Kottwitz (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Kottwitz

Eine schlesische Adelsfamilie von Kottwitz, von Kotwitz, von Kotwitzs stammt aus dem gleichnamigen Stammhaus Kottwitz, dem heutigen Kotowice bei Breslau. Es gibt eine mährisch/böhmische, eine schlesisch/polnische, eine rheinische, eine fränkische und eine sächsische Linie derer von Kottwitz in der Zeit 1300-1400. Das Auflösen der komplizierten Familienbande ist Historikern noch nicht gelungen. Der Deutsche Orden spielt in der Karriere der von Kottwitz eine bedeutende Rolle. Kaiser Karl der IV. befreite 1367 Friedrich von Kottwitz wegen treuer Dienste in den polnischen Kriegen von sechzehnjährigen Steuern, bestätigte die Gnadenbriefe und versprach dessen Söhne in "königliche Bedienungen" zu befördern. Im Sachsenspiegel wird um 1220-1235 das Geschlecht von Kottwitz auch Kottbus genannt und als aus Franken tituliert. Das dieses Geschlecht davor aus Mähren, Sachsen und Franken kam, belegen frühe Erwähnungen in alten Regesten um 864 beginnend[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Brunzelwaldau um 1860, Sammlung Alexander Duncker, mehrere Jahrhunderte im Besitz der Familie Kottwitz
  • Die schlesischen - polnischen von Kottwitz. Am 21.Januar 1216 erschien urkundlich „Hugo de Kotenwiz“ in einer Verkaufsurkunde für das Kloster Alt-Celle bei Nossen (Urkunde Nr. 200[2] im Staatsarchiv in Dresden). Die von der Familie angenommene Abstammung von einem aus Kärnten nach Schlesien eingewanderten Adelsgeschlecht Pochner ist nicht bestimmt, sie übernahmen den Familiennamen von ihrem Gut, einem Ort namens Kottwitz. Später wurde die Familie in den böhmischen Freiherrenstand erhoben.
  • Eine andere fränkische Linie der Familie von Kottwitz, die sich ab dem 16. Jahrhundert Kottwitz von Aulenbach nannte, wandte sich im 13. Jahrhundert nach Franken, führte dort ein anderes Wappen (Widderhorn). Der Stammort war Klingenberg am Main, das Geschlecht erlosch bereits im 17. Jahrhundert. Der Deutsche Orden vergab an die Kottwitz 55 Lehensgüter in Franken.
  • Eine Main-fränkische Linie, die um 1300 einen Bischof von Aschaffenburg hervor brachte, führte das Wappen eines Krebs. Das Wappentier, der Krebs ist durch Fredehelm von Cottbus / auch Kotwitz (+1307) im Stadtwappen von Cottbus verewigt. Am 5. März 1351 wird in einer Urkunde der Aschaffenburger Jesuiten ein Edelknecht Walter Kottwitz ("Cotdebucz") erwähnt.
  • Ein rheinisches Adelsgeschlecht von Kotwitzs führte ein Wappen mit drei silbernen Sternen in einem blauen Feld.
  • Ein Meissner Adelsgeschlecht aus dem Ort gleichen Namens im Amt Hayn wird wohl fränkischen Ursprungs sein. Es brachte 1364 Heinrich von Kottwitz als Kanzler des Landgrafen Friedrichs in Thüringen und auch 1329 Otto von Kottwitz als Marschall des Marckgraf Friedrichs hervor. Sie führten ein eigenständiges Wappen, das sich von den anderen unterschied[3].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der fünf Kottwitz - Geschlechter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Name Orte Bemerkung Wappen
Schlesisch-Polnisch von Kottwitz Kottwitz bei Breslau, Kotowice Freiherren von Kottwitz

