Dresdner Sezession Gruppe 1919

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Die Dresdner Sezession Gruppe 1919, auch Dresdner Sezession oder Gruppe 1919 genannt, war eine expressionistische Künstlergruppe um Peter August Böckstiegel, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Wilhelm (Will) Heckrott, Constantin von Mitschke-Collande, Otto Schubert, Lasar Segall und Hugo Zehder.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mitglieder der Ende Januar 1919 gegründeten Gruppe vertraten eine expressionistische, gesellschaftskritische Kunst. Sie ging aus der Gruppe 1917 hervor, zu der bereits Conrad Felixmüller, Peter August Böckstiegel, Otto Lange und Constantin von Mitschke-Collande zählten.

Im Statut der Künstlergruppe heißt es: „Die Sezession Gruppe 1919 wird von einer Anzahl Künstler gebildet, die im Sinne ihrer Kunst ideelle Unternehmungen vorhaben, welche sie, wie auch ihre Kunst, notwendigerweise von den bisherigen Künstlern trennen. Hauptgrundsätze sind: Wahrheit – Brüderlichkeit – Kunst.“[1] Neue Mitglieder konnten nur durch einstimmigen Beschluss von sämtlichen Mitgliedern aufgenommen werden. Anderen Dresdner Künstlervereinigungen anzugehören war nicht erlaubt. Im Katalog zur 1. Ausstellung der Dresdner Sezession Gruppe 1919 proklamierten sie selbstbewusst in einer gemeinsamen Erklärung die „Führung der hiesigen jungen künstlerischen Kräfte“ übernehmen zu wollen.[2] Der Lyriker Walter Rheiner verfasste einen Einführungstext für den Katalog.

Will Grohmann betätigte sich als Organisator der Gruppe und editierte die erste grafische Mappe der Sezession. Das künstlerische Werk dieser sogenannten „Zweiten Generation des Expressionismus“ baute auf der von der Künstlergruppe Brücke eingeführten expressionistischen Formensprache auf. Die Dresdner Sezession Gruppe 1919 veranstaltete Vorträge und Künstlergespräche und stellte in Dresden, Berlin, Düsseldorf, Chemnitz und in Zusammenarbeit mit den „Unentwegten“ in Prag aus.

Im April 1919 fand die erste Ausstellung der Dresdner Sezession Gruppe 1919 im Kunstsalon Emil Richter statt. Im Mai folgte eine Beteiligung an der Ausstellung in der Berliner Freien Sezession. Ebenfalls 1919 folgte eine zweite Sonderausstellung der Gruppe im Kunstsalon Emil Richter, bei der als Gäste u. a. George Grosz, Karl Schmidt-Rottluff, Kurt Schwitters, Eugen Hoffmann und Ludwig Godenschweg teilnahmen. Nach diesen beiden Ausstellungen kam es zu einer Krise des linken Flügels um Conrad Felixmüller.[3] Hugo Zehder verließ die Gruppe bereits im August 1919 aus „prinzipiellen und persönlichen Gründen“. Noch vor der dritten Sezessions-Ausstellung 1920 verließen Conrad Felixmüller, Peter August Böckstiegel und Otto Schubert die Gruppe.

Als neue Mitglieder beteiligten sich 1920 Walter Jacob, Christoph Voll, Eugen Hoffmann und Ludwig Godenschweg. Im Oktober fand die Ausstellung „Dresdner Sezession „Gruppe 1919“ und andere“ in der Galerie Arnold statt. An dieser Ausstellung waren beteiligt: Bloch, Heinrich Campendonk, Heinrich Maria Davringhausen, Dix, Eberz, Lyonel Feininger, Gela Forster, Godenschweg, Grosz, Erich Heckel, Heckroth, Eugen Hoffmann, Alexej von Jawlensky, Kars, Paul Klee, Otto Lange, August Macke, Carlo Mense, Mitschke-Collande, Nauen, Max Pechstein, Reichel, Schmidt-Rottluff, Schwitters, Segall und Christoph Voll.

1921 fand eine Grafik-Ausstellung bei Emil Richter statt, die als Wanderausstellung in verschiedenen deutschen Städten gezeigt wurde. Im Oktober stellte die Gruppe in der Galerie Arnold mit den Gästen Heinrich Campendonk, Reinhold Ewald, Lyonel Feininger, Paul Klee, Ludwig Meidner und Karl Schmidt-Rottluff aus.

