Kottwitz (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen der von Kottwitz

Die von Kottwitz, auch von Kotwitz, sind eine alte niederschlesische Adelsfamilie mit gleichnamigem Stammhaus Kottwitz, dem heutigen Kotowice bei Breslau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Brunzelwaldau um 1860, Sammlung Alexander Duncker, mehrere Jahrhunderte im Besitz der Familie Kottwitz

Erstmals erscheint urkundlich Hugo de Kotenwiz in einer Verkaufsurkunde an das Kloster Alt-Celle bei Nossen (Urkunde Nr. 200[1] im Staatsarchiv in Dresden) am 21. Januar 1216. Die von der Familie angenommene Abstammung von einem aus Kärnten nach Schlesien eingewanderten Adelsgeschlechte Pochner, das den Namen von seinem Sitze Kottwitz angenommen haben soll, bleibt ungeklärt. Später wurde die Familie in den Freiherrenstand erhoben. Eine Linie der Familie, die sich ab dem 16. Jahrhundert Kottwitz von Aulenbach nannte, wandte sich nach Franken, führte dort ein anderes Wappen (Widderhorn) und erlosch bereits im 17. Jahrhundert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen roten Balken. Auf dem Helme mit rot-silbernen Decken ein halber natürlicher Mühlstein, davor ein mit sieben schwarzen Hahnenfedern besteckter roter Schaft.

Wappen der Freiherren von Kottwitz (Variante)

Das Wappen der Freiherren von Kottwitz, verliehen zu Wien am 23. März 1721 anlässlich der Erhebung in den böhmischen Freiherrenstand, ist von Rot und Silber geviert und belegt mit rotem Herzschild, darin ein silberner Balken. Eine Variante zeigt im Herzschild statt des Balkens einen flach liegenden silbernen Mühlstein; auf dem Hauptschild ruhen zwei Helme mit rot-silbernen Decken, auf jedem ein mit der Rundung aufliegender halber silberner Mühlstein, je in der Mitte besteckt mit einem drei schwarze Hahnenfedern tragenden roten Schaft. Die Variante zeigt auf den beiden Helmen die Helmzier des Stammwappens.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 3, Leipzig 1843, S. 163–165.
  • Benjamin Leupold: Alter, Ruhm, Gelehrsamkeit und Religion des uralten Geschlechts von Kottwitz. Denkschrift herausgegeben anlässlich der am 11. September 1770 zu Denkwitz in Niederschlesien erfolgten Vermählung von Sigismund Freiherr von Kottwitz mit Helene Dorothea Hippolite von Bassewitz. Liegnitz 1770 und 1780. Rezension in: Lausitzsches Magazin. Band 3, Görlitz 1770, S. 363–367.
  • Johann Friedrich Fickelscherer: Einige Nachrichten von dem Geschlechte der Herren von Kottwitz, aus den alten Zeiten. In: Lausitzisches Magazin. Band 4, Görlitz 1771, S. 265–270 und S. 279–285.
  • Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, 5. Jg. 1904, Seite 458
  • Siebmachers Neues Wapenbuch 1605, Seite 60, Nr. 13
  • Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon, 1. Teil, Spalte 846
  • Geschlechts-, Namens- und Wappensagen des Adels dt. Nation, Seite 84
  • Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels, Seite 146
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, 1904–1940
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 1865–1942, 1865 S.515ff
  • Genealogisches Handbuch des Adels, 21, 65

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Posse (Hrsg.): Urkunden der Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen. 1196–1234 (= Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Hauptteil I, Band 3). Giesecke & Devrient, Leipzig 1898, S. 162–163 (= Nr. 217) – (Digitalisat).
    Tom Graber (Hrsg.): Urkundenbuch des Zisterzienserklosters Altzelle. Erster Teil: 1162–1249 (= Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Hauptteil II, Band 19). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2006, S. 72–73 (= Nr. 48) – (Digitalisat).
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Limburg/Lahn 1987, S. 447 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]