Am 23. März 1721 Erhebung in den böhmischen Freiherrenstand zu Wien. Die umstrittene Mühlstein- Darstellung findet in den "Schlesischen Coriositäten....", Wappenbuch 1720 Leipzig von Johannes Sinapius eine Antwort. 1570 heiratet Christoph von Kottwitz und Hartau die Tochter des Ritters Hans von Ebersbach u. Brunzelwalde. Diese vor 1400 aus Bayern stammenden von Ebersbach führten in ihrem Wappen zwei aufrechtstehende Mühlsteine mit drei rot-weiß-rot Straußenfedern in der Helmzier[6]. Diese Mühlsteine werden später in der Wappengestaltung für die Freiherrenerhebung halbiert dargestellt. Diese Ebersbacher Helmzier wurde 1721 für das neue schlesische von Kottwitz - Wappen grafisch abgewandelt. Die vierfach im Schild abwechselnd geteilten Farben weiß-rot der von Ebersbach'er werden nun im von Kottwitz-Wappen neu nur zweifachgekreuzt dargestellt. Diese schlesisch-poln. Linie führt den Namen Kottwitz, weil sie in einem Ort Kottwitz ansässig waren. Der vorherige Familienname soll Pochner aus Kärnten stammend gewesen sein, diese Annahme ist nicht bewiesen. Es ist mehr davon auszugehen, dass es sich auch um einen Zweig aus Franken stamment handelt, wie auch die sächsisch-böhmische Linie.

Das Wappen hat im Ursprung in Silber einen roten Balken. Das verbesserte besitzt auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein halber natürlicher Mühlstein, davor ein mit sieben schwarzen Hahnenfedern besteckter roter Schaft. Das Wappen der Freiherren von Kottwitz ist von Rot und Silber geviert und belegt mit rotem Herzschild, darin ein silberner Balken. Eine Variante zeigt im Herzschild statt des Balkens einen flach liegenden silbernen Mühlstein; auf dem Hauptschild ruhen zwei Helme mit rot-silbernen Decken, auf jedem ein mit der Rundung aufliegender halber silberner Mühlstein, je in der Mitte besteckt mit einem drei schwarze Hahnenfedern tragenden roten Schaft. Die Variante zeigt auf den beiden Helmen die Helmzier des Stammwappens.[7]

Wappen der Freiherren von Kottwitz (Variante)
Fränkisch Kottwitz von Aulenbach Klingenberg/a. Main, Prozelten, Wertheim am Main Deutschorden: In Urkunden des Aschaffenburger Jesuiten Kolleg werden 1302 die Brüdern Walter und Gottfried Kottwitz mit dem Vogt der Deutschordensburg Ulrich von Prozelten genannt. 1339 u. 1351 werden sie als Edelknechte mit dem Namen "Kodebuz" u. "Cotdebucz" bezeichnet. Gottfried v. Kottwitz nennt sich 1342 "Gottfried von Aulenbach". Auch der Rüd von Kollenberg / Collenburg Herr der Deutschordensburg am Main zeichnet 1339 mit den v. Kottwitz zusammen Kaufurkunden.
Wappen der Kottwitz von Aulenbach mit Widerhorn
Rheinisch von Kotwitzc Kotwitzs, ein adeliches Geschlechte am Rheine „Die Kotwitzs führten im blauen Felde drei silberne Sterne. Auf dem Helme zwey von blau und silber schräggestreiffte Büffels=Hörner, dazwischen ein silberner Stern befindlich. Die Helm=Deck ist blau und silber.“ Wappenb. III.p.130
„Kotwitzs, ein adeliches Geschlechte am Rheine“
Aschaffenburg von Kottwitz Cottbus Das Schild mit der Krebsdarstellung des Friedhelm von Kotwitz / Kotbus ziert das Stadtwappen von Cottbus. Die von Kotwitz gehörten vor 1581 zu den Ständen des heil. Röm. Reichs, sie gehörten zu den "4 gefreyte Herrn" (Nassau, Plauen, Kotwitz, Brandiss). Dieser Stand war frei und zur Teilnahme am Reichstag berechtigt. Seite 77 im Wappenbuch des heil. Röm. Reichs und allgemeiner Christenheit, von Martin Schrot, gedruckt München 1581. Das Krebswappen der Kotwitz scheint älter zu sein als das mit dem Widerhorn, dieses Wappen gibt es erst 1342 mit Gottfried von Aulenbach Krebs
Wappen der Freiherren von Kotwitz (vor 1581)
Böhmisch-Sächsisch von Kottwitz Meissen, Kottwitz im Amt Haym,Köln bei Brieg, Kottwitz /tschechisch Chotěvice; Gem. im Okres Trutnov, Sagan / Zary, Sprottau Deutschorden -