Im Mai 1922 erfolgte die „Sechste Ausstellung der Dresdner Sezession“ in der Galerie Arnold. Von den bisherigen Mitgliedern beteiligt waren nur noch Dix, Heckrott, Hoffmann, Lange und Mitschke-Collande. Als neue Mitglieder waren Heinrich Barcinski, Otto Griebel, Otto Krischer und Hans Meyboden[4] beteiligt. Als Gäste waren Max Beckmann, Campendonck, Feininger, Klee, Emil Nolde, Schmidt-Rottluff und Segall vertreten.

Ende Mai 1922 nahm die Dresdner Sezession 1919 an dem von der Gruppe Das Junge Rheinland veranstalteten 1. Kongress internationaler fortschrittlicher Künstler in Düsseldorf 1922 teil. Zu den Teilnehmern gehörten auch die Berliner Novembergruppe, die Darmstädter Sezession, die Hallesche Künstlergruppe, der Deutsche Werkbund, Herwarth Walden von der Zeitschrift Der Sturm, sowie Vertreter der italienischen Futuristen und der russischen Konstruktivisten. Ziel des Kongresses war es, eine Union zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen zu bilden. Es kam zu heftigen Meinungsverschiedenheiten und die Anliegen des Kongresses wurden nicht erreicht.[5]

1922 löste sich die Dresdner Sezession Gruppe 1919 aufgrund von politischen Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlichen künstlerischen Auffassungen auf. Als lose Gruppe nahm sie 1924 und 1925 allerdings noch an den Kunstausstellungen der Dresdner Kunstgenossenschaft teil.

Gründer[Bearbeiten]

Weitere Mitglieder[Bearbeiten]

Zeitweilig Beteiligte und Gäste[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Karin Müller-Kelwing: Die Dresdner Sezession 1932. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2010, ISBN 978-3-487-14397-2.
  •  Ruth Negendanck: Die Galerie Ernst Arnold (1893–1951). Kunsthandel und Zeitgeschichte. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1998, ISBN 3-932124-37-5.
  •  Christoph Wilhelmi: Dresdner Sezession, Gruppe 1919. In: Künstlergruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1900 : ein Handbuch. Hauswedell, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-7762-1106-1, S. 113-116.
  •  Fritz Löffler: Dresdner Sezession Gruppe 1919. In: Expressionismus : die zweite Generation 1915 - 1925. Prestel, München 1989, ISBN 3-7913-0916-1, S. 61-83.
  • Fritz Löffler, Emilio Bertonati, Joachim Heusinger von Waldegg (Hrsg.): Dresdner Sezession 1919–1923. Ausstellungskatalog Galleria del Levante München, Mailand 1977.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographie P.A. Böckstiegel
  2. Zitiert nach:  Karin Müller-Kelwing: Die Dresdner Sezession 1932. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2010, ISBN 978-3-487-14397-2, S. 52.
  3. Dresdner Sezession Gruppe 1919. Lexikon der Kunsthandlung „Ketterer Kunst“. Abgerufen am 7. Mai 2015.
  4.  Fritz Löffler: Dresdner Sezession Gruppe 1919. In: Expressionismus : die zweite Generation 1915 - 1925. Prestel, München 1989, ISBN 3-7913-0916-1, S. 63.
  5. Gerda Wendermann: Der Internationale Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten in Weimar im September 1922. Versuch einer Chronologie der Ereignisse. Schriftliche Fassung eines Vortrages vom 29. Juli 2007 im Rahmen des internationalen Symposions „Kurt Schwitters und die Avantgarde“ im Sprengel Museum Hannover. 2007, abgerufen am 7. Mai 2015 (S. 7-9).
  6.  Maria Müller: Der Kongress der „Union Internationaler Fortschrittlicher Künstler“ in Düsseldorf. In: Bernd Finkeldey (Hrsg.): Konstruktivistische Internationale Schöpferische Arbeitsgemeinschaft, 1922 – 1927, Utopien für eine europäische Kultur: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 30. Mai bis 23. August 1992; Staatliche Galerie Moritzburg Halle, 13. September bis 15. November 1992. Hatje, Stuttgart 1992, ISBN 3-7757-0376-4, S. 20.