Klinikum Harlaching

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Klinikum Harlaching
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Trägerschaft Städtisches Klinikum München GmbH
Ort München
Bundesland BayernBayern Bayern
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Koordinaten 48° 5′ 10″ N, 11° 33′ 25″ OKoordinaten: 48° 5′ 10″ N, 11° 33′ 25″ O
Klinikleitung Phil Hill, Sonja Eckardt[1]
Versorgungsstufe Krankenhaus der Maximalversorgung
Betten 759[2]
Mitarbeiter ca. 1200
Zugehörigkeit Städtisches Klinikum München GmbH
Gründung 18. November 1899
Website www.klinikum-muenchen.de/krankenhaus/harlaching

Das am 18. November 1899 als Sanatorium Harlaching eröffnete Klinikum Harlaching gehört zur seit 2005 bestehenden Städtisches Klinikum München GmbH und befindet sich im Münchener Stadtteil Harlaching. Das Klinikum Harlaching ist seit November 1970 der Stationierungsort des ADAC-Rettungshubschraubers Christoph 1.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altbau des Klinikums
Loggia im Altbau. Hier befanden sich die Freiluftliegeplätze der Lungenkranken.

Auf Antrag des Verwaltungsrats der städtischen Krankenanstalten, Kommerzienrat Friedrich Seyboth, vom 3. Dezember 1894 zur Errichtung einer Heilstätte für „leichter Erkrankte“ auf dem Oekonomiegute Stadelheim wurden die Planungen für das Grundstück begonnen. Am 16. Dezember 1895 bot der Münchner Ingenieur Jakob Heilmann dem Magistrat einen wesentlich besser geeigneten Grundbesitz von 9,466 Hektar zwischen Harlaching und dem Gutshof Menterschwaige für den Bau des Sanatoriums mit der Auflage an, dass seine Arbeiter im Erkrankungsfalle berücksichtigt würden. Dieses Angebot wurde vom Magistrat am 8. Januar 1896 ebenso wie das vom Stadtbauamt vorgelegte neue Bauprojekt in veranschlagter Höhe von 910.000 Mark angenommen. Mit dem Bau des Objektes, das die vollständige Trennung der Krankenräume mit 204 Betten von den Wirtschafts- und Verwaltungsräumen vorsah, wurde am 15. September 1896 begonnen.

Da das geplante Territorium sich bereits während des Baus als zu klein erwies, stiftete seine Prinzregent Luitpold von Bayern am 28. Dezember 1896 durch die Königliche Hofjagdintendanz eine 17,88 Hektar große Parzelle des angrenzenden Staatswaldes. Am 30. Juni 1897 erfolgte der einstimmige Beschluss über den notwendigen Bau von Wohnungen, Stallungen, die Umplanung der Heizung, der Bäder und weiteres. Am 12. Oktober 1899 wurde die Organisation und Haushaltsplanung für den Teilbetrieb ab Fertigstellung der Anstalt zum 4. November 1899 festgelegt und die Übereinkunft mit dem Orden der Barmherzigen Schwestern für die Pflege der Patienten getroffen.[3]

Die Art der Institution wurde durch Geheimrat Dr. Hugo von Ziemssen als Vereinigung eines Krankenhauses im gewöhnlichen Sinne mit einer ländlichen Erholungs- oder Reconvalescentenanstalt beschrieben. Der Gesamtkostenaufwand für den Bau betrug 1.642.021 Mark. Prinzregent Luitpold von Bayern besichtigte und lobte den Neubau am 15. November 1899. Am 22. November 1899 wurden die ersten Patienten mit Frühstadium der Tuberkulose (TBC) und leichten chronischen Erkrankungen aufgenommen. Das Sanatorium Harlaching wurde über München hinaus sehr lobend bewertet und bekam für die durchdachte bauliche Gestaltung, die gute Organisation und die medizinische Behandlung auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 einen großen Preis sowie ein Diplom auf der Weltausstellung in St. Louis. Ab 1903 wurden in Harlaching nur noch weibliche Patienten behandelt, die männlichen kamen ab 1903 in die Volksheilstätte Planegg. Durch die Eröffnung der Straßenbahnlinie 25 nach Grünwald im Jahr 1910 war das Sanatorium Harlaching auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Da zum 1. Januar 1914 die Gemeindekrankenkasse der Stadt München in die Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt München mit eigenen Heilstätten übernommen wurde, fielen die Einweisungen der dort versicherten Patienten weg.

Während des Ersten Weltkrieges wurden Patienten zur Entlastung aus den städtischen Kliniken nach Harlaching verlegt, um die dortigen Betten für verwundete Soldaten bereithalten zu können. 1931 wurde in Harlaching ein Operationsraum für kleine chirurgische Eingriffe eingerichtet und in den Jahren 1936 / 1937 erfolgt der Umbau zum Tuberkulosekrankenhaus mit Operationsbetrieb. Das mit 187 Betten zu diesem Zeitpunkt kleinste der bestehenden städtischen Krankenhäuser wurde nach erfolgtem Umbau der Krankenräume in ein-, zwei- und vierbettige Zimmer und Vergrößerung des Operationsraumes Ende Januar 1938 in Krankenhaus München-Harlaching umbenannt. 1944 wurden die wegen der Verlegung der Patienten ins Münchener Umland freigewordenen Betten für die Aufnahme der bei Fliegerangriffen zu erwartenden Verwundeten freigehalten. Das Krankenhaus München-Harlaching war das einzige Krankenhaus in München, das den Zweiten Weltkrieg ohne größere Zerstörung überstanden hat.

