Koczała

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Koczała
Wappen der Gemeinde Koczała
Koczała (Polen)
Koczała
Koczała
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Człuchów
Gmina: Koczała
Geographische Lage: 53° 54′ N, 17° 4′ OKoordinaten: 53° 54′ 8″ N, 17° 3′ 59″ O
Einwohner: 2111
Postleitzahl: 77-220
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GCZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Piaszczyna – Przechlewo
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 30 Ortschaften
7 Schulzenämter
Fläche: 222,41 km²
Einwohner: 3399
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2203052
Verwaltung
Adresse: ul. Człuchowska 27
77-220 Koczała
Tel. (0048-59) 857 42 58
Webpräsenz: www.koczala.pl



Koczała (deutsch Flötenstein) ist ein Dorf mit Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zum Powiat Człuchowski (Kreis Schlochau).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der historischen Landschaft Westpreußen an der Grenze zu Hinterpommern, etwa 15 Kilometer südöstlich von Rummelsburg (Miastko).

Koczała ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die bei Piaszczyna (Reinwasser) an der Landesstraße 20 (Stargard (Stargard in Pommern) – Gdynia (Gdingen)) abzweigt und über Pietrzykowo (Groß Peterkau) und Bielsko (Bölzig) nach Przechlewo (Prechlau) führt. Ein direkter Bahnanschluss besteht nicht.

Dorf Koczała (Flötenstein)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flötenstein in Westpreußen, südlich von Stolp und südöstlich von Rummelsburg in Hinterpommern, auf einer Landkarte von 1908.
Flötenstein südöstlich der Stadt Rummelsburg auf einer Landkarte von 1910
Dorfzentrum von Flötenstein
Häuser in Flötenstein
Dorfkirche von Flötenstein

Das Gebiet um Flötenstein war schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. 1356 verlieh Alexander Stange mit Einwilligung des Komturs in Schlochau (heute polnisch: Człuchów) seinem Schulzen Hermann 60 Hufen, die nach kulmischem Recht mit Bauern zu besetzen waren.

Beim Hussiteneinfall 1433 wurde Flötenstein verwüstet.

Im Jahre 1456 verpfändete der Deutsche Orden Flötenstein an die pommerschen Adligen Anton von der Osten und Cordt Glasenapp.

Der schwedisch-polnische Krieg (1656–1660) hat auch Flötenstein heimgesucht.

Zur Gemeinde Flötenstein gehörten vor 1945 sieben Wohnplätze: Am Diemensee, Flötenstein Bahnhof, Grenzort (heute polnisch: Działek), Kreschenbruch (Podlesie), Pothaken (Potoki) und Steinforth Forsthaus.

Vor 1945 gehörte die Gemeinde Flötenstein zum Landkreis Schlochau, zwischen 1919 und 1939 zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, dann zum Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen in der preußischen Provinz Pommern. 1939 waren hier 1843 Einwohner registriert. Der Volksmund nannte Flötenstein gerne „Krähenwinkel“, weil hier unzählige Krähen ihre zahlreichen Nistplätze hatten und zu jeder Zeit anzutreffen waren.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Kreis Schlochau mit Flötenstein zusammen mit Westpreußen und Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Soweit die deutschen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben. Nach 1945 kam der Ort unter der Bezeichnung Koczała zu polnischen Woiwodschaft Pommern (bis 1998 Woiwodschaft Stolp) und wurde Sitz der Gmina Koczała im Powiat Człuchowski.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1864 1.531 davon 299 Evangelische und 1.227 Katholiken[2]
1925 1.822 davon 362 Evangelische, 1.440 Katholiken und drei Juden[3]
1933 1.907 [4]
1939 1.843 [4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena wurde nach dem Brand der alten Kirche von 1695 aufgrund Blitzschlags am 19. Mai 1891 in den Jahren 1901 bis 1902 als Massivbau in neuromanisch-gotischen Stil erbaut. Ihre Weihe erhielt sie am 27. November 1902. In polnischer Zeit erhielt sie den Namen Kościół pw. Nawodzenia NMP.