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Genealogisch = Historisches Adelslexicon, Leipzig 1740, von Johann Friedrich Gauhen, Seite 1099 -1102,[1]
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 3, Leipzig 1843, S. 163–165.
  • Benjamin Leupold: Alter, Ruhm, Gelehrsamkeit und Religion des uralten Geschlechts von Kottwitz. Denkschrift herausgegeben anlässlich der am 11. September 1770 zu Denkwitz in Niederschlesien erfolgten Vermählung von Sigismund Freiherr von Kottwitz mit Helene Dorothea Hippolite von Bassewitz. Liegnitz 1770 und 1780. Rezension in: Lausitzsches Magazin. Band 3, Görlitz 1770, S. 363–367.
  • Johann Friedrich Fickelscherer: Einige Nachrichten von dem Geschlechte der Herren von Kottwitz, aus den alten Zeiten. In: Lausitzisches Magazin. Band 4, Görlitz 1771, S. 265–270 und S. 279–285.
  • Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, 5. Jg. 1904, Seite 458
  • Siebmachers Neues Wapenbuch 1605, Seite 60, Nr. 13
  • Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon, 1. Teil, Spalte 846
  • Geschlechts-, Namens- und Wappensagen des Adels dt. Nation, Seite 84
  • Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels, Seite 146
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, 1904–1940
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, 1865–1942, 1865 S.515ff
  • Genealogisches Handbuch des Adels, 21, 65

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rechnungsbücher der Deutschordens Ballei Böhmen 1382-1411, von Josef Hemmerle, 1967,: 4559 Prag 1367,Sept.27
  2. Otto Posse (Hrsg.): Urkunden der Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen. 1196–1234 (= Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Hauptteil I, Band 3). Giesecke & Devrient, Leipzig 1898, S. 162–163 (= Nr. 217) – (Digitalisat).
    Tom Graber (Hrsg.): Urkundenbuch des Zisterzienserklosters Altzelle. Erster Teil: 1162–1249 (= Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Hauptteil II, Band 19). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2006, S. 72–73 (= Nr. 48) – (Digitalisat).
  3. Genealogisch = Historisches Adelslexicon, Leipzig 1740, von Johann Friedrich Gauhen, Seite 1102,
  4. ..ganz besonders aber hat sich Konrad v. Kottwitz seinem Geschlechte viel Ehre gemacht. Er ist es, der mit kays. Friedrich II. Ao. 1239 aus Sysien beglückt nach Wien gekommen, und mit der Barone Leonoren v. Waldstein vermählt worden, im 76ten Jahre seiunes Alters aber gestorben ist. Seite 365 in Lausitzer Magazin oder Sammlung verschiedener Abhandlungen und Nachrichten .... Dritter Jahrgang 1770, Görlitz bey Joh. Friedr. Fickelscherer
  5. Soldbuch des Deutschen Ordens 1410/1411 Teil.I ,Seite 140;Personenindex II, 1988 BÖHLAU Verlag KÖLN WIEN
  6. Schlesische Coriositäten erste Vorstellung darinnen die ansehnlichen Geschlechter des schlesischen Adels von Johannes Sinapius, Leipzig 1720, unter "von Ebersbach"
  7. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Limburg/Lahn 1987, S. 447 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]