Koordinierungsrat säkularer Organisationen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Koordinierungsrat säkularer Organisationen
(KORSO)
Logo
Zweck Interessenvertretung der Konfessionsfreien in Deutschland
Vorsitz: Rainer Rosenzweig
Gründungsdatum: 16. November 2008
Sitz: Berlin
Website: www.korso-deutschland.de

Der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) e.V. ist ein Zusammenschluss säkularer Organisationen in Deutschland, der sich als Interessenvertretung der Konfessionsfreien in Deutschland versteht.[1]

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der KORSO wurde im November 2008 als Zusammenschluss säkularer Verbände in Deutschland gegründet.[2] Er ging aus einer informellen Sichtungskommission hervor, die im Jahr 2000 vom Kulturwissenschaftler Horst Groschopp ins Leben gerufen worden war. Gründungspräsident war Frieder Otto Wolf, sein Stellvertreter Carsten Frerk.

Gründungsmitglieder waren:

Bundesweit wirkende Verbände:


Bundesweit wirkende Akademien und Stiftungen


Regionale Organisationen und Stiftungen

  • Humanismus Stiftung Berlin
  • Roter Baum (Dresden)

Die Humanistische Akademie Deutschland und die Humanismus Stiftung Berlin verließen den KORSO kurz nach dessen Gründung.

Von Dezember 2012 bis März 2019 stand der Physiker Helmut Fink an der Spitze des KORSO. Bei Strategieklausuren in Kassel (Mai 2014), Klingberg (Juni 2016) verständigten sich Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände über gemeinsame Themen und Positionen und darüber, wie der KORSO im Rahmen seiner Möglichkeiten und zur Verfügung stehender Ressourcen in die Öffentlichkeit wirken könnte.

Zum Jahresbeginn 2017 brachte der KORSO eine Broschüre über seine Ziele, seine Forderungen und seine Mitgliedsverbände heraus.[3] Am 13. Januar 2017 stellten der Vorsitzende Helmut Fink und sein Stellvertreter Helmut Kramer die Arbeit des KORSO in einer Pressekonferenz im Bundespressehaus Berlin vor.

In der Ratsversammlung Anfang März 2017 wurde der Bund für Geistesfreiheit bfg Bayern als neues Mitglied in den KORSO aufgenommen. Im Anschluss an die Ratsversammlung 2017 umriss der Vorsitzende Helmut Fink den aktuellen Stand des KORSO und seine Pläne in einem Interview mit dem hpd. Ende 2017 verlässt die Stiftung UNITATES den KORSO.

Ende März 2019 übernahm der Wahrnehmungspsychologe Rainer Rosenzweig den Vorsitz des KORSO.[4]

Ziele und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband fordert in seiner Grundsatzerklärung die konsequente religiöse bzw. weltanschauliche Neutralität des deutschen Staates.[5] Dessen Aufgabe sei es, die gesellschaftliche Pluralität zu ermöglichen und die Trennung von Staat und Kirche zu vollenden. In diesem Zusammenhang forderte der Verband beispielsweise, dass die Staatsleistungen an die Kirchen eingestellt werden.[6] Der Verein will gegen eine aus seiner Sicht bestehende Diskriminierung von Atheisten und Agnostikern gegenüber religiösen Gruppen, für die Gleichstellung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und für die Trennung zwischen Religion und Staat eintreten.

Der Gleichbehandlungsgrundsatz solle für alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften verwirklicht werden, die auf dem Boden der Verfassung stehen. In der Schule soll ein integratives Pflichtfach zur Wertevermittlung (wie in Berlin „Ethik“ oder in Brandenburg Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde). Weiter sollen religiös bzw. weltanschaulich neutrale Sozial-, Kultur- und Bildungseinrichtungen gefördert und Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften als freie Träger gleich behandelt werden.

Der Koordinierungsrat fordert ein konsequentes Vorgehen gegen jede Art von Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Fundamentalismus.

Jedem Mensch soll am Lebensende volle Autonomie über sein Leben gewährt werden und Patientenverfügungen volle rechtliche Gültigkeit haben. Der Dachverband will außerdem erreichen, dass die öffentlichen Erinnerungs-, Gedenk- und Trauerkultur so reformiert wird, dass religiös-weltanschauliche Pluralität geachtet und auch die Meinung und Trauer nichtreligiöser Menschen respektiert wird. Den Formen der Fest- und Feierkultur säkularer Organisationen (Namensgebungen, Jugendweihen, Hochzeiten …) soll mehr Respekt entgegengebracht werden.

Der Koordinierungsrat hat sich eine eigene Vertretung säkularer Organisationen in Ethikräten, Rundfunkräten, Bundesprüfstellen und weiteren Einrichtungen, sowie eine Gleichbehandlung in den öffentlich-rechtlichen Medien, besonders bei Sendezeiten, zum Ziel gemacht.[7] Seit 2016 ist der Koordinierungsrat Mitglied im Trägerverein des Humanistischen Pressedienstes.[8]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstandschaft:

  • Vorsitzender: Rainer Rosenzweig
  • Stellv. Vorsitzender: Alexander Bischkopf
  • Schatzmeister: Michael Wladarsch
  • Beisitzer: Petra Bruns, Ralf Lux, Wolf Merk, Swaantje Schlittgen[9].

Mitgliedsverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit wirkende Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweite Akademien und Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionale Organisationen und Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Humanistischer Pressedienst: KORSO fordert „Konfessionsfreien-Konferenz“, vom 17. November 2008
  2. korso-deutschland.de: Geschichte
  3. Der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (PDF) Der Koordinierungsrat säkularer Organisationen. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  4. Neuer KORSO-Vorstand. In: korso-deutschland.de. Abgerufen am 16. April 2019 (deutsch).
  5. Grundsatzerklärung des KORSO
  6. Flyer zur Kampagne "Staatsleistungen an die Kirchen ablösen!", 2015 (PDF; 218 kB), November 2015
  7. Humanistischer Pressedienst: KORSO fordert „Konfessionsfreien-Konferenz“
  8. Frank Nicolai: Neue Mitglieder im hpd-Trägerverein. (Pressemitteilung) Mit dem Landesverband Berlin-Brandenburg des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) sowie dem Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) hat der Humanistische Pressedienst im kommenden Jahr zwei neue, schlagkräftige Mitglieder gewonnen. In: Humanistischer Pressedienst. Volker Panzer, 23. Dezember 2015, abgerufen am 24. Dezember 2015.
  9. Über uns: Vorstand. KORSO, abgerufen am 10. Dezember 2017.