Koloman von Pataky

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Koloman von Pataky (1937)

Koloman von Pataky, geborener Kálmán Pataky de Déstalva (* 14. November 1896, in Alsó Neudra oder Alsólendva, Österreich-Ungarn; † 3. März 1964 in Los Angeles) war ein ungarischer Opernsänger (Tenor).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach kurzer und wenig systematischer Ausbildung debütierte er in Budapest als Herzog von Mantua. 1926 ging er nach Wien und wirkte unter anderem an der Erstaufführung der ägyptischen Helena von Richard Strauss mit. Sein Schwerpunkt lag auf dem italienischen und französischen Fach, einen Namen machte er sich als Mozartsänger. 1931 gab er sein Debüt bei den Salzburger Festspielen im Rosenkavalier.

Pataky wohnte in den Jahren nach seiner Ankunft in Wien in der Damböckgasse 10, Wien-Mariahilf, zusammen mit seiner 14 Jahren jüngeren Frau Lea Beregi (1910–1996), Tochter des 1919 nach Wien geflüchteten ungarischen Schauspielers Oskar Beregi (1876–1965), führte er in dessen Wohnung Margaretenstraße 82, Wien-Margareten, ein überaus gastfreundliches Haus. 1932 stellte Pataky in Wien Antrag auf finanziellen Ausgleich, nachdem ihn sein Schneider sowie die Gesangslehrerin seiner Frau wegen nicht bezahlter Außenstände geklagt hatten. Die gesellschaftliche Affaire, Pataky war Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper im Range eines österreichischen Kammersängers, brachte zutage, dass angeblich die überbordende Gastfreundschaft, die das Ehepaar jedem Besucher ihres Hauses entbot, zur Mittellosigkeit des Sängers geführt hatten.[1] Im September 1932 wurde Patakys Antrag vom Gericht abgelehnt, im Dezember darauf eingestellt. Gemäß Lehmanns Wohnungsanzeiger dürfte Pataky in der Folge seine Wohnung in der Damböckgasse aufgegeben haben,

1939 sang Pataky den Hüon aus Oberon an der Mailänder Scala unter Tullio Serafin.

Seine Mozartinterpretationen sollen zu den besten des 20. Jahrhunderts gehört haben. Nach einer Beinamputation musste er in den 1940er Jahren seine Laufbahn beenden.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1943: Egér a palotában

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So geht ein Kammersänger zugrunde: Gäste ruinieren Pataky. Der Kammersänger muß seine Wohnung auflassen – Patakys Wohnung von Gästen ausgeräumt – Frau Patakys Kleider: für fremde Frauen. In: Wiener Sonn- und Montags-Zeitung, Nr. 28/1932 (LXX. Jahrgang), 11. Juli 1932, S. 6. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wsz.