung einer Kaplanei, was weitere Ausbauten bewirkte. 1821 wurde die Kaplanei zur selbständigen Pfarrei erhoben. Der Pfarrei Schweinheim wurden die Dörfer Haibach, Grünmorsbach und Gailbach angegliedert.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die baufällig und zu klein gewordene Kapelle abgebrochen und an ihrer Stelle die bis heute ortsbildprägende Pfarrkirche Maria Geburt errichtet.

Auf der Schweinheimer Höhe gibt es seit 1958 auch eine evangelische Kirche, später um ein Gemeindezentrum sowie einen Kindergarten ergänzt, St. Matthäus und seit 1962 eine Neuapostolische Kirche.

Infolge der Entwicklung neuer Wohngebiete und der besseren Seelsorge in den Wohngebieten um die Hefner-Alteneck-Straße und am Südring (beide liegen auf Aschaffenburger Gemarkung) wurde 1950, ebenfalls auf der Schweinheimer Höhe, die katholische Pfarrei St. Gertrud gegründet und 1959/60 an städtebaulich exponierter Stelle die von Professor Schwarz entworfene, einschiffige Hallenkirche gleichen Namens mit einem freistehenden Turm errichtet.

Von jeher findet die Schweinheimer Volksfrömmigkeit ihren Ausdruck in besonderen Sitten und Gebräuchen sowie in der Errichtung vor allem von Bildstöcken. Hierhin gehört auch ein Kreuzweg, der über den Erbig zur Obernauer Kapelle führt. Bereits in den 1930er Jahren setzte sich der Schweinheimer Pfarrer, Geistlicher Rat Karl Umenhof für den Bau dieser Gebetsstationen ein. Sie wurden von Schweinheimer Gläubigen im altfränkischen Stil gemauert. Die Bildnisse der Stationen gestaltete der Glattbacher Künstler Alois Bergmann-Franken (1897–1965). Witterungseinflüsse und auch mutwillige Zerstörungen hatten den Kreuzwegstationen in den Jahren nach ihrer Entstehung arg zugesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ergriff Pfarrer Vinzenz Buhleier die Initiative zur Renovierung. Auch diesmal wurde Alois Bergmann-Franken beauftragt. Nun führte er die Darstellungen des Kreuzweges Christi in keramischen Mosaikarbeiten aus, die äußeren Einflüssen und Beschädigungen besser widerstehen. Der neue Kreuzweg wurde am 27. Mai 1956 geweiht.

Die nächste Renovierung des Weges fand nach über 40 Jahren statt. Möglich wurde sie durch Geldspenden und freiwillige Helfer. Die Dächer der Stationen wurden erneuert, die Flächen neu gestrichen und die Treppenanlage des Weges ausgebessert. Die Mosaiken wurden durch Bruno Bergmann, einem Enkel des ursprünglichen Künstlers, saniert. Beschädigte Steinchen wurden entfernt, neue Mosaiken nach Vorlage alter Fotografien erstellt. So auch bei der 16. und letzten Station, die von übenden Truppen der US-Armee in den 1960er Jahren bis auf den Sockel zerstört worden war. Da keine Bilder der Originaldarstellung erhalten waren, entwarf Bergmann ein Bild von der Legende der Kreuzauffindung durch die Heilige Helena. Die Renovierung wurde im Jahre 1999 abgeschlossen.[4]

Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schweinheim besteht ein aktives Vereinsleben mit zahlreichen Vereinen:

  • Chorgemeinschaft Schweinheim 1858 e.V.
  • Turnverein Schweinheim 1885 e.V., gegründet 1885
  • Bienenzuchtverein Schweinheim, gegründet am 10. Januar 1910
  • Gesellschaftsclub "Fidelio" Aschaffenburg-Schweinheim e.V., gegründet 1913
  • BSC Aschaffenburg Schweinheim 1920 e.V.
  • Schachclub Aschaffenburg-Schweinheim e.V., gegründet 1986
  • Heimat- und Geschichtsverein Aschaffenburg-Schweinheim e.V., gegründet am 3. Februar 2006

Vereinsring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1976 gegründete Vereinsring Schweinheim umfasst 34 Vereine mit einer Gesamtmitgliederzahl von 8500 Personen. Das 30-jährige Bestehen des Vereinsrings wurde am 15. Januar 2006 mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Fahnenabordnungen aller Vereine und einem Neujahrsempfang im Gemeindehaus der evangelischen St.-Mätthäus-Kirche begangen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr.-Hönlein-Turm auf dem Gipfel des Stengerts

1819 wurde von der politischen Gemeinde Schweinheim nach einem Entwurf von Bernhard Morell das nach Umbau und Erweiterung noch heute bestehende Pfarrhaus, Marienstraße 13, errichtet.

