Oborniki Śląskie

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Oborniki Śląskie
Wappen von Oborniki Śląskie
Oborniki Śląskie (Polen)
Oborniki Śląskie
Oborniki Śląskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Trzebnica
Fläche: 14,40 km²
Geographische Lage: 51° 18′ N, 16° 55′ OKoordinaten: 51° 18′ 8″ N, 16° 54′ 32″ O
Höhe: 170 m n.p.m.
Einwohner: 9081
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 55-120
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DTR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WołówBreslau
Schienenweg: Breslau–Leszno
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 23 Schulzenämter
Fläche: 153,75 km²
Einwohner: 19.825
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0220013
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Arkadiusz Poprawa
Adresse: ul. Trzebnicka 1
55-035 Oborniki Śląskie
Webpräsenz: www.oborniki-slaskie.pl



Oborniki Śląskie [ɔbɔrˈɲikʲi ɕlõskʲɛ] (deutsch Obernigk) ist eine Stadt mit etwa 8.400 Einwohnern im Powiat Trzebnicki (Trebnitzer Distrikt) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obernigk im Katzengebirge westlich von Trebnitz auf einer Landkarte von 1905
Stadtpanorama

Die Stadt liegt in Niederschlesien nördlich der Oder im Katzengebirge, etwa zehn Kilometer westlich von Trzebnica (Trebnitz) und 26 Kilometer nördlich von Breslau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche
Herz-Jesu-Kirche
Gebäude der Grundschule

Wegen seiner guten klimatischen Verhältnisse entwickelte sich das 1305 erstmals erwähnte Dorf Obernigk im Katzengebirge im 19. Jahrhundert zum Kurort. Der Gutsbesitzer Carl Wolfgang Schaubert betrieb 1835 den Ausbau zum Kurbad.

Bereits zuvor war der Ort durch den Dichter Karl von Holtei bekannt geworden. Holtei, der einige Jahre hier lebte und 1821 auch hier heiratete, beschrieb Obernigk in mehreren Gedichten. Holtei, der seinen eigenen Versen zufolge in Obernigk „ein kleines Häuschen mit Schindeldächel und a Tannen“ bewohnt hatte, war auch Herausgeber des bekannten Wochenblatts Der Obernigker Bote (Breslau 1822) gewesen.[2] Im Ort erinnert ein Denkmal an ihn.

Im Jahre 1856 erhielt der Ort durch die Strecke von Breslau nach Posen Anschluss an die Eisenbahn.

Als 1866 in Breslau die Cholera ausbrach, flüchteten viele Einwohner nach Obernigk.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Obernigk ein Dorf und Luftkurort mit einer evangelischen Kirche, einer katholischen Kirche, zwei privaten Irrenanstalten, ein Sanatorium und ein Fichtennadelbad.[3] Das Dorf war ein beliebter Erholungsort für die Bürger von Breslau und anderer Städter aus Niederschlesien.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Obernigk zum Landkreis Trebnitz im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Schlesien des Deutschen Reichs.

Nach Kriegsende wurde Obernigk im Sommer 1945 wie fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung unterstellt. Die Polen führten für Obernigk die Ortsbezeichnung Oborniki Śląskie ein. In der Folgezeit wurde die bis dahin deutsche Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Obernigk vertrieben. Die Ortschaft erhielt Stadtrecht. Der Kur- und Naherholungsbetrieb setzt sich bis heute fort.

Seit 2004 besteht eine Städtepartnerschaft mit der oberfränkischen Stadt Rehau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1785 312
1825 497
1900 2.051 davon 425 Katholiken und 26 Juden[3]
1933 4.258 [4]
1939 4.407 [4]
1961 5.418
1970 5.720
2007 8.428

Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Stadt (nach 1945 geschaffen) zeigt einen grünen Tannenbaum im gelben Feld.

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Oborniki Śląskie umfasst ein Gebiet von 153,75 km² mit 18.059 Bewohnern (2007[5]). Dazu gehören diese Orte:

  • Bagno (Heinzendorf)
  • Borkowice (Burgwitz)
  • Ciecholowice (Zechelwitz)
  • Golędzinów (Kunzendorf)
  • Jary (Jäckel)
  • Kotowice (Kottwitz)
  • Kowale (Kawallen)
  • Kuraszków (Alt Karoschke, 1936–1937: Karoschke, 1937–1945: Lindenwaldau)
  • Lubnów (Liebenau) mit Nowosielce (Sorgan)
  • Morzęcin Mały (Klein Muritsch)
  • Morzęcin Wielki (Groß Muritsch)
  • Oborniki Śląskie (Obernigk)-Stadt
  • Osola (Ritschedorf)
  • Osolin (Esdorf) mit Brzezno Małe
  • Paniowice (Pannwitz)
  • Pęgów (Hennigsdorf)
  • Piekary (Beckern)
  • Przecławice (Prischwitz)
  • Raków (Raake)
  • Rościsławice (Riemberg)
  • Siemianice (Schimmelwitz)
  • Uraz (Auras) mit Niziny (Weitemalke)
  • Wielka Lipa (Groß Leipe)
  • Wilczyn (Heidewilxen)
  • Zajączków (Haasenau)
  • Paniowice (Pannwitz)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, S. 367.
  • Walter Schmidt: Widerstand in Auras / Oder, Kreis Wohlau 1933 bis 1945. In: Cornelia Domaschke, Daniela Fuchs-Frotscher, Günter Wehner (Hrsg.): Widerstand und Heimatverlust. Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2012, ISBN 978-3-320-02278-5, S. 11. (online als pdf)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oborniki Śląskie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Joseph Kürschner: Holtei, Carl von. In: Allgemeinde Deutsche Biographie. Band 13, 1881, S. 3–5.
  3. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 867.
  4. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/trebnitz.html#ew39trebobern
  5. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007 (Memento vom 16. Februar 2008 im Internet Archive)