Kurkarte

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Eine Kurkarte ist ein in der Regel mit laufenden Nummern oder mit sonstigen Merkmalen versehener, aus bedrucktem Papier hergestellter, bezahlter Zugangsberechtigungsausweis für ein bestimmtes Kurgebiet innerhalb eines Kurorts, welcher seinem jeweiligen rechtmäßigen Inhaber den Zutritt gestattet. Die hierfür im Allgemeinen zu entrichtende Gebühr wird als Kurtaxe bezeichnet.

Tageskurkarte der Gemeinde Westerland/Sylt von 1998
Ehrenkurkarte des Nordseeheilbades Norderney von 1980

Eine Kurkarte berechtigt den Kurkarteninhaber auch zur Teilnahme an einer ansonsten zugangsbeschränkten Veranstaltung, zum Beispiel einem Kurkonzert oder zum Besuch bewachter Badestrände. Kurkarten haben daher eine kontrollierende und begrenzende Funktion und setzen ein grundlegendes Prinzip, das der Kompartimentierung, um.

Moderne Kurkarten besitzen oft weitere technische Merkmale, beispielsweise einen Magnetstreifen, einen integrierten Chip oder einen maschinenlesbaren Strichcode, um den technischen Lesevorgang zu beschleunigen. Sie werden über moderne E-Ticket-Verfahren, künftig auch mit Hilfe des Internets hergestellt, verkauft und verbreitet. Einige Open Source-Projekte arbeiten daran.

Um generell alle Besucher eines Kurgebietes der Pflicht zum Erwerb einer Kurkarte zu unterwerfen, arbeitet beispielsweise das niedersächsische Nordseeheilbad Norderney seit 1998 mit der die Inselbesucher befördernden Reederei Norden-Frisia zusammen. Mit dem Erwerb eines Fährtickets muss jeder Inselbesucher – unabhängig von der Inanspruchnahme der Kureinrichtungen – die so genannte Servicecard (vormals Kurkarte) erwerben, ohne deren Bezahlung er die Insel nicht wieder verlassen kann. Die üblicherweise hoheitliche Aufgabe, die Entrichtung einer öffentlich-rechtlichen Abgabe wie der Kurtaxe zu kontrollieren, wurde hier auf einen privaten Träger übertragen und gleichzeitig eine für deutsche Kurorte bislang nicht bekannte Zwangsabgabe definiert.

Kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In mehreren Ferienregionen und Orten gewähren Kurkarten die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Hierbei wird ein Teil des Kurbeitrages als Ausgleich für entgangene Fahrgeldeinnahmen verwendet.

Flächendeckende Konzepte dieser Art in Deutschland sind das KONUS im Schwarzwald, das GUTi im Nationalpark Bayerischer Wald, die VHB-Gästekarte am Bodensee, die Sauerland-Card und ab 2011 die Gästekarte im Landkreis Cochem-Zell.

In Österreich existiert mit der Neusiedler See Card und der Lechtal Aktiv Card ähnliche Konzepte.

Daneben existieren in vielen Orten einzelne kostenlose touristisch ausgerichtete Buslinien.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]