Auf dem 347 Meter hohen Stengerts wurde 1938 vom Spessartbund ein 22 Meter hoher Aussichtsturm als Hindenburgturm errichtet. Das Eigentum an diesem Turm ging an die Gemeinde Schweinheim und im Zuge der Eingemeindung an die Stadt Aschaffenburg über. 1951 wurde er nach dem Chefarzt der ehemaligen Lungenheilstätte Theresien-Heim in Lohr und verdienten Vorsitzenden des Spessartbundes, Dr. Hans Hönlein (geb. 2. Juli 1875, † 26. September 1952) benannt. Mittlerweile sind einige umgebende Bäume nahezu auf Turmhöhe gewachsen, so dass er seiner ursprünglichen Bestimmung als Aussichtsturm mit Rundumsicht nicht mehr uneingeschränkt gerecht werden kann.

Sanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins zwanzigste Jahrhundert hatte Schweinheim, wie viele Orte im Vorspessart schlechte Bausubstanz und unzureichende Straßen. Nach dem Bau der Wasserleitung in den 1920er Jahren und nach der Eingemeindung nach Aschaffenburg 1939 entwickelte sich das Dorf mit zunehmender Motorisierung in den 1960er Jahren zu einem beliebten Wohnstandort – und ungeachtet seiner Randlage sogar zu einem Wohnort für Pendler ins hessische Rhein-Main-Gebiet. Als eines der ersten Gebiete Deutschlands überhaupt wurde der historische Ortskern bereits im Jahre 1962 zum städtebaulichen Sanierungsgebiet erklärt. Die ziemlich umfassende Sanierung wurde 2003 offiziell für abgeschlossen erklärt.[5]

Die Sanierungsplanungen begannen am 6. März 1961 mit einem Auftrag an das Büro von Professor Max Guther, Darmstadt, und kamen 1967 zum Abschluss. Ihr Gegenstand waren vor allem der schlechte, überalterte Gebäudezustand und die Straßenerschließung, die damals hauptsächlich noch durch die Marienstraße erfolgte.

Gemäß Untersuchungsbericht von 1967 waren seit 1948 im Sanierungsgebiet um den historischen Ortskern nur drei Gebäude neu errichtet worden. Ebenso waren elf Prozent der Häuser nicht an das Wassernetz und 51 Prozent nicht an eine vollwertige Kanalisation angeschlossen. Von den 63 Gebäuden hatten 38 Prozent kein WC und 68 Prozent kein Bad.

In der Zeit der Sanierung wurden sieben Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln von der Stadt Aschaffenburg, der Regierung von Unterfranken, dem Freistaat Bayern und dem Bund eingesetzt. Nicht bekannt ist die Gesamtinvestitionssumme privater Investoren, die in Gebäuderenovierungen und Neubauten floss. Schweinheim hat heute ein kleines Stadtteilzentrum mit der verkehrsberuhigten Zone Marienstraße sowie eine Straßenführung, die den Ortskern vom Durchgangsverkehr entlastet.

Stadtentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den ersten Industriebetrieben gehören die Spessart Granitwerk-Gesellschaft (ca. 1892), die 1899 gegründeten Celluloid-Werke Aschaffenburg-Schweinheim (heute Takata) und die Rohproduktenhandlung Gebr. Sternheimer (ab 1941 Süddeutsche Polsterwarenfabrik, ab 1952 Weberei Däfler GmbH).

Kurz nach der Jahrhundertwende entstanden auf Aschaffenburger Gemarkung, heute jedoch zum Stadtteil Schweinheim gehörend, die Güldner Motorenwerke (heute Linde Material Handling) und die Kupfer- und Messingwerke C. Heckmann (später VDM, heute TRW Automotive Inc.).

Am südlichen Ortsrand liegt ein kleines Gewerbegebiet mit mittelständischen Handwerks- und Produktionsbetrieben (Metall- und Holzverarbeitung) sowie Dienstleistungsunternehmen.

Die ab den 1970er Jahren nach und nach erschlossenen Wohngebiete Feldchenstraße, Am Herbigsbach/Sodener Straße, Dümpelsmühle, Rotäckerstraße/Steinweg und Umenhofstraße/Steubenstraße sind heute weitestgehend bebaut. Ab den 1990er Jahren wurden am westlichen Ortsrand zwei Wohngebiete entwickelt: "Am Gäßpfad" und "Rotäckerstraße". Im Gebiet Gäßpfad wird schon gebaut. An der Rotäckerstraße hingegen gibt es bislang keine einvernehmliche Baulandumlegung. Demzufolge können noch keine Straßen gebaut werden. Insbesondere die Wohnlagen auf der Schweinheimer Höhe und am südlichen Ortsrand haben einen hohen Wohnwert – auch wegen der im Stadtteil liegenden Berge (Bischberg, Erbig, Stengerts, Weißberg), der Obstwiesen und weitläufigen Wälder (Schweinheimer Wald, Elterwald). Nach dem Villenviertel am Godelsberg gilt Schweinheim als Aschaffenburgs zweitteuerste Wohnlage.

Luftqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie durch eine Reihe von Flechtenkartierungen nachgewiesen werden konnte, hat sich die Luftgüte in Schweinheim seit 1991 sukzessive gebessert, vor allem weil die weit überwiegende Mehrzahl der Haushalte auf Erdgasheizung umgestellt hat. Zudem sind die Übergangsregelungen der 1. BImSchV ausgelaufen und seit 1. Januar 2015 gelten neue Grenzwerte für die Staub- und Kohlenmonoxidemissionen der verbliebenen, oft mit Holzhackschnitzeln oder Holzpellets befeuerten Heizkessel und -öfen. Durch die Flechtenkartierungen der Jahre 1991, 1997, 2002, 2008 und 2015 ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich die Luftqualität im Stadtteil Schweinheim gerade auch in den Tallagen entlang des Hensbaches stark verbessert hat und die Luftgüte gemäß VDI 3957 Blatt 13 in Schweinheim heute hoch bis sehr hoch ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden ist Schweinheim über die Schweinheimer Straße an das Aschaffenburger Stadtzentrum angebunden, im Nordosten über die Würzburger Straße an das östliche Stadtgebiet und den Spessart. Der Lkw-Verkehr zum Gewerbegebiet fährt teilweise über die Ebersbacher Straße durch den Ort, teilweise umgeht er Schweinheim südlich über den Reiterweg und den Königsgraben.

Die Buslinie 4 verbindet Schweinheim von Montag bis Samstag ganztägig sowie Sonntag nachmittags mit dem Zentrum. Die Linien 5, 10 und 15 berühren Schweinheim ebenfalls im Osten.

Im Westen wird das Schweinheimer Gemarkungsgebiet durch die Bundeswasserstraße Main begrenzt, von der Staatsstraße 2309 sowie den Bahnstrecken Aschaffenburg-Süd – Neuer Hafen und Aschaffenburg-Miltenberg durchzogen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Fäth, am 24. Februar 1909 in Schweinheim geboren, war 40 Jahre Geschäftsführer der Raiffeisenbank Schweinheim. 1923 dem TV Schweinheim beigetreten, betrieb er Leichtathletik und Turnen. Später war er Mitbegründer der Handballabteilung und lange aktiver Spieler. Von 1953 bis 1966 war er 1. Vorsitzender des TV Schweinheim. Für seinen Einsatz erhielt er den Ehrenbrief der Stadt Aschaffenburg (Verleihung 1974). Er verstarb am 17. November 1979 in Aschaffenburg.
  • Johann Georg Schweinfest wurde am 16. Januar 1850 in Neuses bei Schweinshaupten geboren, 1875 zum Priester geweiht, kam 1887 als Pfarrer nach Schweinheim. Er initiierte den örtlichen Raiffeisen-Verein. 1894 legte er den Grundstein für die Kirche Maria Geburt, errichtete Schwesternhaus, Kinderbewahranstalt, Handarbeitsschule sowie Knaben- und Mädchenschulhäuser und andere Projekte. 1912 übergab er der Gemeinde sein schriftliches Vermächtnis: eine Chronik des Pfarrdorfes Schweinheim. Dafür erhielt er am 14. Juni 1912 die Ehrenbürgerschaft von Schweinheim. Am 21. Oktober 1925 verstarb er in Schweinheim.
  • Hannes Neuner, am 27. August 1906 in Schweinheim geboren, war Künstler und von 1953 bis 1969 Professor an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Er verstarb am 25. April 1978 in Stuttgart.
  • Jean Vauchel, der berühmte französische Geigenbaumeister und königlich-bayerische Hofgeigenmacher, wohnte in den Jahren 1853/54 in Schweinheim, von wo er aber nach Damm umzog, nachdem Schweinheimer Kinder seine Tauben beschossen hatten.

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Zeiten des Kurfürstentums Mainz hatte Schweinheim gegenüber den anderen Orten des Vizedomamts Aschaffenburg besondere Vorrechte und gehörte lediglich in Kriminalsachen zum Cent vorm Spessart. Ansonsten unterstand der Ort direkt dem Oberkeller zu Aschaffenburg. Schweinheim hatte keine anderen Frohnden zu leisten als die Arbeit in den Weingärten des Bischberges (in monte episcopi) und Kammerdienste im Aschaffenburger Schloss. Wegen letzterer wurden die Schweinheimer auch als Kammerbauern gehänselt, oder etwas derber als Schweinheimer Häfen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Zweiter Band, S. 646, Erlangen 1832
  2. Statistisches Jahrbuch für das Königreich Bayern, Bd. 10, 1909, S. 15
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 600.
  4. Schweinheimer Kulturweg
  5. Stadt Aschaffenburg - Stadtplanungsamt (Hrsg.): Sanierung Schweinheim 1972-2003. Projektdokumentation. Aschaffenburg 2003