Aufgrund des Rückgangs der TBC-Erkrankungen und des Bettenmangels wurde nach 1957 die Verwendung und der Ausbau des Krankenhauses zu anderen Behandlungszwecken beschlossen, wobei der gut erhaltene Altbau in die Gesamtplanung integriert wurde. 1965 wurde der Neubau als seinerzeit modernstes Krankenhaus Deutschlands eröffnet. Das Klinikum Harlaching ist seit 1977 akademisches Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 1. Januar 2005 gehört das Krankenhaus zur Städtisches Klinikum München GmbH und trägt den heutigen Namen Klinikum Harlaching.[4]

Blick in den Sternengang.

1996 entstand nach einer Idee des Münchner Kunsttheraputen und Hundertwasserschülers Julius Paul Ehrhart der Sternengang. Dabei wurde ein bis dahin trister unterirdischer Versorgungsgang zwischen Alt- und Neubau zu einer Galerie umgestaltet, in der 88 im Lauf von 14 Monaten entstandene kunsttherapeutische Arbeiten aufgehängt wurden, zu denen jeweils ein Sternbild die Vorlage gab. Auf den eigens angefertigten Bildträgern wurde die betreffende Konstellation mit Glaskugeln so integriert, dass sie von der Rückseite beleuchtet werden konnten. Die meist sich an den Namen oder den Mythos des betreffenden Sternbildes anlehnenden Arbeiten wurden mit verschiedenen Techniken und Materialien gefertigt: Sand, Kohle und Zeitungen kamen genauso zum Einsatz wie Blattgold, Ölfarbe und andere Malmaterialien. Schirmherr des Projekts war der damalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Nach der Neueinrichtung eines Laserzentrum und der zwischenzeitlichen Auslagerung der Bilder wurde der umgestaltete Gang 2001 neu eröffnet.

Eine am 11. Januar 2016 gezeigte Sendung „Profit statt Gesundheit“ aus der Reihe Team Wallraff – Reporter undercover warf mehreren Kliniken, darunter auch dem Klinikum Harlaching, Missstände vor. Die Klinikleitung äußerte, man dulde den schlechten Umgang mit Patienten nicht, die Aussagen in der Sendung über den Klinikalltag seien zu pauschal bzw. zu undifferenziert getroffen worden.[5][6] Der Münchner Stadtrat schloss sich der Sicht der Klinikleitung an.[7]

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum bietet die höchste medizinische Versorgungsstufe und beschäftigt ca. 1.200 Mitarbeiter. Es verfügt über 759 Betten und 68 Tagesklinikplätze[2] in 15 Kliniken, 1 Institut, 3 Notaufnahmen, 1 Apotheke, 5 Intensivstationen (Bettenzahlen pro Intensivstation: 12 Betten Internistische Intensivstation, 5 Betten Kardiologische IMC, 16 Betten Operative Intensivmedizin, 4 Betten Operative IMC, 8 Betten Neurologische Intensivstation, 13 Betten Stroke Unit, 20 Betten Pädiatrie / Neonatologie) und 11 OP-Säle. Im Jahr 2010 wurden hier ca. 32.000 vollstationäre, ca. 3.800 teilstationäre sowie ca. 44.700 ambulante Patienten behandelt, sowie ca. 2.000 Entbindungen durchgeführt.[8] Im Jahr 2015 wurden 31.360 vollstationäre, 3649 teilstationäre sowie 46334 ambulante Patienten behandelt.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Hamel: Das städtische Sanatorium Harlaching bei München. In: ders.: Deutsche Heilstätten für Lungenkranke : geschichtliche und statistische Mitteilungen. Bd. 3. Springer, Berlin 1906, S. 89–128.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klinikum Harlaching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leitung des Klinikums. Städtisches Klinikum München GmbH. Abgerufen am 10. Juni 2017.
  2. a b Krankenhausplan des Freistaates Bayern. Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Abgerufen am 10. Juni 2017.
  3. Alexa A. Becker: Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul an den klinischen Einrichtungen der Universität München und ihre Begegnung mit dem Nationalsozialismus. Dissertation LMU München 2008, S. 27, online (PDF).
  4. Die Geschichte unseres Klinikums. Städtisches Klinikum München GmbH, abgerufen am 10. Juni 2017.
  5. Daniel Bakir: Nach Skandalreport: Das sagen die Kliniken. stern.de, 13. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
  6. Sophie Anfang: Missstände in Harlaching - Klinikleitung wehrt sich. Abendzeitung online, 12. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
  7. Verdeckte Kamera, offene Antworten. sueddeutsche.de, 27. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
  8. Strukturierter Qualitätsbericht für die Städtisches Klinikum München GmbH 2010 (Memento vom 16. Juni 2012 im Internet Archive)
  9. Strukturierter Qualitätsbericht für die Städtisches Klinikum München GmbH 2015. Städtisches Klinikum München GmbH. 10. Januar 2017. Abgerufen am 10. Juni 2017.