Flötenstein war Sitz einer katholischen Pfarrei. Etwa 79 % der Bevölkerung gehörten vor 1945 zur katholischen Konfession. Nach 1945 stieg die Zahl der Katholiken noch an. Der Ort ist nun in das Dekanat Miastko (Rummelsburg) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen integriert. Die Orte Starzno (Starsen) und Bielsko (Bölzig) sind Filialgemeinden.

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche wurde im Jahre 1909 auf dem sogenannten Babylon-Hügel mit Unterstützung des Diasporaverbandes Gustav-Adolf-Werk erbaut. Das Kirchspiel Flötenstein gehörte vor 1945 zum Kirchenkreis Schlochau in der Kirchenprovinz Westpreußen der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Seit 1945 leben in Koczała nur noch sehr vereinzelt evangelische Kirchenglieder. Sie gehören jetzt zum Kirchspiel Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Nächster Gottesdienstort ist Wołcza Wielka (Groß Volz).

In Flötenstein amtierten bis 1945 als evangelische Geistliche: Hermann August Johannes Schmökel (1899–1900), Johann Otto Grabowski (1901–1903), Maximilian Albert Mayer (1903–1924), Friedrich Kübler (1924–1928), Otto Düwel (1929–1936) und Carl Heinz Heymann (1936–1945).

Gmina Koczała[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Koczała umfasst eine Fläche von 22,41 km², was 14,13 % der Gesamtfläche des Powiat Człuchowski entspricht. 67 % der Gemeindefläche sind Wald- und Forstgebiete. In der Gmina sind 3.505 Einwohner registriert, von denen 2.111 im zentralen Ort Koczała leben.

Die Gemeinde reicht im Nordwesten an die Grenze zur Woiwodschaft Westpommern, und ihre Ostgrenze bildet die ehemalige Grenze des Deutschen Reichs zum Polnischen Korridor. Durch das östliche Gemeindegebiet fließt die Brda (Brahe), im westlichen die Ruda (Hammelfließ).

Nachbargemeinden von Koczała sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gmina Koczała wird aus 30 Ortschaften gebildet, die sieben Ortsteilen ("Schulzenämtern") zugeordnet sind.

  • Ortsteile:
  • Bielsko (Bölzig)
  • Koczała (Flötenstein)
  • Łękinia (Lanken)
  • Pietrzykowo (Groß Peterkau)
  • Starzno (Starsen)
  • Trzyniec (Steinforth)
  • Załęże (Flemmingsort)
  • Übrige Ortschaften: Adamki (Adamshof), Bryle (Brill), Ciemino, Dymin (Diemen), Działek (Grenzort), Dźwierzeński Młyn, Dźwierzno (Darsen), Kałka, Niedźwiady (Bäreneiche), Niesiłowo, Ostrówek (Engsee), Pietrzykówko (Klein Peterkau), Płocicz (Hammer), Podlesie (Kreschenbruch), Potoki (Pothaken), Stara Brda (Altbraa), Stara Brda Pilska (Altbraa Schneidemühl), Strużka (Seedorf), Świerkówko (Schwanenbruch), Wilkowo (Hundeschwanz), Zagaje (Stillort), Zapadłe (An der Ketelmesse) und Żukowo (Fuchsbruch).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gmina Koczała liegt verkehrsmäßig sehr abgelegen und ist schwer zugänglich. Die nächste Stadt ist Miastko (Rummelsburg), die über unausgebaute Nebenstraßen und Landwege erreichbar ist.

Eine Bahnanbindung gibt es seit 1992 nicht mehr. Damals wurde die 1902 erbaute Bahnstrecke Człuchów–Słosinko von Człuchów (Schlochau) über Przechlewo (Prechlau) bis Słosinko (Reinfeld) mit Weiterfahrt bis Miastko stillgelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Augsburg 1996.
  • Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Band 1, Hamburg 1968.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder, Danzig 1868, S. 130–131, Nr. 77.
  3. Gunthard Stübs und die Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Flötenstein im ehemaligen Kreis Schlochau in Pommern (2011).
  4. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/schlochau.html#ew39slocefloten