Kunstsalon Emil Richter

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Ausstellung der Künstlergruppe Brücke im Kunstsalon Emil Richter im Juni 1909.
Anzeige im Dresdner Journal vom 2. Januar 1906

Der Kunstsalon Emil Richter wurde 1848 in Dresden gegründet und befand sich im 1. Stock an der Prager Straße 13, die vom Hauptbahnhof Richtung Altmarkt läuft. Der Kunstsalon Emil Richter war zusammen mit der Galerie Arnold wesentlich an der Gestaltung des kulturellen Lebens in Dresden beteiligt. Beide präsentierten nach der Jahrhundertwende neuste Tendenzen im internationalen Kunstgeschehen.

Gezeigt wurden u. a. Werke des französischen Impressionismus, sowie Ausstellungen deutscher Künstler wie Max Beckmann, Peter August Böckstiegel, Lyonel Feininger, George Grosz, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, August Macke, Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde, der Künstlergruppe „Die Brücke“ und Ausstellungen von Pablo Picasso und Vincent van Gogh.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunstsalon Emil Richter wurde 1848 von Emil Richter gegründet. Um die Jahrhundertwende wurde er von Hermann Holst und später vom Juristen R. Heinrich Meier geleitet. 1899 wurde Hermann Holst vom König von Sachsen der Titel „Königlicher Hofkunsthändler“ verliehen.[1] Ab 1904 war Hermann Holst auch Sekretär des Sächsischen Kunstvereins.

Holst betrieb den Verlag Emil Richter mit Druckerei, in dem u. a. die Ausstellungskataloge des Kunstsalons veröffentlicht wurden.

Hermann Holst sah in der Förderung junger, noch nicht etablierter Künstler, eine wesentliche Aufgabe eines Galeristen. In den Jahren 1907 bis 1909 wurden Werke der Künstlergruppe „Die Brücke“ gezeigt, die zu diesem Zeitpunkt von der Öffentlichkeit noch kaum wahrgenommen wurden. Ebenfalls gefördert wurden Spätexpressionisten wie Conrad Felixmüller, der 1915 und 1918 einen Vertrag mit dem Kunstsalon Emil Richter über den Vertrieb seiner grafischen Arbeiten unterzeichnete. Die Dresdner Sezession Gruppe 1919 unterzeichnete einen 1-Jahresvertrag für den Verkauf ihrer Werke über den Kunstsalon Richter, begleitet von zwei Kunstausstellungen und der Herstellung beider Ausstellungskataloge.

Von 1918 bis 1923 arbeitete Rudolf Probst als Leiter der modernen Abteilung in der Kunsthandlung Emil Richter. Probst organisierte Vortragsreihen in der Kunsthandlung Richter und zu den Ausstellungen wurden Führungen angeboten. 1923 eröffnete Rudolf Probst mit der Galerie Neue Kunst Fides eine eigene Kunsthandlung für moderne Malerei in Dresden.

Von 1910 bis 1930 veröffentlichte der Verlag Emil Richter exklusiv die gesamte Grafikproduktion von Käthe Kollwitz. Von 1918 bis 1920 wurde die expressionistische Zeitschrift Neue Blätter für Kunst und Dichtung herausgegeben. Die Zeitschrift enthielt u. a. Werke der Dresdner Sezession 1919.

Der Kunstsalon Emil Richter wurde 1930 aufgrund von wirtschaftlichem und politischem Druck geschlossen.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karin Müller-Kelwing: Die Dresdner Sezession 1932. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2010, ISBN 978-3-487-14397-2, S. 46, 55.
  • Karl-Ludwig Hofmann, Christmut Präger: „Wegbereiter in ein Neuland“. Der Kunsthändler Rudolf Probst. In: Von Monet bis Mondrian. Meisterwerke der Moderne aus Dresdner Privatsammlungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-422-06631-1, S. 61–68.
  • Anne Seidel: Offen für die Moderne? Galerien in Dresden zur Zeit der Künstlergruppe „Die Brücke“. In: Dresdener Kunstblätter. 45. Jahrgang, Nr. 5. Staatliche Kunstsammlungen, 2001, ISSN 0418-0615, S. 163–166.
  • Ruth Negendanck: Die Galerie Ernst Arnold (1893–1951). Kunsthandel und Zeitgeschichte. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1998, ISBN 3-932124-37-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Bredius: Vom Kunstmarkt. In: Kunstchronik. Neue Folge, 10. Jahrgang, Nr. 6. Seemann, Leipzig 1899, S. 93 (Digitalisat).
  2. Andrea Hollmann: Ein Joint-Venture des Expressionismus: Dresden – Prag. In: Umení: casopis Ústavu Dejin Umení Akademie Ved Ceské Republiky. Nr. 5, 1997, ISSN 0049-5123, S. 461–476.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]